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Abgasskandal: Ex-VW-Chef Winterkorn drohen bis zu 25 Jahre Haft


US-Ermittlungen gegen Volkswagen  

Ex-VW-Chef Winterkorn drohen bis zu 25 Jahre Haft

04.05.2018, 12:02 Uhr | dpa, rtr, AFP, dru, t-online.de

Abgasskandal: Ex-VW-Chef Winterkorn drohen bis zu 25 Jahre Haft. Martin Winterkorn: Der Ex-VW-Chef bei seiner Aussage vor dem Abgas-Untersuchungsausschusses des Deutschen Bundestages im Januar 2017. (Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka)

Martin Winterkorn: Der Ex-VW-Chef bei seiner Aussage vor dem Abgas-Untersuchungsausschusses des Deutschen Bundestages im Januar 2017. (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Er war "Mr. Volkswagen" – und stürzte in der Abgasaffäre binnen Monaten steil ab. Nun hat die US-Justiz Anklage gegen Ex-VW-Chef Martin Winterkorn erhoben. Der Vorwurf: Verschwörung zum Verstoß gegen US-Gesetze.

Das US-Justizministerium hat im Dieselskandal Anklage gegen Ex-Volkswagen-Chef Martin Winterkorn erhoben. Das geht aus einer erweiterten Anklageschrift hervor, die vom zuständigen Gericht in Detroit, Michigan, veröffentlicht wurde. Dem früheren Konzernlenker wird Verschwörung zur Täuschung der Behörden bei den Abgasmanipulationen vorgeworfen. Zunächst hatten Bloomberg und Reuters darüber berichtet.

Die bereits im März eingereichte Klage wurde am Donnerstag vor dem Gericht geöffnet. Darin heißt es, Winterkorn und fünf weitere VW-Manager hätten "bewusst und absichtlich Betrug begangen", um die US-Abgasvorschriften zu umgehen. Das Justizministerium erklärte, der Top-Manager habe bereits im Mai 2014 von den Manipulationen gewusst und entschieden, den Betrug fortzusetzen.

"Wer versucht, die Vereinigten Staaten zu betrügen, wird einen hohen Preis bezahlen", erklärte US-Justizminister Jeff Sessions laut einer Mitteilung. Die Tatsache, dass kriminelle Straftaten von VW von der höchsten Ebene der Konzernführung abgesegnet gewesen sein dürften, sei erschreckend, sagte der zuständige Staatsanwalt Matthew J. Schneider vom östlichen Bezirk Michigans.

Winterkorn in Deutschland vermutet

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, dass Winterkorn derzeit nicht inhaftiert sei. Die US-Behörden vermuten den 70-Jährigen laut Justizkreisen in Deutschland, von wo ihm vorerst keine Auslieferung drohen dürfte. Im Fall einer Verurteilung drohen Winterkorn einem Gerichtssprecher zufolge  bis zu 25 Jahre Haft und und eine Geldstrafe von maximal 275.000 Dollar.

Der Autobauer betonte seine Kooperationsbereitschaft. Volkswagen arbeite weiterhin vollumfänglich mit dem US-Justizministerium zusammen, teilte das Unternehmen mit. Allerdings sei es nicht angemessen, zu individuellen Verfahren Stellung zu nehmen.

Winterkorn war im September 2015 als Konzernchef zurückgetreten. Zuvor hatte Volkswagen auf Druck der US-Behörden zugeben müssen, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeuge unterschiedlicher Marken eine illegale Software eingebaut zu haben. Das Programm verringert den Ausstoß von schädlichen Stickoxiden bei standardisierten Tests, aber nicht im Normalbetrieb auf der Straße.

Zwei Ex-VW-Mitarbeiter bereits in US-Haft

VW musste wegen des Skandals in den USA Entschädigungen und Strafen zahlen, die sich mittlerweile auf mehr als 22 Milliarden Dollar summieren. Durch die Affäre wurde auch das Image des Diesel schwer beschädigt. Diese Krise hält bis heute an. Die US-Justizbehörden hatten zuvor bereits Strafanzeigen gegen acht amtierende und frühere Mitarbeiter des VW-Konzerns gestellt. Zwei von ihnen wurden bereits zu mehrjährigen Haftstrafen und hohen Geldbußen verurteilt.

Gegen Winterkorn und andere Manager wird auch in Deutschland ermittelt. Zum einen wegen des Anfangsverdachts des Betruges, zum anderen wegen Marktmanipulation. Anleger klagen deswegen auf Schadenersatz in Milliardenhöhe, weil die VW-Aktie nach Bekanntwerden des Skandals auf Talfahrt ging.

Die Manager sollen die Finanzmärkte im Herbst 2015 zu spät über den Abgasskandal informiert haben. Der Konzern betont stets, dies rechtzeitig getan zu haben.

Acht Jahre an der Spitze von Europas größtem Autobauer

Der 70-jährige Winterkorn hatte bis zu seinem Rücktritt im Herbst 2015 eine glänzende Karriere hingelegt. Zusammen mit dem früheren VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch stand er unangefochten an der Spitze des Autokonzerns – bis zum Ausbruch des Dieselskandals. Der frühere Audi-Chef Winterkorn war zuvor seit 2007 Konzernchef von Europas größtem Autokonzern Volkswagen gewesen.

Nachfolger Winterkorns war im Herbst 2015 der damalige Porsche-Chef Matthias Müller geworden. Müller wiederum war erst vor Kurzem von VW-Markenchef Herbert Diess an der Konzernspitze abgelöst worden. Damit verbunden war ein massiver Konzernumbau.

Diess hat angekündigt, VW schlagkräftiger zu machen. Das Tempo für Innovationen solle erhöht und neue Akzente gesetzt werden. Die Autobranche ist mitten in einem grundlegenden Wandel, hin zu alternativen Antrieben, immer mehr Internet im Auto und autonomen Fahrzeugen.

Verwendete Quellen:

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