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Wirtschaft - Bund: Klarheit über Tegel-Altlasten erst nach Flugbetriebsende

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Wirtschaft  

Bund: Klarheit über Tegel-Altlasten erst nach Flugbetriebsende

13.02.2018, 06:01 Uhr | dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Trotz weitreichender Pläne für das Tegeler Flughafenareal ist nicht klar, wie stark der Boden mit Schadstoffen verseucht ist. Auch ist offen, ob noch Blindgänger im Untergrund schlummern. "Aussagen zur Bodenbelastung können erst getroffen werden, wenn das Gelände außer Betrieb genommen und für Untersuchungen frei zugänglich ist", antwortete Finanz-Staatssekretär Jens Spahn auf eine Anfrage der FDP im Bundestag.

Kampfmittel seien auf Teilflächen entfernt worden, damit Flugzeuge gefahrlos starten und landen können. Nach dem Papier lässt sich jetzt aber noch nicht sagen, ob die Flächen auch für Wohnungen geeignet sind.

Der Flughafen Tegel soll schließen, wenn der neue Hauptstadtflughafen in Schönefeld in Betrieb geht. Das ist für Oktober 2020 geplant. Auf dem rund 460 Hektar großen Areal sollen dann ein Forschungs- und Gewerbepark sowie Wohnungen entstehen.

Der FDP-Abgeordnete Christoph Meyer sagte zu Spahns Äußerungen: "Das zeigt, dass man auf Bundes- und auf Senatsseite nicht genau weiß, welche Kosten auf das Land noch zukommen. Das ist für uns alle komplett eine Blackbox." Die FDP macht sich seit Jahren dafür stark, Tegel nicht zu schließen. Jedem sei klar, dass nach Jahrzehnten des Flugbetriebs mit erheblichen Bodenbelastungen zu rechnen sei, sagte Meyer.

159 Hektar des Areals gehören Berlin, 302 Hektar dem Bund. Zu den möglichen Schadstoffen zählen das Flugbenzin Kerosin und Ammonium aus Enteisungsmitteln. Auch der Senat hat noch keine Gesamtüberblick.

Zwar habe die Flughafengesellschaft viele Einzel-Altlasten schon beseitigt. Historische Untersuchungen und Bodenproben wiesen jedoch auch auf großflächige, potenzielle Risiken hin, hieß es in einer Antwort der Stadtentwicklungsverwaltung auf eine FDP-Anfrage vom vergangenen Sommer. Beim geplanten Wohngebiet Schumacher-Quartier muss demnach voraussichtlich der Boden ausgetauscht werden.

Die Flughafengesellschaft hat nach eigenen Angaben etwa zwei Millionen Euro zurückgestellt, um Altlasten seit 1970 zu beseitigen - dem Baubeginn des Terminals. Kosten für Kontamination aus der Zeit davor müsste der Staat tragen. Das Gelände war nach dem Zweiten Weltkrieg an vielen Stellen mit zwei bis vier Metern Trümmerschutt aufgefüllt worden, zuvor hatte das Areal als Schießplatz, Luftschiffhafen, Raketen- und Truppenübungsplatz gedient.

In der amtlichen Information zum Volksentscheid über die Schließung Tegels im vergangenen Jahr spielten die Altlasten keine Rolle. Eine Mehrheit sprach sich in dem nicht bindenden Entscheid dafür aus, dass der Flughafen parallel zum BER in Betrieb bleibe.

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