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Größtes Minus seit 2016: Der Dow Jones stürzt regelrecht ab


Größtes Minus seit 2016  

Der Dow Jones stürzt regelrecht ab

03.02.2018, 09:36 Uhr | as, dpa

Größtes Minus seit 2016: Der Dow Jones stürzt regelrecht ab. Bildschirm in der New York Stock Exchange: Dow Jones erlebt verlustreiche Woche. (Quelle: AP/dpa/Richard Drew)

Bildschirm in der New York Stock Exchange: Dow Jones erlebt verlustreiche Woche. (Quelle: Richard Drew/AP/dpa)

Hinter dem Dow Jones liegt eine schlechte Woche. Die Sorge vor steigenden Zinsen und Arbeitsmarktdaten haben noch mehr Öl ins Feuer gegossen.

Der Ausverkauf an der Wall Street hat sich gestern nach dem jüngsten Arbeitsmarktbericht zugespitzt. Angst vor weiter steigenden Zinsen trieb die Anleger in Scharen aus dem Markt, wie ein deutlicher Kursrutsch beim Dow Jones Industrial DOW JONES INDUSTRIAL AVERAGE INDEX Index um 2,54 Prozent auf 25.520,96 Punkte zeigte. Im Wochenverlauf weitete der Leitindex sein Minus damit auf mehr als vier Prozent aus. Er erlitt so den schärfsten prozentualen Wochenverlust seit zwei Jahren. Auf Tagesbasis war es das größte Minus seit Juni 2016.

Überhitzter US-Aktienmarkt

Steigende Zinserwartungen sorgten nach der Rekordjagd für eine Welle an Gewinnmitnahmen. Manfred Bucher von der BayernLB sprach am Vortag bereits von einem "überhitzten US-Aktienmarkt" und erhöhten Korrekturgefahren. Öl ins Feuer gossen nun die Arbeitsmarktdaten mit einer unerwartet starken Lohnentwicklung, die über die Inflationserwartungen den geldpolitischen Spielraum der US-Notenbank Fed erhöht - ein Szenario, bei dem Investoren angesichts steigender Anleiherenditen die Lust auf Aktien vergeht. Zehnjährige US-Anleihen rentieren so hoch wie seit vier Jahren nicht mehr.

Auch die weiteren Indizes standen am Freitag heftig unter Druck. Der breit gefasste S&P 500 fiel um 2,12 Prozent auf 2762,13 Punkte. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 sackte um 2,05 Prozent auf 6760,29 Punkte ab.

Amazon erreicht Rekordstand

Bei den Unternehmenszahlen wechselten sich weiterhin Licht und Schatten ab. Positives gab es von Amazon zu vermelden. Die Aktien des Internetkonzerns erreichten knapp unter 1500 Dollar einen neuen Rekordstand, bevor sie etwas zurückruderten. Zuletzt kletterten sie noch um knapp 3 Prozent. Nach einem starken Weihnachtsgeschäft und angesichts boomender Cloud-Dienste erhöhten Analysten reihenweise ihre Kursziele. Goldman Sachs sieht mit seinem neuen Ziel von 1825 Dollar noch deutliches Kurspotenzial.

Ansonsten hatten Anleger aber wenig Grund zur Freude. Im Dow, der letztlich keinen Gewinner aufzuweisen hatte, ging es für die Papiere von Apple nach Zahlen um fast 4,5 Prozent bergab. Der Jahresgewinn stieg 2017 zwar deutlich, der iPhone-Absatz ging aber im Jahresvergleich um eine Million Geräte zurück. Gemeinsam mit einer enttäuschenden Prognose für das laufende Vierteljahr untermauerte dies die zuletzt schon spürbaren Sorgen um das wohl wichtigste Produkt des Technologiekonzerns.

Noch trüber ging es aber bei den im Dow gelisteten Ölwerten zu. Die Aktien von Exxon Mobil fielen im New Yorker Kursbarometer um 5,1 Prozent, nachdem im vierten Quartal sowohl die Gesamtproduktion als auch der Gewinn je Aktie hinter den Erwartungen zurück blieb. Chevron übertrumpften dies nach Zahlen sogar noch mit einem Kursrutsch um 5,6 Prozent.

Visa-Aktie großer Verlierer

Ein großer Verlierer im Leitindex waren zudem die Visa-Aktien mit Abgaben von fast 4 Prozent. Hier kam es zu Gewinnmitnahmen, nachdem sie seit Anfang Dezember kräftig gestiegen waren und zuletzt einen Rekordstand erreichten. Die Ausgabefreude der Kunden hatte dem Kreditkartenanbieter zum Jahresende deutlich mehr Gewinn und Umsatz beschert.

An der Nasdaq sackten die Aktien von Alphabet um etwa 5 Prozent ab. Sorgen bereiten den Anlegern die steigenden Kosten des Google-Mutterkonzerns. Die Profitabilität des Internetkonzerns leide unter den Investitionen, schrieb Analyst Douglas Anmuth von JPMorgan.

Die Papiere von Sprint waren derweil noch eine große positive Ausnahme. Sie zogen am Ende um mehr als 5 Prozent an, nachdem der Telekomkonzern die Prognose für den Barmittelzufluss im vergangenen Jahr erhöhte. Die Kundenzahl von Oktober bis Dezember stieg außerdem so stark wie seit fast drei Jahren nicht mehr.

Auch Euro-Kurs sinkt

Der Kurs des Euro fiel infolge des Arbeitsmarktberichtes. In New York wurde die europäische Gemeinschaftswährung zuletzt mit 1,2461 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2492 (Donnerstag 1,2459) Dollar festgesetzt. Richtungsweisende zehnjährige US-Anleihen büßten 12/32 Punkte auf 95 Punkte ein. Ihre Rendite stieg auf 2,837 Prozent.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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