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Geschlossene Fonds – Rendite und Risiko


Alternative Geldanlage  

Geschlossene Fonds – Rendite und Risiko

02.03.2018, 12:08 Uhr | sm, dpa

Geschlossene Fonds – Rendite und Risiko. Futuristische Skyline: Geschlossene Fonds bieten Anlegern die Möglichkeit, auch mit kleinem Geld in Immobilien zu investieren. (Quelle: Getty Images/anyaberkut)

Futuristische Skyline: Geschlossene Fonds bieten Anlegern die Möglichkeit, auch mit kleinem Geld in Immobilien zu investieren. (Quelle: anyaberkut/Getty Images)

Mein Flugzeug, mein Schiff, mein Haus ... Das ist mit geschlossenen Fonds durchaus auch für kleinere Geldbeutel drin. Das hat aber auch seine Risiken. Investoren sollten bei den Investments in geschlossene Fonds genau hinschauen.

Wohin mit dem Geld? Gerade in Zeiten der Niedrigzinspolitik stellen sich viele Anleger diese Frage. Auf dem Sparbuch oder beim Tagesgeld werfen Geldanlagen kaum Ertrag ab. Auf der Suche nach Rendite versprechenden Produkten schauen sich so manche nach riskanteren Anlagestrategien um. Eine Möglichkeit: Geschlossene Fonds.

Billionen stecken in Publikumsfonds

Geld zum Anlegen ist in Deutschland durchaus vorhanden: Das Vermögen der privaten Haushalte ist in der Zeit vom zweiten bis zum dritten Quartal 2017 um 1,2 Prozent gestiegen – laut Deutscher Bundesbank auf den Rekordwert von 5,779 Billionen Euro.

Einen großen Teil davon verwaltet die deutsche Fondsbranche. Immerhin über eine Billion Euro steckte Ende November 2017 in offenen Publikumsfonds, also zum Beispiel Aktienfonds, Rentenfonds oder Mischfonds, erklärt der Fondsverband BVI. Und fast sechs Milliarden liegen in geschlossenen Publikumsfonds und Spezialfonds.

Investitionsobjekte: Mit geschlossenen Fonds beteiligen sich Anleger zum Beispiel an Flugzeugen, Schiffen, Containern – dem Gesamtportfolio der Transportlogistik. (Quelle: Getty Images/gopixa)Investitionsobjekte: Mit geschlossenen Fonds beteiligen sich Anleger zum Beispiel an Flugzeugen, Schiffen, Containern – dem Gesamtportfolio der Transportlogistik. (Quelle: gopixa/Getty Images)

Was sind geschlossene Fonds?

Geschlossene Fonds investieren in der Regel in mobile oder immobile Sachwerte wie beispielsweise Immobilien, Flugzeuge sowie Immobilien, Wind- und Sonnenkraftanlagen oder in Unternehmen in Form von Private-Equity-Beteiligungen.

Die Fondsgesellschaft – zumeist eine Kommanditgesellschaft (KG) – gibt für eine begrenzte Zeit und eine begrenzten Kapitalsumme Fondsanteile aus. Ist die Investitionssumme erreicht, wird der Fonds geschlossen. Im Gegensatz zu offenen Fonds werden von der Fondsgesellschaft keine weiteren Anteile ausgegeben. Die Gelder der Anleger werden als Eigenkapital, die Gelder von Banken – zumeist im Rahmen der Vorfinanzierung des Investitionsgegenstandes – als Fremdkapital bezeichnet. Das Eigenkapital der Anleger ist nachrangig gegenüber dem Fremdkapital.

Mit der Zeichnung von Anteilen werden die Investoren zu Mitgesellschaftern der Fondsgesellschaft (auch Kommanditisten genannt). Ihr Kapital bleibt über die vereinbarte Laufzeit in dem Fonds gebunden. Zum Schluss wird der Fonds abgewickelt und die Investitionsobjekte veräußert. Neben der jährlichen Rendite über die Laufzeit des Fonds erhalten die Anleger im Zuge der Ausschüttung des Verkaufserlöses den aktuellen Gegenwert ihrer Anteile.

Mangelnde Flexibilität: Ein vorzeitiger Ausstieg aus einem geschlossenen Fonds ist nicht vorgesehen. Die Laufzeit beträgt in der Regel mehrere Jahre. Das müssen Anleger in ihre Finanzplanung einkalkulieren. Eine Ausnahme bietet der Zweitmarkt für geschlossene Fonds – eine Börse für den Kauf und Verkauf von Anteilen an geschlossenen Fonds. Anleger sollten aber auch hier die Zweitmarkt-Handelsplattformen vergleichen und die Angebote genau prüfen.

Geschlossene Fonds – die Risiken

Geschlossene Fonds richten sich aufgrund der hohen Investitionssummen in der Regel an institutionelle Anleger. Oft werden parallel aber auch Tranchen für Kleinanleger aufgelegt, bei denen die Mindestinvestitionssumme niedriger angesetzt ist – zumeist ein fünfstelliger Betrag.

Kleinanleger, die sich mit ihrem Vermögen an geschlossenen Fonds beteiligen, sollten über die angegebene Laufzeit nicht auf das investierte Kapital angewiesen sein. Zugleich werden Anleger mit der Zeichnung der Investitionssumme zu Unternehmern. Dessen sollten sie sich bewusst sein, betont Markus Feck von der Verbraucherzentrale NRW. Geht etwas schief, haben sie häufig das Nachsehen. Im Pleitefall werden oft erst die Ansprüche der anderen Gläubiger bedient, bevor die unternehmerischen Anleger an die Reihe kommen. Denn: Das Kapital der Anleger ist nachrangig gegenüber dem Fremdkapital zum Beispiel von Banken. Auch Mitspracherechte haben Anleger bei geschäftlichen Schwierigkeiten des Fonds nicht unbedingt.

Geschlossene Fonds: Bei einem geschlossenen Fonds handelt es sich um eine unternehmerische Beteiligung. Entgegen dem Sparbuch oder der Tagesgeldanlage ist diese Form der Geldanlage nicht durch den Einlagensicherungsfonds abgesichert. Anleger müssen das Risiko eines Totalverlustes einkalkulieren – zum Beispiel, wenn der Fonds in die Insolvenz geht. Nachschusspflichten gibt es für geschlossene Fonds, die nach dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) ab Mitte 2013 emittiert wurden, nicht mehr. Eine Nachschusspflicht verpflichtet Anleger, in Schieflage geratene Fonds mit zusätzlichem Geld zu stützen.

Ja oder nein: Ob die Daumen bei einer Gesellschafterversammlung nach oben oder nach unten zeigen, hat bei Entscheidungen über wirtschaftliche Schieflagen eines Fonds nicht unbedingt den Ausschlag. (Quelle: Getty Images/kieferpix)Ja oder nein: Ob die Daumen bei einer Gesellschafterversammlung nach oben oder nach unten zeigen, hat bei Entscheidungen über wirtschaftliche Schieflagen eines Fonds nicht unbedingt den Ausschlag. (Quelle: kieferpix/Getty Images)

Geschlossene Fonds und Mitspracherechte

Auch bei den Mitspracherechten müssen Anleger geschlossener Fonds umdenken. Das zeigt ein Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 23. November 2017 (Az.: I-6 U 225/16). In dem Fall ging es um einen geschlossenen Fonds, der ein Hotel besaß. Im Laufe der Zeit häufte der Fonds Schulden in Höhe von gut 13 Millionen Euro an. Das anfangs aufgenommene Bankdarlehen wurde nicht verlängert. Umfinanzierungsversuche waren nicht erfolgreich und die finanzierende Bank stellte die Immobilie unter Zwangsvollstreckung.

Um eine Insolvenz abzuwenden, wollte die Fondsgesellschaft das Hotel für den Schuldenbetrag an einen Investor verkaufen. Weitere Kaufangebote lagen nicht vor.

Dem Verkauf hätten nach Ansicht des klagenden Anlegers 75 Prozent der Anleger zustimmen müssen, es waren aber nur 48 Prozent. Die Fondsgesellschaft verkaufte das Hotel dennoch. Die Klage des Anlegers blieb erfolglos.

Nach Ansicht des Gerichts war es rechtens, die Nein-Stimmen der Eigner zu Ja-Stimmen umzuwidmen. Denn aufgrund der wirtschaftlichen Schieflage gab es keine Alternative zum Verkauf. Laut Meinung des Senats sei der Kläger aufgrund seiner gesellschaftsrechtlichen Treuepflicht verpflichtet gewesen, dem Verkauf zuzustimmen.

Geschlossene Fonds – Worauf beim Kauf zu achten ist

Anleger sollten ihren Finanzberatern nicht blind vertrauen, wenn diese ihnen geschlossene Fonds anbieten, empfiehlt Verbraucherschützer Feck. "Die wichtigste Frage, die Sie beantworten müssen: Verstehen Sie das Investment?", erklärt der Jurist. Misstrauisch sollten auch hohe Renditen machen. Denn das sei oft ein Ausdruck von großem Risiko. Ein Blick sollten Anleger ebenso auf die Weichkosten legen – den Beträgen für die Provision, den Vertrieb und die Verwaltung. Diese sollten nicht über 15 Prozent liegen.

Für wen eignen sich geschlossene Fonds: Anleger in einen geschlossenen Fonds sollten über einen langfristigen Anlagehorizont verfügen. Laufzeiten von zehn bis zu dreißig Jahren sind keine Seltenheit. Auch sollten Anleger über das nötige Kleingeld verfügen. Die Mindestinvestitionssumme umfasst nicht selten einen fünfstelligen Betrag, der während der Laufzeit der Beteiligung gebunden ist. Geschlossene Fonds sind als unternehmerische Beteiligung mit Risiken behaftet – bis zum Totalverlust. Aus diesem Grund sollte diese Art der Geldanlage auch nur einen kleinen Teil des Gesamtportfolios an Investments ausmachen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Scope
  • BVI
  • dpa
  • weitere Quellen
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