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DAX-Rusch: Jetzt in Gold, Anleihen, Immobilien investieren?

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Kursrutsch an den Börsen  

Was Anleger jetzt wissen müssen

06.02.2018, 16:42 Uhr | sm, rtr, dpa-AFX

DAX-Rusch: Jetzt in Gold, Anleihen, Immobilien investieren?. Börse Frankfurt: Nach panikartigen Verkäufen an den US-Börsen blickten Anleger und Analysten gespannt auf den deutschen Aktienmarkt. (Quelle: dpa/Boris Roessler)

Börse Frankfurt: Nach panikartigen Verkäufen an den US-Börsen blickten Anleger und Analysten gespannt auf den deutschen Aktienmarkt. (Quelle: Boris Roessler/dpa)

Warnungen gab es bereits zuhauf, doch über den Zeitpunkt waren sich die Analysten uneins. Die Rede ist vom Crash an den Börsen. Nach der fast panikartigen Flucht aus Aktien an den US-Börsen, schauten alle gebannt auf den deutschen Aktienmarkt.  Doch die Panik hat sich erst einmal vertagt. Was ist passiert? Wie sollen sich Anleger verhalten und was sieht es mit Alternativen zum Aktienmarkt aus?

Ausverkaufsstimmung an den Börsen

Nach dem heftigen Kursrutsch an den US-Börsen ging es vorerst auch an den deutschen Börsen auf Talfahrt. Vorbörslich sah es gar so aus, als würde die 12.000 Punkte-Marke beim deutschen Leitindex DAX durchbrochen. Doch kurz nach Börsenöffnung ist klar: Die psychologisch wichtige Marke hält. Während Analysten einen Kursrutsch von fünf Prozent für möglich hielten, startete der DAX mit 3,6 Prozent im Minus. Vergleichsweise harmlos zum Ausverkauf an den US Börsen, wo der US-Leitindex Dow Jones mit einem Minus von 4,6 Prozent bei 24.345,75 Punkten aus dem Handel ging.

"Viele Anleger sind in regelrechte Panik verfallen“, kommentiert Börsenexperte Thomas Altmann vom Investmenthaus QC Partners. "Das, was heute passiert, darf als Crash bezeichnet werden." Ganz so schwarz sieht es Daniel Saurenz vom Analysehaus Feingold Research nicht. Wir haben keinen "Black Monday" aber einen "dunkelgrauen Montag" erlebt.

Nach der ersten Panik war klar: Die deutschen Anleger behalten die Nerven. Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel sprach von "irrationalen Bewegungen". Die übergeordnete Aufwärtsbewegung des DAX seit 2009 sei weiterhin intakt. Also doch nur eine Korrektur und kein Vorbote eines weltweiten Börsencrashs?

Warum kam es zum Kurssturz?

Inflationsängste: Das Lohnwachstum in den USA fiel stärker als erwartet aus. Eine gute Nachricht für die US-Amerikaner. Eine schlechte Nachricht für die Inflation. So wird befürchtet, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen heraufsetzt, um Preissteigerung zu dämpfen. Doch das wiederum verteuert Geld und Kredite und hemmt das Wachstum. Höhere Zinskosten und steigende Löhnen senken die Gewinnentwicklung der Unternehmen.

Handel auf Autopilot: Ein Großteil der Finanzmärkte ist inzwischen durch Computer-Programme gesteuert und quasi auf Autopilot. Das heißt: Werden bestimmte Kursmarken durchbrochen, setzt ein automatisierter Verkaufsprozess ein, bei dem erneut wichtige Schwellen nach unten durchbrochen werden. Dies setzt eine Verkaufsspirale in Gang, die den Kursverfall verstärkt. Man spricht in diesem Fall auch von einen "Flash Crash". So konnte auch beim aktuellen Kursrutsch der computergesteuerte und eigenständige Verkauf von Aktien mit gleichzeitigen Kauf von Staatsanleihen beobachtet werden.

Wenige Unternehmen sorgen für viel Bewegung: Die verschiedenen Börsen geraten zunehmend in ein Ungleichgewicht. Ein Großteil der Gewinne zum Beispiel an der US-Technologiebörse NASDAQ verteilt sich auf Apple, Alphabet, Amazon, Facebook und Microsoft. Das sind 0,2 Prozent der im Index vertretenen Unternehmen und macht diesen anfälliger für Schwankungen, betont Wirtschaftsexperte Daniel Stelter.

Börsenwelt, Welt der Börsen: Die weltweiten Börsen stehen nicht für sich allein. Entwicklungen an den US-Börsen spiegeln sich auch an den deutschen, europäischen, asiatischen etc. Märkten wider – mal mehr, mal weniger. So konnte man auch heute einen starken vorbörslichen Abverkauf im DAX als Reaktion auf den Kursrutsch in den USA beobachten, der sich jedoch nach Börsenstart abmilderte.

Wie sollten sich Anleger jetzt verhalten?

Rücksetzer aussitzen: Wer auf sein Aktienvermögen nicht angewiesen ist, den kann die Korrektur verschmerzen.Anleger mit einem langen Anlagehorizont können Sie Rückschläge einfach aussitzen. Langfristig entwickeln sich Aktien in der Regel positiv, wie ein Blick auf das Rendite-Dreieck des Deutschen Aktien-Instituts zeigt. Für einen Anlagezeitraum von 20 Jahren lagen die jährlichen Renditen beim DAX in der Vergangenheit im Schnitt bei rund neun Prozent. Verluste mussten die Anleger über solche Zeiträume nicht fürchten.

Gewinne mitnehmen: Lange Zeit ging es an den Aktienmärkten fast nur nach oben. Aber die Kurse an den Börsen entwickeln sich nicht immer nur in eine Richtung. Die Börse lebt vom Auf und Ab. Wer bereits länger investiert ist, kann sich auch mit dem aktuellen Rücksetzer noch über Gewinne freuen und diese nun mitnehmen.

Einstieg timen: Vor der aktuellen Korrektur gab es viele Warnungen vor einem Crash. Aktionäre können nun die Gunst der Stunde nutzen und zu günstigeren Kursen einsteigen oder nachkaufen. Die Kunst dabei ist, den richtigen Kurs zu erwischen. Noch länger warten oder einsteigen? Das muss jeder für sich entscheiden.

Folgt nun die Umschichtung in "Sichere Häfen"?

Fallen die Aktenkurse, steigen Anlagen in so genannte "Sichere Häfen" wie Gold oder Anleihen. Und das hängt wiederum zusammen mit den Zinsen. Heißt: Notenbanken versuchen einer steigenden Preisentwicklung durch die Erhöhung der Zinsen Einhalt zu gebieten. Dies versetzt Aktienanleger in Alarmstimmung, die sich nach anderen Anlagemöglichkeiten umsehen. Die Jagd nach der Rendite verlagert sich. Die letzten Jahre hatten wir den gegenteiligen Trend beobachten können. Niedrige Zinsen der Notenbanken bereiteten den Boden für die Aktienrallye der letzten Jahre.

Gold: Der Goldpreis, beliebtes Mittel zur Absicherung gegen eine stärkere Inflation, konnte bislang nur moderat zulegen. Ein Hinweis, dass sich die Ängste um eine stärkere Inflation in Grenzen halten.

Anleihen: Nachdem starke Nachfragen die Kurse, zum Beispiel von zehnjährigen Bundesanleihen nach unten drückte, hat sich die Lage am deutschen Rentenmarkt wieder spürbar beruhigt.

Betongold: Die Preise an den Immobilienmärkten reagieren nicht unmittelbar auf Börsenbewegungen. Allerdings steigen die Preise für Bauland und Immobilien, wenn Anleger auf den Zinsmärkten keine Erträge erwarten. In Zeiten der anhaltenden Niedrigzinsphase fragen sich viele Anleger: Wohin mit dem Geld? Die Antwort: Aktien und Immobilien. Fallende Aktienkurse und steigende Anleihekurse könnten dann umgekehrt auch auf dem überhitzten Immobilienmarkt für Entspannung sorgen.

Doch kein Ende des Bullenmarktes?

Also alles doch nur eine kurze Panik, die sich wieder in Luft auflöst? Anleger, die erst seit wenigen Jahren an der Börse sind, haben einen Kursrutsch wie diesen noch nicht live erlebt. Das kann beunruhigen und zu panikartigen Reaktionen führen. Seit 2009 zeigte das Börsenbarometer nach oben. Allein im Jahr 2017 legte der DAX um 12,5 Prozent zu. Das kann verwöhnen und manchmal auch blind machen.

Crash-Propheten scharren schon lange mit den Füßen. Für sie dauert der Aufschwung an den Börsen bereits zu lange. Von Überbewertung der Unternehmen ist die Rede, getrieben von einer Sorglosigkeit der Anleger. Dies spiegelt sich auch in der Volatilität nieder – Indikator für die Nervosität an den Märkten. Diese ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen, betont Stelter. Zugleich nahmen die Wetten auf den weiteren Rückgang der Volatilität zu. Das so Stelter, beschwört Erinnerungen an die Krise der Kreditausfallversicherungen, die den Anfang der letzten Weltwirtschaftskrise markierte.

Ein weiteres Problem sei die künstliche Kurspflege von Aktienkursen durch die Unternehmen. Sie kaufen auf Pump eigene Aktien zur Steigerung der Eigenkapitalrendite, um den Kurs an den Börsen in die Höhe zu treiben. Laut Stelter kann mittlerweile fast jedes zehnte Unternehmen seine Zinszahlungen nicht mehr aus laufenden Gewinnen leisten – nicht zu sprechen von den Aktienkäufen auf Kredit von vielen Privatanlegern. Das lässt nichts Gutes erahnen.

Verwendete Quellen:
  • dpa-AFX
  • Reuters
  • eigene Recherchen
  • beyond the obious
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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