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Sind die Turbulenzen an den Börsen überstanden?

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Schnell erklärt  

Sind die Turbulenzen an den Börsen überstanden?

15.02.2018, 08:50 Uhr | Stan Choe, Alex Veiga, AP

Sind die Turbulenzen an den Börsen überstanden?. Sorgenvolle Miene: Ein Händler an der Wall Street verfolgt Anfang Februar den Kurssturz an der New Yorker Börse. (Quelle: dpa/XinHua)

Sorgenvolle Miene: Ein Händler an der Wall Street verfolgt Anfang Februar den Kurssturz an der New Yorker Börse. (Quelle: XinHua/dpa)

Nach den Kurskapriolen scheint sich die Lage an der Wall Street zu beruhigen. Finanzexperten warnen dennoch vor zu viel Optimismus. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Zustand der Märkte.

In nur neun Tagen verlor der breit gefasste US-Index S&P 500 mehr als zehn Prozent. Zuletzt ging es zwar wieder leicht bergauf – am Dienstagabend lag der Kurs immerhin bloß noch 7,3 Prozent unter dem Rekordwert vom 26. Januar. Aber erfahrene Investoren sehen deswegen keinen Grund zur Entwarnung. Denn gerade in den "Erholungsphasen" der jüngeren Vergangenheit dauerte es oft Monate, bevor die Tendenz wieder eindeutig nach oben zeigte.

Wie gravierend war der Markteinbruch im historischen Vergleich?

Dass Kurse um zehn Prozent fallen, ist nicht unbedingt ungewöhnlich. Beunruhigend war allerdings das Tempo. Seit dem Zweiten Weltkrieg hat es nach Angaben von Analysten der Bank UBS nur 19 Fälle gegeben, in denen der S&P 500 in zehn oder weniger Tagen um mehr als zehn Prozent zurückging. Zu ähnlich schnellen Abstürzen kam es im August 2015 und im August 2011. Auslöser im ersten Fall waren Sorgen angesichts des gedämpften Wirtschaftswachstums in China. Im zweiten Fall war die Kreditwürdigkeit der USA gerade herabgestuft worden, während in Europa die Schuldenkrise auf ihren Höhepunkt zusteuerte.

Wie verlief die "Erholung" nach den damaligen Abstürzen?

Kurz zusammengefasst ließen sich die Folgephasen als "monatelanges Herumwursteln" beschreiben. Im August 2015 verlor der S&P 500 in sechs Tagen 11,1 Prozent. Anschließend ging es an zwei aufeinander folgenden Tagen jeweils mehr als 2,4 Prozent bergauf. Zunächst sah es also auch damals nach einer raschen Stabilisierung aus. Doch stattdessen folgte eine nervenaufreibende Achterbahnfahrt. Im November waren die Verluste ausgeglichen. Im Januar ging es aber erneut steil bergab. Erst nach 15 Monaten lag der Kurs fünf Prozent über dem Wert vor Beginn des Absturzes. Im August 2011 war der US-Index in nur drei Tagen um 11,2 Prozent gefallen. In dem Fall dauerte es knapp drei Monate, bis an den Börsen allmählich wieder Ruhe einkehrte.

Vor dem Crash in diesem Monat hieß es, der US-Aktienmarkt sei teuer. Ist er nun also günstig?

Nicht unbedingt. Experten nutzen eine Reihe von Kennzahlen, um einzuschätzen, ob Aktien insgesamt als teuer zu bewerten sind. Und viele dieser Kennzahlen liegen trotz der nun niedrigeren Kurse noch immer über dem langfristigen Mittel. "Im Jahr 2009 wusste ich, dass es nicht mehr viel tiefer gehen konnte", sagt David Brown vom Finanzforschungsunternehmen Sabrient Systems. "Aber an dem Punkt sind wir im Moment noch nicht."

Ist in der aktuellen Lage mit einer weiteren Kurskorrektur zu rechnen?

Im Grunde kann das natürlich niemand so genau sagen. Viele Experten geben sich aber zuversichtlich, dass der Aktienmarkt sich bald erholen und auf neue Höhen zusteuern wird – einen Crash wie bei der Weltwirtschaftskrise ab 2007 erwarten die meisten derzeit nicht. "Ich denke zwar, dass es irgendwann wieder einen großen Knall geben wird. Die Voraussetzung für einen dauerhaften Kursverfall ist in der Regel aber eine Rezession", sagt Brad McMillan von der Börsenmaklerfirma Commonwealth Financial Network. "Für die nächsten mindestens sechs Monate sieht es nicht so aus, als könnte es dazu kommen."

Hinzu kommt, dass die Gewinne der amerikanischen Unternehmen tendenziell steigen. Bisher haben gut zwei Drittel der im S&P 500 gelisteten Konzerne ihre Ergebnisse für das vierte Quartal des vergangenen Jahres vorgelegt. Nach Auswertung des Finanzdienstleisters S&P Global Market Intelligence ergibt sich daraus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt ein Wachstum von etwa 14 Prozent.

Welche Gefahren lauern in den nächsten Wochen für die Finanzmärkte?

Auslöser der jüngsten Turbulenzen war ganz wesentlich die Angst vor einer zunehmenden Inflation – und die Erwartung, dass die US-Notenbank Fed als Reaktion darauf den Leitzins weiter erhöhen könnte. Insofern war der am Mittwoch veröffentlichte Anstieg der US-Verbraucherpreise noch einmal ein eher schlechtes Zeichen. Fett markiert in den Kalendern der Börsenhändler dürfte der 28. Februar sein. Dann nämlich wird Fed-Chef Jerome Powell dem Repräsentantenhaus einen Bericht zur Geldmarktpolitik vorlegen. Mit Spannung erwartet wird auch eine Pressekonferenz von Powell nach der nächsten Sitzung der US-Notenbank am 21. März.

Sind alle optimistisch?

Nein. Einige Skeptiker sagen sogar, es wäre ihnen lieber gewesen, wenn die Börsenkurse ausreichend tief gefallen wären, um nun eindeutig als "günstig" eingestuft werden zu können. Und während zwar die meisten Experten von einer positiven Entwicklung der US-Wirtschaft im Laufe dieses Jahres ausgehen, warnen einige Investoren vor dem, was nach 2018 droht. "Die Risiken einer Rezession in den nächsten 18 bis 24 Monaten steigen", schrieb der Hedgefonds-Manager Ray Dalio Anfang der Woche in einem Beitrag im Online-Netzwerk LinkedIn.

Verwendete Quellen:
  • AP

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