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Panik an russischer Börse – Gründe und Folgen

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Kursdesaster  

Panik an der russischen Börse – Auftakt zur Schwarzen Woche?

10.04.2018, 11:42 Uhr | sm, AFP, dpa-AFX, rtr

Panik an russischer Börse – Gründe und Folgen. Rubel-Schein: Die Verschärfung der US-Sanktionen gegen Russland hat Investoren an den Finanzmärkten in Moskau verschreckt. Aktien und der Rubel gaben zum Teil zweistellig nach. (Quelle: Getty Images/ArtemSam)

Rubel-Schein: Die Verschärfung der US-Sanktionen gegen Russland hat Investoren an den Finanzmärkten in Moskau verschreckt. Aktien und der Rubel gaben zum Teil zweistellig nach. (Quelle: ArtemSam/Getty Images)

Vorerst keine Erholung am russischen Aktienmarkt: Nach dem dramatischen Auftakt mit zweistelligen Kurseinbrüchen geht es an der Börse in Russland weiter bergab. Die am Freitag verhängten US-Sanktionen gegen Unternehmer und Firmen lassen Anleger aus Aktien und dem Rubel flüchten.

Der russische Aktienmarkt setzt seine Talfahrt fort. Nachdem die von den USA verhängten Sanktionen gegen Russland den RTSI Index zu Wochenbeginn um zeitweise mehr als 12 Prozent ins Minus gedrückt hatten, verlor das viel beachtete Börsenbarometer in Moskau bis zum Vormittag knapp 4 Prozent auf 1.051,35 Punkte. Aktuell steht der Index auf dem Niveau von August 2017.

Flucht aus Aktien und Rubel

Bereits am Montag haben die neuen US-Sanktionen gegen russische Oligarchen und Unternehmen für einen schwarzen Tag an der Moskauer Börse gesorgt. Anleger in Moskau flohen in Scharen aus russischen Aktien und dem Rubel. Gleich mehrere Aktien im Leitindex RTSI mussten prozentual zweistellige Kurseinbußen hinnehmen.

Seit der Krim-Annexion im Jahr 2014 und den darauf folgenden Sanktionen gab es an den russischen Börsen nicht mehr einen solchen Einbruch. Der in Rubel berechnete Micex gab um 8,34 Prozent nach. Der Rubel wertete um knapp vier Prozent zum US-Dollar ab. Ein Dollar kostete mit rund 60 Rubel so viel wie seit Januar 2015 nicht mehr. Nach zwei Jahren der Wertsteigerung verlor die russische Währung auch massiv gegenüber dem Euro.

Besonders hart trafen die Sanktionen den Aluminiumhersteller Rusal, an dem der Milliardär Oleg Deripaska den größten Anteil hält. Der Aktienkurs von Rusal brach bei der Börsenöffnung um rund 30 Prozent ein. Zwischenzeitlich war er um etwa 47 Prozent im Minus. Unter den bekannten Indexwerten erlitten zudem die Aktien des Nickel- und Palladiumförderers Norilsk Nickel einen heftigen Abschlag von fast 15 Prozent. Die Papiere des größten russischen Finanzinstituts Sberbank büßten rund 6 Prozent ein. Die Aktien des größten russischen Goldproduzenten Polyus gaben gut 17 Prozent nach.

Nach Angaben der Zeitung "RBK" verloren die 50 reichsten russischen Geschäftsleute innerhalb eines Tages zwölf Milliarden Dollar (9,7 Milliarden Euro).

US-Sanktionen setzen Oligarchen auf Schwarze Liste

Die US-Regierung hatte am Freitag gezielte Strafmaßnahmen gegen Firmen, Regierungsmitglieder und russische Oligarchen verhängt, die zum inneren Machtzirkel um Putin gezählt werden. Washington begründete die Sanktionen mit den "andauernden und immer dreisteren boshaften Aktivitäten der russischen Regierung überall in der Welt".

Betroffen sind einige der reichsten Oligarchen – insgesamt 38 Geschäftsleute und Unternehmen. Unter ihnen sind beispielsweise Rusal-Chef Oleg Deripaska, Gazprom-Chef Alexej Miller und der Milliardär und mutmaßliche Schwiegersohn Putins, Kirill Schamalow sowie der Abgeordnete Suleiman Kerimow, dessen Familie den größten russischen Goldproduzenten Polyus kontrolliert.

Russische Unternehmen in der Finanzierungsklemme

Da die US-Regierung es US-Amerikanern allgemein untersagt, Geschäfte mit auf Sanktionslisten aufgeführten Firmen zu machen, sehen sich russische Unternehmen derweil mit einem Finanzierungsproblem konfrontiert. Die meisten westlichen Banken dürften aktuell davor zurückscheuen, den betroffenen Firmen bei der Kapitalaufnahme zu helfen. Derzeit sei es auch unklar, wie sich Banken und Kunden bei den nicht direkt mit den Sanktionen belegten Firmen verhalten würden. Daraus folgend könnten sich die Finanzierungsbedingungen in Russland weiter verschlechtern.

Zudem scheinen der russischen Zentralbank die Hände gebunden. Der Rubel wertete wegen der neuen Sanktionen so kräftig ab wie seit drei Jahren nicht mehr, was Importe nach Russland verteuert und so an der Kaufkraft vieler Russen nagt. Senkt die Zentralbank ihren Leitzins, um mit billigerem Geld die Konjunktur anzuschieben, dürfte die Landeswährung unter noch stärkeren Abwertungsdruck geraten.

Russland prüft Hilfen für von Sanktionen betroffene Firmen

Der Kreml verurteilte die neuen Maßnahmen aus Washington scharf und sagte den betroffenen Firmen Hilfen zu. Die Strafmaßnahmen seien "empörend", sagte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow klagte am Montag vor Journalisten, die US-Regierung setze sich mit den Sanktionen über "alle Regeln" hinweg.

Ministerpräsident Dmitri Medwedew sagte, die Regierung prüfe bereits mögliche Hilfsmaßnahmen für die betroffenen Branchen und Unternehmen. Auch Vize-Ministerpräsident Arkadi Dworkowitsch sagte den betroffenen Firmen Hilfen zu, falls sich deren Lage aufgrund der "aktuellen Situation" verschlechtern sollte.

Verwendete Quellen:
  • AFP
  • dpa-AFX
  • Reuters
  • weitere Quellen
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