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Wirtschaft - IfW: Anhebung des Spitzensteuersatzes frisst geplante Entlastung auf

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Wirtschaft  

IfW: Anhebung des Spitzensteuersatzes frisst geplante Entlastung auf

09.01.2018, 15:50 Uhr | dpa-AFX

KIEL (dpa-AFX) - Eine Umsetzung der bisher bekannten Steuerpläne von CDU und SPD würde die Steuerzahler nach Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) weiter belasten. "Sollte der Spitzensteuersatz - wie von der SPD gefordert - schrittweise von 42 auf 45 Prozent steigen, würden mittlere und höhere Einkommensschichten mehr bezahlen", sagte der Steuerexperte Jens Boysen-Hogrefe am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Grund ist die Methodik des deutschen Steuersystems.

Der Spitzensteuersatz betrifft in Deutschland nicht das gesamte zu versteuernde Einkommen, sondern nur jenen Anteil oberhalb von 54 950 Euro. Künftig soll die Grenze bei 60 000 Euro liegen. Boysen-Hogrefe zufolge würden dadurch Menschen mit einem zu versteuernden Einkommen in Höhe von 20 000 Euro um 8,71 Euro entlastet. Bei 40 000 Euro wären es 163,40 und bei 60 000 Euro sogar 455,25 Euro pro Jahr. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Spitzensteuersatz bei 42 Prozent bleibt.

"Denn diese Entlastung würde bei einer Erhöhung des Spitzensteuersatzes mehr als aufgefressen - und zwar auch im Falle der geringeren Einkommen", sagte Boysen-Hogrefe. Grund sei der lineare Anstieg der Steuersätze. Demnach zahlten Steuerzahler bereits bei einem zu versteuernden Einkommen von 20 000 Euro pro Jahr unterm Strich 3,04 Euro drauf. Wer 40 000 Euro versteuern müsse, zahle 57,09 Euro, bei 60 000 Euro betrage die Belastung bereits 234,82 Euro. Spitzenverdiener zahlten 834,75 Euro (80 000 Euro), 1434,75 Euro (100 000 Euro) beziehungsweise 2934,75 Euro (150 000 Euro) mehr Steuern.

Nach den Vorstellungen der SPD soll die schrittweise Erhöhung des Spitzensteuersatzes um drei Punkte als Ausgleich für Pläne dienen, ihn erst bei etwas höheren Einkommen greifen zu lassen. Die Union lehnt eine derartige Anhebung des Spitzensteuersatzes aber ab.

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