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Aktienkauf: Wie Aktionäre an relevante Informationen kommen

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Tipps zum Aktienkauf  

Wie Aktionäre an die richtigen Informationen kommen

10.01.2018, 09:39 Uhr | Falk Zielke, dpa

Aktienkauf: Wie Aktionäre an relevante Informationen kommen. Börsensaal der Deutschen Börse in Frankfurt am Main: Wer sein Geld in Aktien investiert, sollte sich vorher ein Bild über das Unternehmen machen. (Quelle: dpa/tmn/Alexander Heinl)

Börsensaal der Deutschen Börse in Frankfurt am Main: Wer sein Geld in Aktien investiert, sollte sich vorher ein Bild über das Unternehmen machen. (Quelle: Alexander Heinl/dpa/tmn)

Wer sein Geld in Aktien investieren will, sollte sich das börsennotierte Unternehmen vor dem Kauf genauer anschauen. Doch auf welche Informationen kommt es an? Und wo sind diese zu finden?

Aktien bringen mehr Rendite als Sparbuch und Tagesgeldkonto. Trotzdem ist die Zahl der Aktionäre in Deutschland nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts (DAI) zuletzt gesunken. Allzu oft werden die Wertpapiere als riskant wahrgenommen, schließlich schwanken die Kurse an den Börsen täglich.

Dabei haben Anleger Einfluss darauf, wie viel Risiko sie eingehen. Die Hauptsache sind Informationen: Je mehr ein Anleger über ein Unternehmen weiß, desto besser kann er die Entwicklungen einschätzen. "Am wichtigsten ist es, dass man versteht, was die Gesellschaft macht", sagt Lothar Koch von der GSAM + Spee Asset Management AG in Düsseldorf. Sechs Quellen – und welche Rolle sie spielen:

1. Investor Relations

Wer Anteile eines Unternehmens hält, will die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens einschätzen können. Einen Teil dieser Infos finden Anleger auf der Website der Firma im Bereich Investor Relations, wie Claus Walter erklärt, Geschäftsführer der Freiburger Vermögensmanagement GmbH. "Anleger können hier einen guten ersten Überblick bekommen", sagt auch Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Info
Unter "Investor Relations" finden Nutzer zum Beispiel den Geschäftsbericht und die Quartalszahlen. Auch ein Finanzkalender, Informationen über die Aktionärsstruktur oder Dividendenzahlungen stehen hier meist.

2. Geschäftsbericht

Aktiengesellschaften müssen Anleger umfassend über ihre Lage informieren. Das tun sie unter anderem im jährlichen Geschäftsbericht. "Diese Dokumente sind meist sehr ausführlich und enthalten viele Zahlen", erklärt Kurz. "Für Kleinanleger ist das oft abschreckend." Doch keine Sorge: Aus Sicht der Experten müssen Anleger diese dicken Werke nicht unbedingt wälzen.

Tipp
"Lesen Sie den Lagebericht", rät Kurz. Dieser sei meist Teil des Geschäftsberichtes und stelle auf wenigen Seiten dar, wie das Unternehmen dasteht und gebe einen Ausblick auf die nähere Zukunft.

3. Ad-hoc-Meldungen

Aktiengesellschaften sind verpflichtet, kursrelevante Informationen unmittelbar zu veröffentlichen, damit Anleger fundierte Entscheidungen treffen können und gegenüber Insidern nicht benachteiligt sind. Diese Mitteilungen werden als Ad-hoc-, Börsen- oder als Pflichtmitteilungen bezeichnet.

Zwar dienen Ad-hoc-Meldungen in erster Linie dazu, Marktmissbrauch vorzubeugen. "Es wird aber auch manchmal dazu genutzt, eine hohe Aufmerksamkeit zu erreichen", erklärt Vermögensberater Walter. Daher sollten Anleger die Mitteilungen nicht überbewerten.

Tipp
Walter rät deshalb: "Privatanleger sollten möglichst mit einer langfristigen Perspektive von Jahren – besser noch Jahrzehnten – investieren und sich nicht zu sehr von Ad-hoc-Meldungen verunsichern lassen."

4. Analysten

Auch Geldinstitute und Investmentgesellschaften kaufen Aktien. Bevor sie dies tun, nehmen eigene Experten Aktientitel und auch Branchen oder Länder genauer unter die Lupe. Die Analysten geben neben einer allgemeinen Bewertung oft auch eine Empfehlung ab: Soll ein Titel gekauft, gehalten oder besser verkauft werden?

In der Regel sind diese Berichte öffentlich zugänglich: "Viele Experten veröffentlichen Analysen von Unternehmen oder Branchen im Internet oder in anderen Medien", erklärt Walter. "Sie können dabei helfen, besondere Aspekte, Chancen und Gefahren zu entdecken."

Tipp
Anleger sollten die Berichte allerdings kritisch lesen: "Analysen gibt es wie Sand am Meer", sagt Vermögensverwalter Koch. "Fast alle Meinungen sind vertreten. Das Mitdenken ist strenge Pflicht."

5. Börsenbriefe

Um die Aufmerksamkeit der Anleger werben auch Börsenbriefe. Hier beschäftigen sich Finanzexperten mit Aktien, Branchen, Ländern. Die Expertisen kosten in der Regel Geld, ein Teil der Informationen ist manchmal kostenlos.

Tipp
Anleger sollten sich bei der Lektüre laut Kurz aber immer fragen: "Welches Interesse hat der Autor mit der Weitergabe der Informationen?"

6. Internetforen

Zahlreiche Finanzportale bieten Foren an, in denen Anleger diskutieren können. "Grundsätzlich ist der Austausch mit Gleichgesinnten eine gute Sache, um andere Perspektiven und Standpunkte kennenzulernen", findet Vermögensberater Walter. "Ob die allerdings fachlich fundiert sind oder aus reinem Eigeninteresse ins Netz gestellt werden, lässt sich kaum feststellen."

Quellen und weiterführende Informationen:
- dpa
- Deutsches Aktieninstitut (DAI)
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
- Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW)
Deutsche Gesellschaft für Ad-hoc-Publizität (DGAP)

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