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Wirtschaft: Kurseinbruch bei Metro wegen gesenkter Jahresziele


Wirtschaft  

Kurseinbruch bei Metro wegen gesenkter Jahresziele

20.04.2018, 18:41 Uhr | dpa-AFX

(neu: Expertenstimmen)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger von Metro sind am Freitag jäh von einer Gewinnwarnung überrascht worden. Gesenkte Jahresziele des Lebensmittelhändlers brachten bei der zuvor freundlich tendierenden Aktie am Nachmittag einen plötzlichen Kursrutsch in Gang, der letztlich in einem kräftigen Abschlag von fast 11 Prozent endete. Auch im nachbörslichen Handel konnte sich die Aktie kaum davon erholen.

Am Ende kosteten die Aktien nur noch 13,025 Euro. Im Tief waren sie sogar etwas weiter bis auf 12,63 Euro gefallen, was für die im MDax notierten Aktien den tiefsten Stand seit der Abspaltung vom Elektrohandel bedeutete. Dieser firmiert seit Juli 2017 unter dem Namen Ceconomy. Während Metro mit Abstand der schlechteste Wert im Index der mittelgroßen Werte waren, erging es den Ceconomy-Aktien am Freitag deutlich besser: sie waren mit einem Aufschlag von 2,65 Prozent sogar führend.

Metro rechnet währungsbereinigt nun sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis des Geschäftsjahres 2017/18 mit geringeren Wachstumsraten. Als Grund wurde vor allem das Russland-Geschäft genannt, das sich bisher schwächer als erwartet entwickelt habe. Bernstein-Analyst Bruno Monteyne zeigte sich verwundert davon, weil sich das Management vor wenigen Wochen noch sehr wohl mit der Entwicklung in Russland gefühlt habe.

Er zog deshalb das Fazit, dass die Gewinnwarnung die Glaubwürdigkeit der Konzernlenker in Frage stelle und rechnete vor, dass der in Russland erzielte operative Gewinnbeitrag (Ebitda) in kürzester Zeit um mehr als die Hälfte gefallen sein müsse. "Daher können wir nur folgern, dass die Probleme, denen das Management in Russland gegenübersteht, materiell unterschätzt wurden", betonte der Analyst.

Andere Experten blickten nach der Prognosesenkung aber auch kritisch auf das Gesamtgebilde von Metro. So etwa Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank, der das Fazit zog, dass der Konzern wohl den Anschluss an die direkte Konkurrenz und den Onlinehandel verpasse. "Dies wird nach der Aufspaltung des Konzerns immer offensichtlicher", fügte er hinzu.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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