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Wirtschaft: GESAMT- Norwegian lässt IAG zappeln - Streiks quälen Air France-KLM


Wirtschaft  

GESAMT- Norwegian lässt IAG zappeln - Streiks quälen Air France-KLM

04.05.2018, 12:37 Uhr | dpa-AFX

PARIS/LONDON/FORNEBU (dpa-AFX) - Teure Streiks bei Air France, sprudelnde Gewinne bei der British-Airways-Mutter IAG: Für die Lufthansa-Rivalen aus Frankreich und Großbritannien könnte es unterschiedlicher kaum laufen. Der von Verlusten gebeutelte Air-France-KLM-Chef Jean-Marc Janaillac hat seine berufliche Zukunft mit dem schwelenden Tarifstreit verknüpft. Und IAG-Chef Willie Walsh schlägt sich mit einer unwilligen Braut herum. Denn der norwegische Billigflieger Norwegian will sich keineswegs billig von IAG schlucken lassen.

An der Börse sorgten die Nachrichten am Freitag für einige Turbulenzen. Die Air-France-KLM-Aktie sackte um zuletzt gut sieben Prozent in die Tiefe und setzte damit ihren seit Monaten anhaltenden Abwärtstrend fort. Für die Norwegian-Aktie, die nach Bekanntwerden der Übernahmepläne im April kräftig zugelegt hatte, ging es bis zur Mittagszeit um fast zwölf Prozent nach unten. Das IAG-Papier gewann hingegen nahezu fünf Prozent an Wert.

Daran ließen sich Hoffnungen und Befürchtungen der Anleger ablesen. So ist IAG mit ihren Übernahmeplänen für Norwegian bisher abgeblitzt. Zwei von IAG vorgelegte Gebote hätten die Airline und ihre Perspektiven zu niedrig bewertet, teilten die Norweger am Freitag in Fornebu mit.

Die International Airlines Group prüft laut Walsh jetzt ihre Möglichkeiten. Weitere Übernahmeziele als Alternativen zu Norwegian gehörten aber nicht dazu. Im April hatte der Konzern bestätigt, einen Anteil von 4,6 Prozent an der norwegischen Airline gekauft zu haben. Zu IAG gehören neben British Airways bereits die spanischen Fluggesellschaften Iberia und Vueling, die irische Aer Lingus und die neue Billig-Langstrecken-Airline Level.

Das eigentliche Geschäft lief bei IAG im ersten Quartal glänzend. Dank höherer Ticketpreise erzielte der Konzern abseits von Sondereffekten einen operativen Gewinn von 280 Millionen Euro und damit 75 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Unter dem Strich sprang der Gewinn sogar von 72 auf 794 Millionen Euro in die Höhe, weil IAG nach einer Einigung auf ein neues Betriebsrenten-System ihre Verpflichtungen deutlich reduzieren konnte. Der Umsatz legte um gut zwei Prozent auf 5 Milliarden Euro zu.

Für 2018 sieht Konzernchef Walsh den Konzern auf Kurs, seinen operativen Gewinn in diesem Jahr wie geplant zu steigern. 2017 hatte IAG ihr operatives Ergebnis auf 3 Milliarden Euro in die Höhe getrieben.

Ganz anders erging es Air France-KLM zum Jahresstart. Die Streiks von Piloten und anderen Mitarbeitern kosteten den französisch-niederländischen Konzern im ersten Quartal bereits 75 Millionen Euro. Im Gesamtjahr dürften die Streiks in Frankreich den operativen Gewinn dem Management zufolge um mindestens 300 Millionen Euro drücken. Von Januar bis März verbuchte Air France-KLM einen operativen Verlust von 118 Millionen Euro nach einem Minus von 33 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Auch am Freitag streikten Beschäftigte bei der französischen Sparte Air France für höhere Gehälter. Die Gesellschaft strich rund ein Viertel ihrer Verbindungen. Es war bereits der 13. Streiktag seit Ende Februar. Die Schwester-Airline KLM ist davon nicht betroffen. Am Freitagabend sollte das Ergebnis einer Mitarbeiterabstimmung über den jüngsten Vorschlag des Managements veröffentlicht werden, mit der das Unternehmen Bewegung in den festgefahrenen Tarifkonflikt bringen will. Konzernchef Janaillac hat für den Fall einer Abstimmungsniederlage seinen Rücktritt angedroht.

Die französischen Gewerkschaften fordern für die Air-France-Beschäftigten eine sofortige Gehaltserhöhung um 5,1 Prozent, nachdem der Konzern seinen Gewinn 2017 kräftig gesteigert hatte. Das Unternehmen bietet 7 Prozent gestreckt über vier Jahre an. Finanzchef Frederic Gagey sagte, es sei bedauerlich, dass Air France-KLM von der starken Nachfrage nach Flugtickets derzeit nicht profitiere.

Klassische Airlines wie Lufthansa, British Airways und Air France-KLM kämpfen seit Jahren mit der Konkurrenz von Billigfliegern wie Ryanair, Easyjet. Wie IAG mit Vueling und Level, hat Air France-KLM mit Transavia und Joon eigene Billig-Ableger am Start.

Die Übernahmepläne von IAG für Norwegian riefen offenbar schnell weitere Kaufinteressenten auf den Plan. Norwegian-Chef Bjørn Kjos sah sich Ende April nach eigener Darstellung aber schon wenig später von mehreren Interessenten umringt, nannte aber keine Namen. Lufthansa-Finanzchef Ulrik Svensson wollte sich Ende April zu einem möglichen Interesse des Kranich-Konzerns an Norwegian nicht äußern.

IAG könnte sich mit dem Kauf von Norwegian weiter gegen die starke Konkurrenz von Billigflug-Gesellschaften rüsten - und sich einer lästigen Konkurrentin entledigen. Der Konzern hatte Norwegian im April als "attraktives Investment" bezeichnet. Aus Sicht von Walsh können die Norweger ihre ehrgeizigen Geschäftspläne aber nicht aus eigener Kraft verwirklichen. Die norwegische Airline sitzt bereits auf hohen Schulden und hat noch viele Flugzeuge bestellt.

Norwegian hat in Europa eine Vorreiterrolle bei Billigflügen auf der Langstrecke eingenommen. So fliegt die Gesellschaft mit modernen Flugzeugen vom Typ Boeing 787 "Dreamliner" in die USA, etwa nach Florida, New York und Los Angeles. Ihrer Internetseite zufolge betreibt Norwegian derzeit 28 Dreamliner-Jets sowie 118 Mittelstreckenjets vom Typ Boeing 737-800, wie sie auch bei Europas größtem Billigflieger Ryanair im Einsatz sind.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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