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Wirtschaft: Oettinger liefert nach Kritik an Haushaltspräsentation Zahlen nach


Wirtschaft  

Oettinger liefert nach Kritik an Haushaltspräsentation Zahlen nach

23.05.2018, 05:58 Uhr | dpa-AFX

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Nach Kritik aus dem Europaparlament hat EU-Kommissar Günther Oettinger zusätzliches Zahlenmaterial zu seinen langfristigen EU-Haushaltsplanungen vorgelegt. Er stehe zu seinem Versprechen, alle Informationen bereitzustellen, die für ein besseres Verständnis seines Budgetvorschlags notwendig seien, schrieb er nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in einem Begleitbrief an den Haushaltsausschuss des Parlaments und die Vertretung der Mitgliedstaaten. Alle notwendigen technischen Dokumente würden ausgetauscht.

Experten des Europaparlaments verdächtigen Oettinger, beim Werben für seinen Vorschlag zum mehrjährigen Finanzrahmen von 2021 bis Ende 2027 gezielt mit irreführenden Zahlen zu arbeiten. Bei parlamentsinternen Berechnungen wurde so festgestellt, dass Landwirte und strukturschwache Regionen deutlich stärkere Einschnitte zu befürchten haben könnten, als die EU-Kommission öffentlich behauptet. Die geplanten Mittelaufstockungen für Forschungs- und Jugendprogramme könnten hingegen real deutlich niedriger ausfallen als angegeben.

Die nun von Oettinger nachgelieferten Zahlen ändern nach Informationen der dpa allerdings nichts an dieser Einschätzung. Demnach gehen die Haushaltsfachleute nach einer ersten Bewertung noch immer davon aus, dass die EU-Agrarfördergelder real nicht um 5, sondern um rund 15 Prozent gekürzt werden sollen; die Mittel für strukturschwache Regionen um 10 statt um 7 Prozent.

Für die Forschungsförderung kündigte die EU-Kommission hingegen 50 Prozent mehr Geld an, während die Experten des Parlaments real nur einen Anstieg von 13,5 Prozent nachvollziehen können. Die angekündigte Verdopplung der Mittel für das Jugendaustauschprogramm Erasmus könnte den Berechnungen zufolge real nur einem Plus von 77 Prozent entsprechen.

Um politisch vorteilhafte Zahlen präsentieren zu können, rechnete die EU-Kommission laut einem Parlamentsdokument nicht wie üblich mit inflationsbereinigten Preisen. Zudem sollen teilweise geplante Summen für die Siebenjahresperiode 2021-2027 nicht mit den geplanten Summen für die Siebenjahresperiode 2014-2020 verglichen worden, sondern mit anderen Zahlen. Kritik kommt von Parlamentariern zudem an der Methode, wie der zu erwartende Effekt des britischen EU-Austritts kalkuliert wurde. Sie sei zumindest unklar, heißt es.

Eine umfassende Bewertung der neuen Kommissionszahlen wollen Europaabgeordnete an diesem Mittwoch im Parlament in Brüssel vorstellen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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