Sie sind hier: Home > Finanzen > Unternehmen >

Energiekonzerne: Innogy will bei Neuordnung keine Federn lassen


Energiekonzerne  

Innogy will bei Neuordnung keine Federn lassen

14.05.2018, 17:00 Uhr | Tom Käckenhoff und Christoph Steitz, rtr

Energiekonzerne: Innogy will bei Neuordnung keine Federn lassen. Uwe Tigges: Der Innogy-Chef sorgt sich um seine Mitarbeiter. (Quelle: dpa/Rolf Vennenbernd)

Uwe Tigges: Der Innogy-Chef sorgt sich um seine Mitarbeiter. (Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa)

Die Energiekonzerne E.ON und RWE teilen Innogy untereinander auf. Der Chef fordert nun eine faire Neuordnung: Er will eine Perspektive für seine Mitarbeiter. 

Innogy-Chef Uwe Tigges hat vom Energiekonzern E.ON einen fairen Übernahmeprozess gefordert und vor einem Aderlass in seiner Belegschaft gewarnt. "Eine mögliche Zusammenführung von Innogy und E.ON wird nur dann erfolgreich sein, wenn alle fair miteinander umgehen und auf Augenhöhe miteinander sprechen", sagte Tigges bei der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal.

Es herrsche Unsicherheit im Unternehmen. "Wir stellen fest, dass Mitarbeiter nicht zu uns kommen, die im Bewerbungsprozess sind, und das auch welche von uns gehen." Insbesondere für Talente und Führungskräfte müsse es eine Perspektive geben. "Wenn das nicht gegeben ist, sehe ich da wirklich Schwierigkeiten in den nächsten Monaten."

Innogy fürchtet um Jobs

Der vor rund zwei Jahren gestartete und zeitweilig wertvollste Versorger Deutschlands ist zum Spielball der Mutter RWE und von E.ON geworden. Die ewigen Rivalen haben vereinbart, Innogy bis Ende des kommenden Jahres zu zerschlagen. E.ON übernimmt von RWE 77 Prozent der Innogy-Anteile mitsamt des Vertriebs- und Netzgeschäfts. RWE bekommt das Ökostromgeschäft der Tochter und das von E.ON. E.ON-Chef Johannes Teyssen hat angekündigt, bis zu 5.000 der dann über 70.000 Stellen zu streichen.

Auf Seiten Innogys gibt es die Befürchtung, dass mehr Jobs wegfallen könnten und insbesondere Nordrhein-Westfalen betroffen wäre, wo E.ON, Innogy und RWE ihre Sitze haben. Gestrichen werden dürften vor allem Doppelfunktionen in der Verwaltung wie im Rechnungs- und Personalwesen oder im Vertrieb.

Viele Fragen sind noch ungeklärt

Innogy-Chef Tigges bezeichnete die am Freitag mit den Gewerkschaften erzielte Einigung, wonach betriebsbedingte Kündigungen praktisch ausgeschlossen sind, als Schritt in die richtige Richtung. "Es bleiben aber noch viele Fragen offen", betonte der frühere RWE-Konzernbetriebsratschef. Die Integration der Beschäftigten müsse fair sein, unabhängig davon, ob der Mitarbeiter von E.ON oder Innogy stammt. Alle Vereinbarungen sollten von einem unabhängigen Dritten überwacht werden.

Auch müsse die Marke Innogy erhalten werden. "Diese Marke ist gut im Markt angekommen." Sie habe Studien zufolge einen sehr hohen Wert und sei auch als Arbeitgebermarke angesehen. Die Werbeexperten von Brand Finance hatten den Wert der Marke Innogy auf umgerechnet 3,3 Milliarden Euro beziffert. Damit sei die Marke unter den Versorgern die viertwertvollste in Europa hinter EdF aus Frankreich, der italienischen Enel und dem französischen Konzern Engie. E.ON wollte die Äußerungen von Tigges nicht kommentieren.

Im Vertriebsgeschäft ging es bergab

Tigges wurde nun bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten erstmals wieder von Finanzchef Bernhard Günther begleitet, der Anfang März bei einem bis heute nicht aufgeklärten Säureanschlag in Haan bei Düsseldorf schwer verletzt wurde. Günther stellte die Zahlen zum ersten Quartal vor. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) schrumpfte um zwei Prozent auf 1,23 Milliarden Euro.

Während Innogy im Geschäft mit Ökostrom und den Netzen zulegte, ging es im Vertriebsgeschäft bergab. Dies habe vor allem an höheren Beschaffungskosten gelegen, berichtete der Versorger. Innogy rannten unter dem Strich allerdings auch rund eine Viertelmillion Kunden davon.

Die seit langer Zeit schwächelnde britische Tochter Npower verdiente zwar mehr, dafür musste Innogy in Deutschland Federn lassen. Im Vertriebsgeschäft hierzulande schrumpfte der operative Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 211 Millionen Euro von 268 Millionen. Rund 80.000 Strom- und Gaskunden kehrten Innogy den Rücken.

In Großbritannien verlor Npower sogar 115.000 Kunden. Dennoch konnte die Tochter ihren operativen Gewinn um 26,5 Prozent auf 43 Millionen Euro steigern. Dies sei unter anderem auf die eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen zurückzuführen und auf neue Kunden mit einem höheren Verbrauch. 

Verwendete Quellen:
  • Reuters

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Diese Winterjacken sind diese Saison im Trend
bei TOM TAILOR
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018