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Wirtschaft: Japanische Notenbank streicht Datum für Inflationsziel


Wirtschaft  

Japanische Notenbank streicht Datum für Inflationsziel

27.04.2018, 10:41 Uhr | dpa-AFX

TOKIO (dpa-AFX) - Es ist ein Schritt in Richtung Realität: Die japanische Notenbank hält sich etwas bedeckter, zu welchem Zeitpunkt sie ihr Inflationsziel erreichen will. In ihrer Erklärung zur Zinsentscheidung vom Freitag nannten die Währungshüter kein Datum mehr, bis wann die Teuerung aus ihrer Sicht das Inflationsziel von zwei Prozent erreicht. Bislang hatte die Notenbank einen Anstieg der Teuerung auf zwei Prozent "um das Fiskaljahr 2019 herum", das am Ende März 2020 endet, in Aussicht gestellt. Dieser Hinweis findet sich nicht mehr in der Erklärung.

Analysten werteten den Verzicht auf die explizite Nennung des Zeitpunkts als Annäherung an die geldpolitische Realität. Denn die Notenbank hat seit Jahren große Schwierigkeiten, ihr selbstgesetztes Inflationsziel zu erreichen. Daran hat auch die extrem lockere Geldpolitik wenig geändert, die die Bank of Japan seit vielen Jahren betreibt. Insgesamt sechs Mal musste die Notenbank einräumen, dass das Inflationsziel nicht zu dem von ihr in Aussicht gestellten Zeitpunkt zu erreichen sei. Entsprechend oft wurde der Zeitplan angepasst.

Allerdings muss der Bank of Japan zugutegehalten werden, dass sie den Zeitplan nie als offizielles Notenbankziel bezeichnet hat. Vielmehr hat sich der Zeitpunkt, zu dem das Inflationsziel erreicht werden soll, aus ihren Inflationsprognosen ergeben. Ähnlich gehen andere Notenbanken vor, beispielsweise die US-Notenbank Fed oder die Europäische Zentralbank (EZB). Jedoch werden die Inflationsprognosen - unabhängig ob geldpolitisches Ziel oder nicht - an den Finanzmärkten stark beachtet, weil sie Hinweise auf die zu erwartende Geldpolitik geben.

An den Märkten wurden die Verschiebungen des Zeitplans oft als Hinweis auf eine zusätzliche Lockerung der Geldpolitik durch die Bank of Japan interpretiert - die dann aber nicht kam. Der japanischen Notenbank dürfte eine derartige Interpretation eher ein Dorn im Auge gewesen sein, weil sie letztlich an ihrer geldpolitischen Glaubwürdigkeit genagt haben dürfte. Auch der erst kürzlich im Amt bestätigte Notenbankchef Haruhiko Kuroda hatte stets betont, dass eine Verschiebung des Zeitplans keine zusätzliche geldpolitische Lockerung nach sich ziehe. Am Freitag äußerte er vor der Presse lediglich, das Inflationsziel solle "so bald als möglich" erreicht werden.

An ihren eigentlichen Inflationsprognosen änderte die Bank of Japan unterdessen wenig. Für das bis Ende März 2019 laufende aktuelle Fiskaljahr geht sie jetzt von einem Anstieg der Kernverbraucherpreise um 1,3 Prozent aus. Bisher hatte sie einen Anstieg um 1,4 Prozent erwartet. Im Fiskaljahr 2019 soll die Kernteuerung unverändert 1,8 Prozent betragen, so auch im Fiskaljahr 2020. Aktuell liegt die von der Bank of Japan besonders beachtete Kerninflation (ohne frische Lebensmittel, aber mit Energie) bei knapp einem Prozent. Die Kernrate abzüglich Lebensmitte- und Energiepreise liegt tiefer bei einem halben Prozent.

Angesichts der nach wie vor schwachen Inflation ist es keine Überraschung, dass die Notenbank nach ihrer Zinssitzung ihren extrem expansiven Kurs bestätigte. Mit dem massiven Ankauf von Wertpapieren und Negativzinsen versucht die Notenbank, die Teuerung anzuheben - bisher mit begrenztem Erfolg. Daran hat auch wenig geändert, dass die Bank of Japan ihr Wertpapierkaufprogramm von einem Mengenziel auf ein Zinsziel umgestellt hat. Das Konzept mit der Bezeichnung "Steuerung der Renditekurve" soll helfen, die kurz- und langfristigen Zinsen leicht unter beziehungsweise an der Nulllinie zu halten.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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