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So will der neue VW-Chef Volkswagen umkrempeln


Diess stellt Pläne vor  

So will der neue VW-Chef Volkswagen umkrempeln

13.04.2018, 12:35 Uhr | mab, dpa, df

So will der neue VW-Chef Volkswagen umkrempeln. Herbert Diess spricht in Wolfsburg zu Pressevertretern: Der neue VW-Chef stellte seine Pläne für eine Umstrukturierung des Autokonzerns vor. (Quelle: Reuters/Fabian Bimmer)

Herbert Diess spricht in Wolfsburg zu Pressevertretern: Der neue VW-Chef stellte seine Pläne für eine Umstrukturierung des Autokonzerns vor. (Quelle: Fabian Bimmer/Reuters)

Der bisherige VW-Markenchef Herbert Diess ist der neue starke Mann bei Volkswagen – und steht vor großen Aufgaben. In Wolfsburg stellt er seine Pläne vor.

Den alten Chef entsorgt, einen neuen installiert. Den Vorstand umgebaut, die Konzernstrukturen obendrein. Bei Volkswagen erledigt man so etwas mitunter binnen einer Woche. Am Ende dieser Woche stellten sich Herbert Diess (59), der neue König von Wolfsburg, und der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch (67) nun den Fragen der Reporter.

Volkswagen-Chef Herbert Diess (r) und Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch: Auf einer Pressekonferenz erklären sie den anstehenden Umbau des Konzerns. (Quelle: dpa/Hauke-Christian Dittrich)Volkswagen-Chef Herbert Diess (r) und Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch: Auf einer Pressekonferenz erklären sie den anstehenden Umbau des Konzerns. (Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa)

Dieselkrise, Elektromobilität, Chinageschäft – da gibt es vieles zu erklären. Spannendste Frage aber: Was war nun mit Matthias Müller?

Warum wurde Müller geschasst?

Der bisherige Konzernchef musste seinen Posten völlig überraschend an Diess abgeben. Im gegenseitigen Einvernehmen, sagt Volkswagen. Erst vor zweieinhalb Jahren übernahm er die Leitung von Martin Winterkorn, der wegen des Dieselskandals zurückgetreten musste. Und immer wieder hieß es, dass man mit Müllers Arbeit hochzufrieden sei.

"Deswegen wird man auch nicht weit kommen, wenn man nach Gründen sucht", sagt Pötsch über den Personal-Hammer, nachdem er Müllers Verdienste für den Konzern betont. Dann versucht er sich doch an einer Begründung. Wer heute die Weichen für die Zukunft von Volkswagen stelle, solle auch noch im Konzern sein, wenn die Entscheidungen ihre Wirkungen zeigen.

Deshalb setze man statt auf den 64-jährigen Müller auf den fünf Jahre jüngeren Diess. Inoffiziell spielen aber eine Reihe weiterer Gründe eine Rolle. Unter anderem wurde Müllers Umgang mit der Dieselkrise immer wieder kritisiert. Auch in anderen Situationen warf man ihm fehlende Diplomatie vor. Müller bleibt zunächst Berater, Diess erhält einen neuen Fünfjahresvertrag.

Konzern erhält neue Führungsstruktur

Diess will den größten Autokonzern der Welt mit einer neuen Führungsstruktur auf Trab bringen. Er wolle die schon beschlossene Strategie nicht ändern, Volkswagen müsse aber in einem anspruchsvollen Wettbewerbsumfeld sein Tempo erhöhen. "Es geht um eine Weiterentwicklung und keine Revolution", machte er deutlich.

Das Management wolle künftig schneller entscheiden, der Konzern durch die Aufteilung in sechs Geschäftssegmente agiler werden. Er wolle "auf einen losen Verband von Schiffen" setzen statt auf einen Tanker, beschrieb Diess seine Idee. "Unser Ziel ist, Volkswagen in Ertragsstärke, Innovationskraft und Nachhaltigkeit zu einem der führenden in der Industrie zu machen."

Dieselkrise für beendet erklärt

"Wir haben die Dieselkrise in weiten Teilen hinter uns gelassen", sagt Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch. Die Fahrzeuge seien "in Ordnung gebracht" und durch Software-Updates seien die Stickoxid-Emissionen merklich gesenkt worden, sagt Diess.

Veränderungen an der Hardware lehnt Volkswagen weiterhin ab. Zu teuer, zu aufwendig. Sie machten "wenig Sinn", und man freut sich, dass sich diese Ansicht auch in der Politik durchsetze.

VW will Marken neu organisieren

Diess verantwortet künftig zusätzlich die Konzernentwicklung und -forschung. Außerdem lenkt er die Fahrzeug-IT – also alles rund um die Vernetzung des Autos.

Zugleich führt Volkswagen neue Markengruppen ein. Laut Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch soll die Neuordnung die Entscheidungen bei dem riesigen Autokonzern beschleunigen und Strukturen verschlanken.

Der Multimarken-Konzern wird künftig in sechs Geschäftsfelder gegliedert, die Region China daneben separat geführt. Die acht Pkw-Marken werden in drei Gruppen gebündelt: Volumen (VW samt Transportern, Seat und Skoda), Premium (Audi) und Superpremium (Porsche, Bentley, Bugatti und Lamborghini). Die Nutzfahrzeugmarken MAN und Scania werden für einen Börsengang vorbereitet.

Verwendete Quellen:
  • dpa
  • eigene Recherche

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