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Gewerkschaften: Explosive Woche im Metall-Tarifkonflikt


"Kuschelkurs ist vorbei"  

Explosive Woche im Metall-Tarifkonflikt

29.01.2018, 09:43 Uhr | dpa

IG Metall droht mit Streiks (Screenshot: Reuters)
IG Metall droht mit Streiks

Am Freitag konnten sich Arbeitgeber und Gewerkschaft der Metall- und Elektroindustrie nicht auf eine neue Vereinbarung für die knapp 3,9 Millionen Beschäftigten einigen.

IG Metall droht mit StreiksL: Am Freitag konnten sich Arbeitgeber und Gewerkschaft der Metall- und Elektroindustrie nicht auf eine neue Vereinbarung für die knapp 3,9 Millionen Beschäftigten einigen. (Quelle: t-online.de)


Dem Tarifstreit in der Metall- und Elektroindustrie steht nach dem Abbruch der Gespräche eine hochexplosive Woche bevor. Die Gewerkschaft IG Metall will mit einem ganztägigen Streik am Mittwoch den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Diese wiederum drohen mit Klagen. Hintergrund ist die Forderung auf einen Lohnausgleich bei Reduzierung der Arbeitszeit.

Nach dem Abbruch der Gespräche im Südwesten am Wochenende will die IG Metall den Druck auf die Arbeitgeber mit ganztägigen Warnstreiks bundesweit kräftig erhöhen. Die 24-stündigen Arbeitsniederlegungen sollen am Mittwoch beginnen. Zuvor holt die Gewerkschaft in den Betrieben die Zustimmung der Beschäftigten für dieses erstmals angewandte Druckmittel ein.

Rund 250 Betriebe sollen betroffen sein, darunter der Lastwagenbauer MAN in München. Gewerkschaftschef Jörg Hofmann sprach von der "letzten Gelbphase vor der Rotphase eines Flächenstreiks." Die IG Metall in Bayern wurde noch etwas deutlicher: "Der Kuschelkurs ist vorbei."

Stichwort Streik: Das sind die Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern und Arbeitgebern.

Arbeitgeber fürchten Diskriminierung

Ein ganztägiger Produktionsstillstand dürfte viele Firmen in Zeiten voller Auftragsbücher, ausgelasteter Kapazitäten und enger Lieferfristen empfindlich treffen. Die Unternehmer warnten bereits, es könne international zu einem schweren Reputationsschaden kommen.

Doch die Arbeitgeber halten die Gewerkschaftsforderung nach einem Lohnausgleich für Beschäftigte, die vorübergehend ihre Arbeitszeit verkürzen dürfen sollen, für rechtlich angreifbar. Verwiesen wird auf Arbeitnehmer, die schon Teilzeit arbeiteten und keinen Ausgleich erhalten. Von Diskriminierung ist die Rede.

Deshalb sind Klagen der Arbeitgeber angekündigt, die am heutigen Montag bei den Gerichten eingehen sollen. Diese Klagen werden die Arbeitsniederlegungen kaum verhindern, die Arbeitgeber hatten betont, dass es ihnen vor allem um mögliche Schadenersatzansprüche gehe.

Es gab bereits erste Annäherungen

Sechs Prozent mehr Geld fordert die Gewerkschaft, was aber nie der Knackpunkt in den Verhandlungen war. Die Möglichkeit zur Reduzierung der Arbeitszeit auf 28 Wochenstunden sollen nach dem Willen der IG Metall alle Beschäftigten bekommen. Bestimmte Gruppen wie Schichtarbeiter, pflegende Angehörige oder Eltern junger Kinder sollten dafür einen Teilausgleich für entgangenen Lohn erhalten.

In der Frage der Reduzierung an sich hatten sich beide Parteien schon angenähert und im Gegenzug über eine Öffnung der Arbeitszeitregeln nach oben gesprochen. Den finanziellen Ausgleich jedoch wollten die Arbeitgeber nicht leisten.

Quelle:
- dpa

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