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Milliarden-Deal: Finanzinvestoren übernehmen HSH Nordbank


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Finanzinvestoren übernehmen HSH Nordbank

28.02.2018, 14:51 Uhr | dpa-AFX, dpa, sm

Milliarden-Deal: Finanzinvestoren übernehmen HSH Nordbank. HSH Nordbank: Der Verkauf der ehemaligen Landesbank Schleswig-Holsteins und Hamburgs ist besiegelt. (Quelle: dpa)

HSH Nordbank: Der Verkauf der ehemaligen Landesbank Schleswig-Holsteins und Hamburgs ist besiegelt. (Quelle: dpa)

Eine Gruppe mehrerer Finanzinvestoren um die New Yorker Investmentgesellschaft Cerberus übernimmt die HSH Nordbank. Die Käufer zahlen rund eine Milliarde Euro.

Die New Yorker Investmentgesellschaft Cerberus und der US-Investor J. Christopher Flowers übernehmen die meisten Anteile und halten künftig rund 80 Prozent des Instituts, wie die Kieler Landesregierung und der Hamburger Senat am Mittwoch mitteilen. Kleinere Anteile gehen an die US-amerikanische Gesellschaft GoldenTree und an Centaurus Capital aus London sowie an die österreichische Bawag, die Cerberus zuzurechnen ist.

Länder verzichten auf Minderheitsbeteiligung

Die Länder verzichten auf die Möglichkeit, vorübergehend an einer Minderheitsbeteiligung festzuhalten. Sie verkaufen 94,9 Prozent der Anteile. Die restlichen 5,1 Prozent lagen schon zuvor bei Flowers. Der Kaufpreis beträgt rund eine Milliarde Euro. Er könnte sich allerdings noch reduzieren, falls die Bank die Verlustgarantie der Länder von zehn Milliarden Euro nicht voll in Anspruch nimmt. Diese Garantie soll vorzeitig beendet und an die Käufer ausgezahlt werden. Dafür erhalten die Länder einen Ausgleichsbetrag von 100 Millionen Euro.

HSH-Verkauf unter Vorbehalt

Einem entsprechenden Kaufvertrag stimmten Senat und Landesregierung am Mittwoch, den 28. Februar 2018, zu. Er steht noch unter verschiedenen Vorbehalten. So müssen der Kieler Landtag und die Hamburger Bürgerschaft zustimmen – ebenso wie die EU-Kommission, die Finanzaufsicht BaFin und die Europäische Zentralbank (EZB). Die diversen Prüfungen und Verfahren werden Monate in Anspruch nehmen, so dass eventuell erst im Herbst mit dem formellen Abschluss der Transaktion zu rechnen ist.

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sprach von einem "wichtigen Etappenziel" beim Verkauf der HSH Nordbank. Notwendig geworden war dieser durch eine Auflage der EU-Kommission, nachdem die Länder die Bank im Zuge der Finanzkrise zwei Mal mit staatlichen Mitteln vor der Insolvenz gerettet hatten. Für die Länder endet damit ein Finanzdesaster, dass sich über rund zehn Jahre seit dem Beginn der globalen Finanzkrise hinzog und von zahlreichen politischen und wirtschaftlichen Fehleinschätzungen sowie Irrtümern geprägt war.

Mit Milliarden aus dem Strudel der Finanzkrise gerettet

Die Verluste für die beiden Länderhaushalte zusammen bewegen sich mindestens im zweistelligen Milliardenbereich. Sie werden je nach Quelle zumeist auf 13 bis 14 Milliarden Euro geschätzt. Die Sonderbelastung durch die HSH Nordbank führt bei den beiden Ländern zu steigender Verschuldung, während die Schulden aller anderen Bundesländer gegenwärtig sinken. Nach dem Verkauf ist zudem mit dem Verlust von mehreren hundert der rund 2.000 Arbeitsplätze zu rechnen.

Cerberus – benannt nach einem Höllenhund

Cerberus Capital Management ist ein New Yorker Investmentfonds, der 1992 von Stephen Feinberg mitgegründet wurde. Rund 150 Anlage-Experten verwalten ein Vermögen von mehr als 30 Milliarden Dollar (rund 24,5 Mrd. Euro), das ihnen von Großanlegern zur Verfügung gestellt wurde. Cerberus beteiligt sich weltweit an Unternehmen und ist auch im Immobiliengeschäft aktiv. In Deutschland ist Cerberus unter anderem an der Deutschen Bank DEUTSCHE BANK AG NA O.N. Aktie und an der Commerzbank COMMERZBANK AG Aktie beteiligt sowie – über die Bawag-Beteiligung – Stuttgarter Südwestbank und Deutscher Ring Bausparkasse.

Der 57-jährige Cerberus-Chef Feinberg gilt als harter Sanierer und sehr verschwiegen. Der Milliardär unterstützt die Republikaner und gehört einem Beratungsgremium von US-Präsident Donald Trump an. Sein Unternehmen ist benannt nach dem dreiköpfigen Höllenhund Kerberos oder Zerberus, der in der griechischen Mythologie den Eingang zur Unterwelt bewacht.

Feinberg soll der Gedanke gefallen haben, dass einer der drei Köpfe immer wach ist – so wie sein Fonds immer wach sein soll für gute Investments. Bei der HSH Nordbank mit im Boot ist auch der US-Investor J. Christopher Flowers, der bereits seit mehr als zehn Jahren an dem Institut beteiligt ist.

Verwendete Quellen:
  • dpa-AFX
  • dpa

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