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Wirtschaft - Deutsche Anleihen: Deutliche Kursgewinne - Schwache Konjunkturdaten

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Wirtschaft  

Deutsche Anleihen: Deutliche Kursgewinne - Schwache Konjunkturdaten

23.05.2018, 19:56 Uhr | dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Mittwoch nach schwachen Konjunkturdaten deutlich gestiegen. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg am Abend um 0,36 Prozent auf 159,65 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel um sechs Basispunkte auf 0,50 Prozent.

Die Wirtschaftsaussichten für die Eurozone haben sich deutlich eingetrübt. Die von Markit erhobenen Indikatoren signalisieren sowohl für die Industrie als auch im Dienstleistungssektor im Mai eine Abschwächung der Wachstumsdynamik. Volkswirte hatten insgesamt mit einer Stabilisierung gerechnet. Vor allem die Zahlen aus Deutschland enttäuschten.

"Die heutigen Daten deuten darauf hin, dass das schwächere Wirtschaftswachstum im ersten Quartal, wie von uns vermutet, kein Ausreißer war", kommentierte Commerzbank-Volkswirt Christoph Weil. Die EZB werde sich wohl allmählich Sorgen um die Konjunktur machen. Das Anleihekaufprogramm dürfte zwar im Dezember auslaufen. "Aber eine erste Zinserhöhung wird noch lange auf sich warten lassen", so Weil.

Weiterhin verunsichert die unklare politische Lage in Italien und treibt die Anleger in die als sicher geltenden deutschen Bundesanleihen. Die Rendite zehnjähriger italienischer Anleihen stieg hingegen gegen den allgemeinen Markttrend deutlich an. Die Finanzmärkte sehen mit großer Skepsis auf die neue Regierung, da sie trotz der sehr hohen Staatsverschuldung Italiens Mehrausgaben etwa durch Steuersenkungen plant und auf Distanz zur EU gehen könnte. Der Kandidat der Fünf-Sterne-Bewegung und der rechtspopulistischen Lega, Giuseppe Conte, hat am Mittwoch nach Handelsschluss von Staatspräsident Sergio Mattarella den Regierungsauftrag erhalten.

Besonders deutlich gefallen sind die Renditen britischer Staatsanleihen. Die Inflation in Großbritannien ist im April niedriger als erwartet ausgefallen. Die Verbraucherpreise sind um 2,4 Prozent zum entsprechenden Vorjahresmonat gestiegen. Dies ist der niedrigste Wert seit März 2017. Die Daten dürften Erwartungen an eine künftige Leitzinserhöhung durch die Bank of England vermindern.

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