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Volkswagen-Konzern trotzt Dieselkrise mit guten Zahlen

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Trotz guter Zahlen  

Volkswagen-Konzern kann an der Börse nicht punkten

23.02.2018, 18:45 Uhr | rtr

Volkswagen-Konzern trotzt Dieselkrise mit guten Zahlen. VW-Wagen im Autohau (Quelle: dpa/Julian Stratenschulte)

VW-Wagen im Autohaus: Trotz der guten Zahlen des Autobauers sind Analysten für das laufende Jahr skeptisch. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa)

Trotz aller Belastungen aus der Dieselkrise hat der Volkswagen -Konzern weiter einen Lauf im Tagesgeschäft. Heute hat der Autobauer einen ersten Einblick in seine Bilanz für 2017 gegeben.

Dieselgate, Affentests, Razzien – trotz seiner Skandalserie hat Volkswagen 2017 so viel verdient wie noch nie. An der Börse schlug jedoch der aus Sicht von Analysten schwache Ausblick auf die Stimmung. Für das laufende Jahr stellte das Management um Konzernchef Matthias Müller eine operative Rendite vor Sondereinflüssen zwischen 6,5 und 7,5 Prozent in Aussicht, nach 7,4 Prozent im abgelaufenen Jahr.

"Der Margenausblick enttäuscht"

"VW sagt dem Markt im Prinzip, dass sie in diesem Jahr weniger profitabel sein werden", sagte Arndt Ellinghorst vom Investmentberater Evercore ISI. Selbst, wenn man berücksichtige, dass die Wolfsburger zu Jahresanfang immer sehr vorsichtig seien, ist die Prognose dies "wenig ambitioniert".

"Der Margenausblick enttäuscht", sagte ein auch Händler. Am Markt sei für 2018 eine Spanne von 7,5 bis acht Prozent erwartet worden, betonte der Börsianer. Unter dem Strich habe der Autobauer allerdings etwas besser abgeschnitten als gedacht. 2017 stieg der Reingewinn auf 11,4 Milliarden von 5,1 Milliarden Euro im Jahr davor.

Anhaltend hohe Kosten für Folgen der Abgastricksereien

Das operative Ergebnis verdoppelte sich beinahe auf 13,8 Milliarden Euro, weil die Wolfsburger mehr Autos verkauften als jeder andere Hersteller auf der Welt und zugleich bei der Sanierung ihrer Kernmarke VW vorankommen. Einziger Wermutstropfen: Anhaltend hohe Kosten für die Folgen der Abgastricksereien.

Insgesamt sieht Vorstandschef Müller Volkswagen gut gerüstet für den teuren Umbau zu einem führenden Anbieter von Elektroautos und Mobilitätsdiensten. Die Zahlen seien eine starke Basis, erklärte er.

Die Aktie gab zunächst deutlich nach, grenzte ihre Verluste später aber ein. Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler zeigte sich überrascht, dass sich die Aktie gut halte. Man solle den Ausblick aber auch nicht auf die Goldwaage legen. "Ich glaube, es ist realistisch, von einem Gewinnanstieg auszugehen."

Diesel-Nachrüstungen und Fahrzeug-Rückkäufe deutlich höher

Analyst Frank Schwope von der NordLB sagte, die Sonderbelastungen für Diesel-Nachrüstungen und Fahrzeug-Rückkäufe seien mit 3,2 Milliarden Euro deutlich höher als erwartet. Das sei jedoch nicht dramatisch. "Da wird in den nächsten Jahren noch einiges kommen, falls es tatsächlich Diesel-Fahrverbote geben sollte und Schadenersatzklagen Erfolg haben – selbst das sollte der Konzern aber locker wegstecken."

Von dem guten Jahresergebnis profitieren auch die Aktionäre: Die Stammaktionäre, darunter als größte die Familien Porsche und Piëch, das Land Niedersachsen und das Emirat Katar, sollen eine Dividende von 3,90 Euro je Aktie erhalten. An die Vorzugsaktionäre sollen 3,96 Euro je Anteilschein fließen. Für 2016 waren es jeweils 1,90 Euro weniger.

Affentests sind Thema im Aufsichtsrat

Der VW-Aufsichtsrat, der in Wolfsburg tagte, befasste sich aber nicht nur mit der gold-geränderten Bilanz. Auf der Tagesordnung standen erneut auch die fragwürdigen Affentests, die den Konzern seit einigen Wochen in Atem halten. Müller sollte dem Gremium über den Stand der internen Untersuchungen berichten. Als weitere Konsequenz aus den Tierversuchen sollen Forschungsprojekte auf den Prüfstand gestellt werden.

Zusätzlich zu den bestehenden Compliance-Regeln soll außerdem ein Verhaltenskatalog für Mitarbeiter eingeführt werden, damit sich solche Fälle nicht wiederholen. Der von Volkswagen, Daimler, BMW und Bosch ins Leben gerufene Lobbyverein EUGT hatte 2014 in den USA Affen Dieselabgase einatmen lassen, um die Gesundheitsfolgen zu verharmlosen. 2017 wurde der Forschungsverein aufgelöst. Bosch hatte sich bereits 2013 zurückgezogen.

Die erneuten Durchsuchungen bei der Tochter Audi dürften ebenfalls Thema im VW-Aufsichtsrat gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft München hatte am Donnerstag Privatwohnungen und einen Arbeitsplatz von drei weiteren Beschuldigten durchsucht, darunter zwei ehemalige Audi-Vorstände.

Das Geschäft brummt

Das Tagesgeschäft läuft rund. Abermals konnte Volkswagen den Titel als weltgrößter Autobauer verteidigen, wie bereits seit Januar bekannt ist. Im vergangenen Jahr brachte der Konzern rund um den Globus 10,7 Millionen Fahrzeuge zu den Kunden, 4,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor und soviel wie nie. Der Konzernumsatz kletterte um sechs Prozent auf 230,7 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr stellte Müller moderat steigende Auslieferungen in Aussicht. Der Umsatz soll um bis zu fünf Prozent steigen.

Verwendete Quellen:
  • Reuters

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