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Debatte um Diesel-Fahrverbote: Der Diesel ist kein Klimaschützer


MEINUNGDebatte um Fahrverbote  

Der Diesel ist kein Klimaschützer

27.02.2018, 12:36 Uhr | Jens Hilgenberg

Debatte um Diesel-Fahrverbote: Der Diesel ist kein Klimaschützer. Der Diesel hat ein schlechtes Image: Zu Recht, meint Jens Hilgenberg vom BUND. (Quelle: dpa/Hendrik Schmidt)

Der Diesel hat ein schlechtes Image: Zu Recht, meint Jens Hilgenberg vom BUND. (Quelle: Hendrik Schmidt/dpa)

Für Jens Hilgenberg, Autoexperte beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), ist die Sache klar: Der Diesel muss schnellstmöglich aus den Städten verschwinden. Denn mit ihm ist das Klima nicht zu retten.

Wir veröffentlichen zur Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts über das Fahrverbot für Diesel-Autos zwei Gastbeiträge. Die Gegenmeinung von Thomas Koch, Institutsleiter des Instituts für Kolbenmaschinen, lesen Sie hier.

Hört man den Managern der großen Autokonzerne oder der Führungsriege des Branchenverbands VDA zu, so könnte man denken, den Abgasskandal rund um illegal manipulierte Diesel-Pkw hätte es nie gegeben. Dass die jetzt drohenden Fahrverbote ein Ergebnis jahrelanger Ignoranz der Stickoxid-Probleme durch die Bundesregierung und eines noch immer anhaltenden Fehlverhaltens der Hersteller sind, wird hingegen zu selten öffentlich thematisiert.

Industrie, Teile der Politik und vermeintlich unabhängige Wissenschaftler werden unterdes nicht müde, den Diesel als „notwendig für den Klimaschutz“ darzustellen. Doch der Diesel als „Klimaschützer“ ist nur ein Märchen, das ihn in ein besseres Licht rücken soll. Denn schließlich hat sich der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid im Pkw-Verkehr hierzulande zwischen 2008 und 2015 um mehr als fünf Millionen Tonnen jährlich erhöht und dies, obwohl gleichzeitig der Dieselanteil im Fahrzeugbestand stetig anstieg.

Ein Grund sind die durch die steuerliche Besserstellung des Dieselkraftstoffs höheren Jahresfahrleistungen der Diesel-Pkw. Ein weiterer Grund dafür, dass sich die Hoffnung auf weniger CO2  nicht bewahrheitet, liegt aber auch darin, dass die Autoindustrie auf immer größere, schwerere und leistungsstärkere Fahrzeuge setzt.

Industrie pocht auf Sonderrolle des Diesel

Dieser Trend, der vor allem bei Diesel-Pkw ungebrochen voranschreitet, sorgt dafür, dass die durchaus vorhandenen Effizienzvorteile keine ausreichende Minderung der CO2-Emissionen aus dem Autoverkehr mit sich brachten. Diese Tatsachen müssten die Bundespolitik eigentlich längst zum Umdenken bewegen, doch politische Entscheider setzten über viele Jahre auf den Diesel als Heilsbringer in Sachen Klimapolitik und stehen der deutschen Autoindustrie weiterhin treu zur Seite.

Regierungen anderer Staaten, die ebenfalls Automobile exportieren, setzen verstärkt auf alternative Antriebe wie Elektromotoren oder Benzin-Hybride. Langsam stellen sich auch die deutschen Hersteller darauf ein, pochen aber bei Dieselautos, die nach wie vor mit viel öffentlichem Geld subventioniert werden, auf eine Sonderrolle. Auffällig ist, dass vonseiten der Bundespolitik und der Hersteller immer wieder das Klimaschutzargument in die Diskussion um Belastungen durch Feinstaub und vor allem Stickoxide in Städten und Kommunen eingestreut wird.

Offensichtlich will man von den Problemen der Luftverschmutzung ablenken und vermischt dafür zwei Themen, die nicht viel miteinander zu tun haben. Denn selbst wenn ein größerer Anteil von Dieselautos zu einer Reduzierung der Treibhausgasemissionen des Pkw-Verkehrs führen würde, rechtfertigt dies noch lange nicht, dass viele Tausend Menschen die hohen innerstädtischen Belastungen durch Stickstoffdioxid mit Gesundheitsschäden oder gar mit ihrem vorzeitigen Ableben bezahlen müssen.

Jens Hilgenberg hofft auf ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge. Statt dreckige Verbrennungsmotoren zu subventionieren, sollte die Politik Elektroautos fördern.   (Quelle: BUND)Jens Hilgenberg hofft auf ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge. Statt dreckige Verbrennungsmotoren zu subventionieren, sollte die Politik Elektroautos fördern. (Quelle: BUND)

Auch beste Technik macht aus Diesel keinen Klimaschützer

Gegenwärtig scheint die Bundesregierung das Problem auszusitzen oder zumindest verschieben zu wollen. Seit Bekanntwerden des Abgasskandals ist außer Ankündigungen und Beteuerungen nicht viel zur Senkung der hohen Stickoxidwerte passiert. Leidtragende sind die durch Autoabgase gefährdeten Bewohner von Städten und Kommunen, Dieselkunden, die inzwischen mit Fahrverboten rechnen müssen, und das Klima.

Der Diesel war nie ein Klimaschützer, und selbst mit noch so optimierter Abgastechnik kann er auch nie zum Klimaschützer werden. Wer das Klima und die Gesundheit wirklich schützen will, muss Alternativen zum Auto mit Verbrennungsmotor fördern, vor allem im Bereich des öffentlichen Personenverkehrs. Noch bleibt der Automobilindustrie eine Galgenfrist, sich auf die neuen Erfordernisse einzustellen, aber mit jedem Tag ihrer Dieselfixierung wird die Zeit knapper.

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