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Volksbanken erhöhen die Gebühren und schließen Filialen

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"Die Dynamitschnur brennt"  

Volksbanken wollen Gebühren erhöhen und Filialen schließen

29.12.2017, 12:51 Uhr | Jörn Bender, dpa

Volksbanken erhöhen die Gebühren und schließen Filialen. Eine Filiale der Volksbank Stormarn:  Kunden von Volks- und Raiffeisenbanken müssen mit weiter steigenden Gebühren rechnen.  (Quelle: dpa/Markus Scholz)

Eine Filiale der Volksbank Stormarn: Kunden von Volks- und Raiffeisenbanken müssen mit weiter steigenden Gebühren rechnen. (Quelle: Markus Scholz/dpa)

Zinstief und Regulierung halten die Banken in Schach. Gerade kleinere Institute ächzen. Der neue Präsident des Genossenschaftsverbandes, Ralf W. Barkey, macht wenig Hoffnung auf Besserung.

Kunden von Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland müssen mit steigenden Gebühren rechnen. "Von der Kostenlos-Mentalität müssen wir uns verabschieden", sagt der Präsident des Genossenschaftsverbandes, Ralf W. Barkey. "Ich glaube, dass wir stärker auf den mündigen Verbraucher setzen müssen. Wir brauchen mehr individuelle Preismodelle je nach tatsächlichem Leistungsbedarf."

Barkey, der am 1. Januar 2018 das Amt als Präsident des Verbandes antritt, rechnet zudem mit einer weiteren Ausdünnung des Filialnetzes. Für die Institute sei es wichtig, eine "vernünftige Kosten-Nutzen-Relation" hinzubekommen. "Wir werden sicher einen weiteren Rückgang im Filialbereich haben", sagt Barkey. "Aber unseren grundsätzlichen Anspruch, in der Fläche vertreten zu sein, erhalten wir aufrecht."

"Wir erwarten Lösungen von der Politik"

Im Jahr 2017 hätten sich die noch gut 400 (Ende 2016: 430) Kreditgenossenschaften im Verbandsgebiet in einem schwierigen Umfeld gut behauptet. "Insgesamt können unsere Volks- und Raiffeisenbanken mit dem Geschäftsjahr 2017 zufrieden sein – wenn wir uns die Vorzeichen anschauen", bilanziert Barkey. "Wir haben nochmal ein deutliches Kreditwachstum von über fünf Prozent gehabt, die Kundeneinlagen haben zugelegt, die Institute haben ihre Eigenkapitalpuffer weiter gestärkt."

Indes wird die Luft für die oft kleineren genossenschaftlichen Häuser dünner. "Die Dynamitschnur brennt für unsere Institute an zwei Enden: auf der einen Seite der politisch motivierte Niedrigzins, auf der anderen Seite überbordende Regulierung", sagt Barkey. "An diesen beiden Enden brauchen wir Entlastung, da erwarten wir Lösungen von der Politik."

Verbandschef möchte anderes Regulierungsmodell

Der Verbandschef ergänzt: "Es wird mittlerweile viel über die Auswirkungen von Regulierung geredet, aber ich vernehme relativ wenig, wo wir beim Stand der Evaluation sind – und vor allem: Welche Konsequenzen daraus gezogen werden." Notwendig sei eine Regulierung, "die sich streng orientiert am Risikogehalt unseres Geschäftsmodells", fordert Barkey. "Unsere Banken sind regional verankert, sie zocken nicht an internationalen Märkten."

Bundesbank und die Finanzaufsicht Bafin machen sich bei der Regulierung für vereinfachte Regeln für kleine Institute stark ("Small Banking Box"). "Wir sind froh, dass der Begriff einer Small-Banking-Box endlich in der politischen Diskussionskultur verankert ist. Wir müssen nun schauen, dass wir damit stärker auf europäischer Ebene durchkommen", sagt Barkey. Der Verbandschef betont: "Wir wollen keine Lex Volksbank, wir wollen eine Lex Geschäftsmodell. Es gibt viele kleine und mittlere Banken in anderen europäischen Ländern, die auch davon profitieren würden."

Info
Der Genossenschaftsverband mit Sitz in Neu-Isenburg bei Frankfurt vertritt nach der Fusion mit dem Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverband (RWGV/Münster) rückwirkend zum 1. Januar 2017 nun die Interessen von insgesamt rund 2.900 Genossenschaften in allen Bundesländern mit Ausnahme von Bayern und Baden-Württemberg. Daneben gibt es zusätzlich den Genossenschaftsverband Weser-Ems e.V.

Quelle:
- dpa Nachrichtenagentur

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