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Die EZB und die Zinsen: Die Zinssätze erklärt


Die Geldpolitik der Zentralbank  

Wie die EZB mit den Zinsen den Kurs setzt

Von Sabrina Manthey

24.01.2018, 11:11 Uhr
Was ist Zinspolitik und wie beeinflusst sie unseren Geldalltag? T-online.de erklärt die wichtigsten Fakten zur Senkung und Anhebung des Leitzinses. (Screenshot: t-online.de)
Was die EZB-Zinspolitik für Sie bedeutet

Was ist Zinspolitik und wie beeinflusst sie unseren Geldalltag? T-online.de erklärt die wichtigsten Fakten zur Senkung und Anhebung des Leitzinses. (Quelle: t-online.de)

Zinspolitik: t-online.de erklärt, wie sie unseren Geldalltag beeinflusst. (Quelle: t-online.de)


Seit Jahren verharren die Zinsen im Euroraum nahe beziehungsweise auf dem Nullpunkt. Trotz anziehender Konjunktur ist eine Zinswende in naher Zukunft nicht zu erwarten. 

Wenn die Europäische Zentralbank (EZB) ihre geldpolitischen Sitzungen hält, sind alle Augen nach Frankfurt am Main gerichtet. Vor allem der Zinsentscheid, den EZB-Chef Mario Draghi regelmäßig verkündet, zeigt auch dem Anleger in Deutschland, wie es um seine Vermögensplanung in der Zukunft bestellt ist.

EZB-Geldpolitik und der Leitzins

Der EZB stehen verschiedene geldpolitische Instrumente zur Verfügung, mit denen sie indirekt auf die Geld- und Kapitalmärkte einwirkt. So kann sie einen expansiven Kurs fahren, also zum Beispiel Kredite verbilligen, oder einen restriktiven Kurs, indem die Geldaufnahme verteuert wird. Ein wesentlicher Aspekt der geldpolitischen Lenkung ist die Zinspolitik, die sich unter anderem auch auf Ihr Sparbuch und Ihre Geldanlage auswirkt. (Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Die EZB-Zinspolitik und die Anleger.)

Drei Zinssätze sind hierbei von Bedeutung. Sie bestimmen, zu welchen Bedingungen sich Geschäftsbanken bei den Noten- und Zentralbanken entweder Geld beschaffen oder dieses anlegen können. Die Rede ist von dem Hauptrefinanzierungszins, dem Einlagenzins und dem Spitzenrefinanzierungszins. Die Zinssätze haben eine Orientierungsfunktion für die Geldmärkte, also das Interbankengeschäft, und wirken indirekt steuernd auf die Kapitalmärkte, also die Preise für Anleihen, Aktienkurse aber auch Immobilienpreise sowie den Eurokurs.

Welche Zinssätze werden von der EZB festgelegt?

Der Hauptrefinanzierungssatz ist der wichtigste Zinssatz für den Euroraum. Auf ihn wird Bezug genommen, wenn man vom Leitzins spricht. Das etwas sperrige Wort ist leicht erklärt: Der Hauptrefinanzierungssatz bezeichnet den Zinssatz, zu dem sich Kreditinstitute bei der Zentralbank Geld beschaffen, sich also refinanzieren können. Dafür müssen die Geschäftsbanken notenbankfähige Sicherheiten hinterlegen. Das Ganze hat eine Laufzeit von jeweils einer Woche und gilt damit bei Notenbankgeschäften schon eher als längerfristige Maßnahme.

Grundlage der zinspolitischen Kursrichtung ist die wirtschaftliche Entwicklung im Euroraum. Ziel der EZB ist, die Konjunktur am Laufen zu halten und bei einem stabilen Preisniveau die Inflationsrate auf einem bestimmten Maß zu halten oder dorthin zu bringen. Um das zu erreichen, können Zinsen entweder angehoben oder auch gesenkt werden.

Erhöht die Zentralbank den Zinssatz, verteuert sich die Geldaufnahme für die Kreditinstitute. Senkt sie den Satz, stellt sie den Banken sozusagen billiges Geld zur Verfügung. Die Banken wiederum, geben diese Konditionen zumeist an ihre Kunden weiter. Da der Leitzins im Euroraum seit März 2016 bei Null verharrt, spricht man auch von der Null-Zins-Politik der EZB.

Der Spitzenrefinanzierungssatz dient ebenfalls der Liquiditätsbeschaffung. Er gibt an, zu welchen Konditionen sich Geschäftsbanken kurzfristig über Nacht Geld bei der Zentralbank beschaffen können. Der Zinssatz markiert die Obergrenze des Zinskorridors für die Liquiditätsbeschaffung der Banken. Mit den Übernachtkrediten können sich Kreditinstitute sehr schnell, zum Beispiel auch zur Erfüllung der gesetzlichen Mindestreserven, refinanzieren.

Die Einlagenfazilität bezeichnet indes den Zinssatz, zu dem Geschäftsbanken über Nacht überschüssiges Geld bei den Notenbanken parken können (Übernachtanlage). Die Einlagenfazilität markiert die Untergrenze des Zinskorridors. Und hier wird es ebenfalls für Sparer und Konsumenten interessant. 

Da sich viele Sparer im Zuge der Finanzkrise skeptischer gegenüber riskanten Geldanlagen zeigen und lieber auf das konservative Sparbuch setzen, steht den Geschäftsbanken viel überschüssige Liquidität zur Verfügung. Dieses Geld sollen die Banken dem Wunsch der EZB zufolge sowohl den Unternehmen als auch den Verbrauchern in Form von Krediten zur Verfügung stellen. Erklärtes Ziel ist, die Investitionstätigkeit der Wirtschaft anzuregen, Verbraucher zum Konsum anzuregen und mithin die Konjunktur anzukurbeln. Um der Kreditvergabe der Banken Nachdruck zu verleihen, drückte die EZB den Zinssatz für die Einlagenfazilität auf minus 0,40 Prozent. Das heißt, die Banken bekommen kein Geld für das Parken ihrer Überschüsse, sondern sie müssen der EZB gar einen Zins zahlen – den Negativzins. (Lesen Sie mehr: Was die Zinspolitik für Sie bedeutet.)

Während sich bereits manche Unternehmen und vermögende Anleger mit Negativzinsen anfreunden mussten, blieben Kleinsparer bislang von diesem Schritt verschont. Es scheint jedoch nur eine Frage der Zeit, bis die Banken diese Kosten flächendeckend weiterreichen. Nach einer Umfrage von Bundesbank und Finanzaufsicht BaFin will künftig jedes zwölfte Institut Negativzinsen auf Einlagen von Privatkunden erheben.

Quellen:
– eigene Recherchen

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