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Weltwährung: Trumps Steuerpolitik bringt den Dollar in Gefahr


Status als Weltwährung  

Trumps Steuerpolitik bringt den Dollar in Gefahr

29.03.2018, 16:32 Uhr | Tobias Schmidt, dpa-AFX

Weltwährung: Trumps Steuerpolitik bringt den Dollar in Gefahr. Dollar-Banknoten: Immer mehr Schwellenländer lösen die Kopplung ihrer Währungen an den Dollar. (Quelle: Reuters/Jose Luis Gonzalez)

Dollar-Banknoten: Immer mehr Schwellenländer lösen die Kopplung ihrer Währungen an den Dollar. (Quelle: Jose Luis Gonzalez/Reuters)

Am Devisenmarkt ist der Dollar die unumstrittene Nr. 1. Doch weil die USA immer mehr Schulden im Ausland anhäufen und zugleich ihre wirtschaftliche Bedeutung schwindet, gerät der Status in Gefahr. Trumps Politik droht den Trend noch zu verschärfen.

Seit dem Zweiten Weltkrieg ist der US-Dollar die unangefochtene Weltleitwährung. Obwohl die wirtschaftliche Supermacht der USA bröckelt, hat sich daran bis heute kaum etwas geändert. Doch auch der Euro hat großes Gewicht und viele Schwellenländer lösen sich vom Dollar. Jetzt hat China eine neue Attacke auf den "Greenback" gewagt. Ein Ende der Dollar-Dominanz dürfte noch Zukunftsmusik sein – doch sie ist ein wenig wahrscheinlicher geworden.

Es ist ein alter Traum. Schon vor 25 Jahren hatte China erfolglos versucht, die Vorherrschaft des Dollar am Ölmarkt zu brechen. Seit dieser Woche wird nun "schwarzes Gold" in der Landeswährung Yuan (Renminbi) gehandelt. Schon am ersten Tag wechselte ein Volumen von 20 Millionen Barrel den Besitzer. Sollte es so weiter gehen, "würde auch die Rolle des Yuan im Rohstoffhandel weiter an Bedeutung gewinnen und der Dollar im Umkehrschluss an Bedeutung verlieren", sagt Carsten Fritsch, Experte bei der Commerzbank. Bereits zur Wochenmitte zeigten starke Kursschwankungen aber auch, dass der Start kein Selbstläufer ist.

Der Druck auf China wächst, bei der Preisbildung am Ölmarkt mit zu spielen. Im vergangenen Jahr hatte das Reich der Mitte die USA als weltweit größter Öl-Importeur überholt. Fachleuten zufolge geht es Peking aber vor allem darum, die Bedeutung des Yuan zu steigern. Daran arbeitet China schon lange; und konnte zuletzt auch Erfolge vorweisen.

Ende 2016 wurde der Yuan in den erlesenen Währungskorb des Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgenommen und inzwischen hat etwa die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Devisenreserven mit Yuan ergänzt. Auch die Bundesbank testet diesen Schritt. Dennoch bleibt die Währung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt mit einem Anteil von nur rund einem Prozent an den globalen Devisenreserven ein Zwerg, vor allem, weil Peking seine Märkte nach wie vor gegenüber dem Ausland abschottet.

Handel mit China immer wichtiger

Die Dominanz des Dollar dagegen ist ungebrochen, obwohl die wirtschaftliche Übermacht der USA schwindet. Seit den 1960er Jahren hat sich der Anteil der US-Ökonomie an der Weltwirtschaft auf 20 Prozent halbiert. Etwa für die Europäische Union sind die USA zwar noch immer der größte Handelspartner. Der Vorsprung gegenüber China war 2017 aber nur noch knapp – und US-Präsident Donald Trump setzt in der Handelspolitik auf Abschottung.

Es mag paradox klingen: Aber die Dollar-Dominanz kann den USA gefährlich werden. Denn sie erlaubt es dem Land, seit Jahrzehnten mehr zu importieren als zu exportieren. Trump machte dafür in der Vergangenheit den starken Dollar mitverantwortlich, betonte aber zuletzt, er sei an einer starken Währung interessiert. Der Konsum auf Pump lässt die Verschuldung im Ausland immer weiter steigen. Allein chinesische Gläubiger halten inzwischen US-Papiere im Wert von über einer Billion Dollar.

Und Trump tut alles andere als das zu ändern. Wegen seiner Steuerreform dürften die Staatseinnahmen deutlich sinken, gleichzeitig steigen die Ausgaben. Wie heikel die Lage bereits ist, zeigte sich im Januar, als bloße Gerüchte, China könnte die Käufe von US-Staatsanleihen stoppen, die US-Zinsen ruckartig steigen ließen und den Dollar schwächten. Die chinesische Ratingagentur Dagong stufte wenig später die Kreditwürdigkeit der USA herab. Die Schulden seien auf Dauer nicht mehr tragbar, hieß es. Die USA hätten eine "scheinbare Zahlungsfähigkeit" geschaffen, indem sie die Kontrolle über die globale Leitwährung missbrauchten.

Dollar für viele Länder nicht mehr Richtgröße

Unterdessen trennen sich viele Schwellenländer von der Kopplung ihrer Währungen an den Dollar. Denn seitdem die US-Notenbank Fed ihren Leitzins Stück für Stück anhebt und dadurch den Dollar stärkt, mussten viele von ihnen immer mehr Dollarreserven verkaufen, um den Wechselkurs zu verteidigen. Inzwischen haben etwa Argentinien, Aserbaidschan, Nigeria und Angola aufgegeben. Russland setzt immer stärker auf Gold und richtet sich weniger nach dem Dollar als früher. Dessen Bedeutung als Richtgröße sinkt.

Doch alle Prophezeiungen vom Abstieg des Dollar haben sich bislang als verfrüht, wenn nicht gar falsch erwiesen. Der Anteil an den internationalen Devisenreserven beträgt noch immer über 60 Prozent. Der Dollar ist also begehrter für die sichere Wertaufbewahrung als alle anderen führenden Währungen zusammen. Und es gibt zurzeit keinen klar abnehmenden Trend.

Trotz Schuldenkrise: Bedeutung des Euro wächst

Wenn überhaupt, ist am ehesten der Euro ein echter Konkurrent zum Dollar. Sein Anteil an den globalen Devisenreserven ist mit 20 Prozent weit vor dem japanischen Yen sowie dem britischen Pfund der zweit höchste und seine Bedeutung im globalen Zahlungsverkehr wächst. Die Euro-Krise und politische Risiken, die den Euro zuletzt ausgebremst hatten, haben sich vorerst beruhigt. Die Wirtschaft läuft rund, die EZB rückt allmählich von ihrer Krisen-Geldpolitik ab und einige Experten meinen gar, der Brexit könnte die Bedeutung des Euro stärken, indem er Banken von London auf das Festland lockt.

Aber vielleicht müsste es ohnehin keinen neuen Ober-Guru am globalen Devisenmarkt geben, falls der Dollar irgendwann von seinem Thron stürzt. Anleger und Staaten hätten das Bedürfnis ihre Risiken zu streuen, argumentiert der US-Ökonom Barry Eichengreen. Erst Recht dann, wenn statt einer Supermacht mehrere starke Volkswirtschaften nebeneinander existieren. Die Vorherrschaft einer Währung ist demnach eine Tatsache – aber keine historische Notwendigkeit.

Verwendete Quellen:
  • dpa-AFX

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