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Niki folgt Air Berlin in die Insolvenz – Lauda erwägt Übernahme


Insolvenz angemeldet  

Air-Berlin-Tochter Niki stellt Flugbetrieb sofort ein

15.12.2017, 13:51 Uhr | AFP, cwe

Niki folgt Air Berlin in die Insolvenz – Lauda erwägt Übernahme. Der damalige Fluglinienbetreiber und Pilot Niki Lauda am Sonntag, 18. April 2010, nach der Landung des Testflugs mit einem A320 am Salzburger Flughafen. Die Fluglinie Niki folgt ihrer Mutter Air Berlin in die Insolvenz.  (Quelle: dpa/Barbara Gindl)

Der damalige Fluglinienbetreiber und Pilot Niki Lauda am Sonntag, 18. April 2010, nach der Landung des Testflugs mit einem A320 am Salzburger Flughafen. Die Fluglinie Niki folgt ihrer Mutter Air Berlin in die Insolvenz. (Quelle: Barbara Gindl/dpa)

Die österreichische Air Berlin-Tochter Niki hat Insolvenz angemeldet und alle Flüge eingestellt. Zuvor hatte die Lufthansa die Übernahme von Niki abgesagt.

Die Fluggesellschaft Niki stellt ab sofort den Flugbetrieb ein. "Die Flüge der Niki werden mit sofortiger Wirkung ausgesetzt. Weitere Flüge der Niki sind nicht mehr buchbar. Der Flugplan der Niki verliert seine Gültigkeit", teilte die Airline mit. Niki rief Fluggäste dazu auf, sich an ihren Reiseveranstalter zu wenden. "Für Passagiere, die ihren Flug direkt bei Niki gebucht haben, organisieren mehrere Fluggesellschaften derzeit eine Rückholaktion auf Standby-Basis gegen ein geringes Entgelt aus dem Ausland nach Deutschland, Österreich und die Schweiz."

Zuvor hatte das Unternehmen einen Insolvenzantrag eingereicht. Der Verkauf der Airline an die Lufthansa war am Mittwoch gescheitert. Die größte deutsche Airline begründete die abgesagte Übernahme mit zu harten Auflagen der Wettbewerbshüter in Brüssel.

Die Lufthansa wollte große Unternehmensteile der insolventen Air Berlin kaufen, die EU-Kommission meldete aber fortlaufend Bedenken gegen die daraus entstehende Marktmacht der deutschen Nummer eins an und forderte Zugeständnisse. Brüssel habe alle bisherigen Zugeständnisse aber als nicht ausreichend beurteilt und "klar signalisiert", dass eine Übernahme von Niki derzeit nicht genehmigungsfähig sei, erklärte die Lufthansa.

Bund verliert womöglich Millionen

Nach der Absage der Lufthansa hatte die Bundesregierung bereits mit einer Pleite der Airline gerechnet. "Alternative Käufer für Niki standen und stehen bis heute nicht zur Verfügung", erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert. "Insolvenz und Grounding von Niki sind jetzt die Folge", hatte er hinzugefügt. Das treffe vor allem die Beschäftigten hart.

Die Lufthansa habe "weitreichende Angebote" gemacht, um grünes Licht aus Brüssel zu bekommen, vor allem den Verzicht auf Slots, fuhr Seibert fort. Dass die Übernahme nun gescheitert sei, bedaure die Regierung sehr. Durch den "unerwarteten Ausfall der Erlöse aus dem Niki-Verkauf" könne der vom Bund verbürgte staatliche Überbrückungskredit an Air Berlin "möglicherweise nur zum Teil zurückgezahlt werden".

Niki Lauda: "Würde mich darum kümmern"

Der Ex-Rennfahrer und Luftfahrt-Unternehmer Niki Lauda erwägt nun eine Übernahme von Niki. "Ich bin interessiert und würde mich darum kümmern", sagte Lauda, der die Ferienfluglinie einst gegründet hat, der Nachrichtenagentur APA. Im Gegensatz zum ersten Bieterverfahren würde er nun allein um einen Zuschlag kämpfen.

Im September hatte der 68-Jährige zusammen mit dem Reiseveranstalter Thomas Cook und dessen Tochter Condor ein Angebot für die insolvente Air Berlin samt österreichischer Niki unterbreitet. Damals hatte sich aber die Lufthansa durchgesetzt.

EU-Kommission bedauert Rückzug

Die EU-Kommission drückte ihr "Bedauern" über den Rückzug der Lufthansa aus und erklärte, dies sei nicht die einzig mögliche Option gewesen. Gleichwohl hielten die Wettbewerbshüter daran fest, dass die ursprünglichen Pläne der Lufthansa, nämlich die Übernahme von 81 der 140 Air-Berlin-Maschinen plus Niki, problematisch gewesen wären.

Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Der Flugbetrieb wurde bis Ende Oktober dank eines staatlichen Überbrückungskredits in Höhe von 150 Millionen Euro aufrecht erhalten.

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