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Absturz-Hinterbliebene erheben Vorwürfe gegen Lufthansa


Nach Germanwings-Tragödie  

Hinterbliebene erheben Vorwürfe gegen Lufthansa

05.02.2018, 09:50 Uhr | dpa

Absturz-Hinterbliebene erheben Vorwürfe gegen Lufthansa. Trümmer der Germanwings-Maschine A320 liegen an der Absturzstelle in der Nähe von Le Vernet in den französischen Alpen: Die Angehörigen der Absturz-Oper werfen dem Mutter-Konzern Lufthansa vor, sie nicht entsprechend zu entschädigen. (Archivbild) (Quelle: dpa/Sebastien Nogier/EPA)

Trümmer der Germanwings-Maschine A320 liegen an der Absturzstelle in der Nähe von Le Vernet in den französischen Alpen: Die Angehörigen der Absturz-Oper werfen dem Mutter-Konzern Lufthansa vor, sie nicht entsprechend zu entschädigen. (Archivbild) (Quelle: Sebastien Nogier/EPA/dpa)

Fast drei Jahre nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine mit 150 Todesopfern haben Hinterbliebene erneut schwere Vorwürfe gegen die Germanwings-Mutter Lufthansa erhoben. Sie haben einen Brief an den Lufthansa-Chef geschrieben.

Eine "Strategie des Mürbemachens und der Drohungen" und zu wenig Entschädigungen – das werfen die Angehörigen der Germanwings-Opfer dem Lufthansa-Konzern in einem Brief vor, den sie an den Unternehmenschef Carsten Spohr richteten.

Ein Lufthansa-Sprecher bestätigte den Eingang des Briefs, wollte sich darüber hinaus aber nicht zu den Vorwürfen äußern. Die Lufthansa sei im Dialog mit den Hinterbliebenen, sagte er. Der Absturz der Germanwings-Maschine jährt sich am 24. März zum dritten Mal.

"Diese Haltung müssen wir als Erpressung empfinden"

Direkt nach dem Absturz habe Lufthansa schnelle und unbürokratische Hilfe zugesagt, heißt es in dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Leider müssen wir feststellen, dass Sie diese zentralen Zusagen bis heute nicht eingelöst haben." Lufthansa verlange "für einen geringen Geldbetrag" den Verzicht auf Klagen und weitere Ansprüche gegen die Airline. Sogar psychotherapeutische Hilfe knüpfe der Konzern neuerdings an eine solche Verzichtserklärung. "Diese Haltung müssen wir als Erpressung empfinden."

Ähnliche Vorwürfe hatte der Hinterbliebenen-Anwalt Elmar Giemulla bereits Ende 2017 erhoben. Er hat beim Essener Landgericht bereits im vergangenen Jahr Zivilklage für fast 200 Angehörige eingereicht. Lufthansa hatte damals in einer Stellungnahme erklärt, einige Anwälte nutzten die freiwilligen Leistungen der Lufthansa für Behandlungen als Argument, um juristisch gegen sie vorzugehen.

Auch um die finanziellen Entschädigungen gibt es Streit

Ein weiterer Kritikpunkt in dem jetzigen Brief der Angehörigen ist die Höhe der Entschädigungen – pauschal 25.000 Euro pro Opfer und jeweils 10.000 Euro für nahe Angehörige wegen der erlittenen Schmerzen. Diese Summen reichten vielfach nicht aus, um den Verdienstausfall abzudecken, schrieben die Hinterbliebenen.

Laut Lufthansa zahlte die Fluggesellschaft dagegen deutlich mehr. Neben den Pauschalzahlungen habe der Konzern als unbürokratische Vorschussleistung nach dem Absturz 50.000 Euro pro Todesopfer aufgebracht und optional Behandlungskosten übernommen. "Pro Opfer beliefen sich die Zahlungen auch in Deutschland in den meisten Fällen auf über 100.000 Euro", sagte der Lufthansa-Sprecher.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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