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VW bereitet die Ablösung von Konzernchef Müller vor


Skandale statt Umbau  

Müllers Bilanz konnte nicht überzeugen

10.04.2018, 17:35 Uhr | sm, dpa, rtr, AFP

VW bereitet die Ablösung von Konzernchef Müller vor. VW-Chef Matthias Müller (re.) und VW-Markenvorstand Dr. Herbert Diess: Insidern zufolge soll der Markenchef den bisherigen Vorstandschef beerben. (Quelle: dpa/Larry W. Smith)

VW-Chef Matthias Müller (re.) und VW-Markenvorstand Dr. Herbert Diess: Insidern zufolge soll der Markenchef den bisherigen Vorstandschef beerben. (Quelle: Larry W. Smith/dpa)

Chefwechsel bei Volkswagen: Konzernchef Matthias Müller soll für Markenchef Herbert Diess seinen Posten räumen. Insidern zufolge ist der Schritt im Rahmen eines größeren Konzernumbaus zu sehen.

Noch vor dem Ende seines Vertrages soll Matthias Müller den VW-Chefposten VOLKSWAGEN AG VZO O.N. Aktie abgeben. Als möglicher Nachfolger wird Herbert Diess gehandelt, heißt es aus Kreisen des VW-Aufsichtsrats und  Unternehmens. Dieser verantwortet bislang die Entwicklung der Kernmarke des größten deutschen Autobauers. Der Vertrag Müllers wäre eigentlich erst 2020 ausgelaufen.

Insidern zufolge könnte die Entscheidung für Diess schon an diesem Freitag offiziell werden, wenn der Aufsichtsrat tagt. Auf der Tagesordnung standen ursprünglich der Konzernumbau und die Einleitung des Börsengangs für die Lkw-Sparte.

Hoffnung auf Schlussstrich unter Dieselaffäre

VW hatte am frühen Nachmittag in einer knappen Pflichtmitteilung lediglich erklärt, dass der Autobauer "eine Weiterentwicklung der Führungsstruktur für den Konzern" erwäge. "Dazu könnte auch eine Veränderung im Amt des Vorstandsvorsitzenden gehören." Dabei nannte VW auch Müllers Posten.

Der Konzernchef habe seine "grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, an den Veränderungen mitzuwirken", teilte VW mit. Ob es tatsächlich personelle Veränderungen im Vorstand geben werde, sei aber noch unklar. Darüber hinaus äußerte sich der Konzern zunächst nicht.

Müller hatte 2015 das Zepter von Martin Winterkorn übernommen, der wegen des Abgasskandals zurückgetreten war. Volkswagen hatte im September 2015 auf Druck von US-Behörden zugegeben, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen unterschiedlicher Marken eine Software zur Manipulation von Abgaswerten eingebaut zu haben. Müller trieb seither die Aufklärung des Dieselbetrugs voran, der den Konzern bereits mehr als 25 Milliarden Euro gekostet hat.

Abgastest an Affen und Millionengehalt

Hinzu kamen immer wieder Skandale. Wenn der Volkswagen-Chef den Konzern gerade in etwas ruhigerem Fahrwasser wähnte, kündigte sich schon das nächste Desaster an. Müller musste dann wieder Schadensbegrenzung betreiben.

Zuletzt versetzten die fragwürdigen Abgastests mit Affen den Konzern in Aufruhr und Müller auch persönlich zu. Immer wieder stand zudem die Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen wegen des Abgasskandals vor der Tür.

Zudem geriet Müller wegen seines Millionengehalts in die Schlagzeilen. Dem Geschäftsbericht von VW zufolge bekommt er für das Jahr 2017 eine Vergütung von gut zehn Millionen Euro – ein Plus von fast 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Müller verteidigte dies mit der Relevanz des Unternehmens für die Volkswirtschaft sowie dem mit dem Posten verbundenen Risiko.

Konzernumbau kommt nicht voran

Die internen Strukturen sind bei Volkswagen seit langem ein wichtiges Thema. Der Großkonzern kämpft mit seinem komplexen Aufbau und will den einzelnen Marken und Regionen mehr Verantwortung geben. Trotz der von Müller eingeleiteten Veränderungen gilt VW immer noch als wenig wendig. Dass der Umbau nicht so rasch vorankommt, wie viele erwartet haben, liegt auch daran, dass die Eignerfamilien Porsche und Piëch auf die Bremse traten.

Diese hatten den Porsche-Mann Müller im September 2015 ins Spiel gebracht, als der damalige Konzernchef Winterkorn zurücktreten musste. Sollten personelle Veränderungen im VW-Vorstand erfolgen, könnte dies auch zu Veränderungen bei Porsche PORSCHE AUTOM.HLDG VZO Aktie führen. Die Porsche SE hält gut 52 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen.

Investoren hoffen auf einen Neuanfang

Auf den anstehenden Führungswechsel bei Volkswagen haben Anleger mit Aktienkäufen reagiert. Die VW-Vorzugsaktien stiegen um fünf Prozent auf 172,50 Euro. Mit dem höchsten Stand seit Anfang Februar 2018 fuhren die Wolfsburger damit an die Dax-Spitze. "Müller hat VW gut durch stürmische Zeiten gebracht, aber jetzt ist ein Neuanfang wichtig", sagte ein Händler. "Neue Besen kehren bekanntlich besser, das gefällt dem Markt."

Diess gilt als strategischer Strippenzieher und Krisenmanager. Öffentlich blieb er eher im Hintergrund – anders als der emotionaler auftretende Konzernchef Matthias Müller. Da er einst vom Konkurrenten BMW BAY.MOTOREN WERKE AG ST Aktie gekommen sei, werde Diess weniger mit der Diesel-Affäre in Zusammenhang gebracht. Zudem habe er einen guten Ruf als Kostensenker. Viele Anleger setzten auch auf Kostensenkungen und höhere Margen. Nicht zuletzt stützte auch die Aussicht auf einen Börsengang der Nutzfahrzeug-Sparte Truck & Bus die Kurse.

Verwendete Quellen:
  • dpa
  • AFP
  • Reuters
  • Bloomberg
  • Handelsblatt
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