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An 250 Betrieben: IG Metall ruft zu ganztägigen Streiks auf

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An 250 Betrieben in Deutschland  

IG Metall ruft zu ganztägigen Streiks auf

27.01.2018, 13:32 Uhr | dpa, pdi, t-online.de

An 250 Betrieben: IG Metall ruft zu ganztägigen Streiks auf. Metallarbeiter ziehen in Hamburg während einer Demonstration durch den alten Elbtunnel. Mehrere tausend Metallarbeiter haben für die Forderungen ihrer Gewerkschaft in der laufenden Tarifrunde demonstriert.  (Quelle: dpa)

Metallarbeiter ziehen in Hamburg während einer Demonstration durch den alten Elbtunnel. Mehrere tausend Metallarbeiter haben für die Forderungen ihrer Gewerkschaft in der laufenden Tarifrunde demonstriert. (Quelle: dpa)

Die IG Metall ruft die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie erstmals zu 24-Stunden-Warnstreiks auf. Zuvor waren die Tarifverhandlungen vorerst gescheitert.

Die IG Metall ruft zu ganztägigen Streiks auf: Einen entsprechenden Beschluss habe der Vorstand der Gewerkschaft nach dem Abbruch der Verhandlungen gefasst, sagte der Erste Vorsitzende Jörg Hofmann in Stuttgart. Diese Warnstreiks könnten nach Abstimmungen der Beschäftigten von kommendem Mittwoch bis Freitag in bundesweit mehr als 250 Betrieben stattfinden. Zugleich sollen Urabstimmungen über Flächenstreiks vorbereitet werden, hieß es in einer Mitteilung.

Die Verhandlungen seien beendet, aber nicht endgültig gescheitert, erklärte IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger nach mehr als 15-stündigen Verhandlungen in Stuttgart. Die große Tarifkommission im Pilotbezirk Baden-Württemberg werde dem Gewerkschaftsvorstand nun vorschlagen, ab der kommenden Woche in Betrieben bundesweit über die 24 Stunden langen Arbeitsniederlegungen abstimmen zu lassen. Wenn sich die Beschäftigten mehrheitlich dafür aussprechen, soll es die Ausstände ab Mittwoch allein in 70 Betrieben im Südwesten geben.

Vorwürfe von Südwestmetall

Zitzelsberger gab den Arbeitgebern die Schuld für den Eklat. Der Tarifkonflikt in der deutschen Metall- und Elektroindustrie steht damit vor einer weiteren Eskalation. Die IG Metall habe zuletzt neue Vorschläge vorgelegt, die nicht mehr verhandelbar gewesen seien, sagte dagegen Südwestmetall-Chef Stefan Wolf und sprach von "maßlosen Forderungen".

Der Vorstand der Gewerkschaft wird nun voraussichtlich entscheiden, ob er erstmals bundesweite Tages-Warnstreiks in Gang setzt und in einzelnen Regionen direkt in die Urabstimmung über Flächenstreiks geht. Wolf sagte, er könne nur davor warnen, den Konflikt weiter eskalieren zu lassen. "Wir behalten uns natürlich rechtliche Schritte vor."

Forderung der Gewerkschaft 

Zum Auftakt der fünften Verhandlungsrunde im für die Branche bedeutenden Tarifbezirk Südwest am Freitagabend hatten sich beide Seiten noch prinzipiell offen dafür gezeigt, über eine Flexibilisierung der Arbeitszeitregeln zu sprechen - sowohl nach unten als auch nach oben. Letztlich blieben die Gespräche dann aber wieder an der Forderung der Gewerkschaft nach einem finanziellen Ausgleich für bestimmte Gruppen von Beschäftigten hängen.

Die IG Metall hatte verlangt, dass die bundesweit rund 3,9 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie ihre Arbeitszeit für die Dauer von bis zu zwei Jahren auf 28 Wochenstunden reduzieren können. Einige Gruppen wie Schichtarbeiter, pflegende Angehörige oder Eltern junger Kinder sollen dafür einen Teil-Ausgleich für entgangenen Lohn erhalten, was die Arbeitgeber ablehnen. Ein Alternativvorschlag, über den zwischenzeitlich diskutiert worden sein soll, brachte offensichtlich auch keine Lösung.

Wegweisend für ganz Deutschland

Die Gespräche waren am vergangenen Mittwoch schon einmal abgebrochen worden, nachdem es zwischenzeitlich schon fast nach einer Einigung ausgesehen hatte. Die Gewerkschaft hatte dann aber darauf verzichtet, die nächste Eskalationsstufe auszurufen, und sich noch einmal mit den Arbeitgebern an den Verhandlungstisch gesetzt.

Die Tarifverträge für die Metall- und Elektroindustrie werden für jeden der sieben Tarifbezirke einzeln ausgehandelt. Die Ergebnisse in Baden-Württemberg hätten aber wegweisend für ganz Deutschland werden sollen. Zu den Verhandlungen in Stuttgart waren alle wichtigen Funktionäre und Spitzenvertreter der beiden Verbände IG Metall und Gesamtmetall angereist.

Quellen:

- dpa, Reuters

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