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Wirtschaft - Aktien Europa: EuroStoxx zögerlich - Berg- und Talfahrt in Italien


Wirtschaft  

Aktien Europa: EuroStoxx zögerlich - Berg- und Talfahrt in Italien

28.05.2018, 11:52 Uhr | dpa-AFX

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Neu aufgeflammte politische Unsicherheit in Italien hat die Anleger an den europäischen Börsen am Montag beschäftigt. Zentrales Thema war zu Wochenbeginn die vorerst gescheiterte Regierungsbildung durch die europakritische Fünf-Sterne-Bewegung und die rechte Partei Lega in Italien. Deren gemeinsamer Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten, Giuseppe Conte, hatte den Regierungsauftrag am Sonntag wieder an Staatspräsident Sergio Mattarella zurückgegeben.

Die Blicke waren deshalb vor allem nach Mailand gerichtet, wo der FTSE MIB nach einem anfänglichem Kurssprung um bis zu 2 Prozent seien Rückenwind gänzlich verlor. Weil anfängliche Erleichterung schnell der Auffassung wich, dass der Regierungsbildungsprozess vor dem Hintergrund erwarteter Neuwahlen ein potenzieller Unruhefaktor bleibt, ging es für ihn zuletzt um 0,41 Prozent ab 22 307,30 Punkte bergab. "Umfragen signalisieren derzeit einen Stimmenzuwachs für die populistischen Parteien", warnte die britische Großbank HSBC.

An den übrigen Börsen ging es deutlich ruhiger zu - auch deshalb, weil einige internationale Marktteilnehmer dem Markt wegen Feiertagen fernblieben. Der EuroStoxx 50 gab zuletzt knapp um 0,09 Prozent auf 3512,15 Punkte nach. Er blieb damit auf Tuchfühlung zu der aktuell bei 3520 Punkten verlaufenden 200-Tage-Linie, die als vielbeachteter Indikator für den längerfristigen Trend gilt. In Paris jedoch legte der CAC-40 leicht um 0,07 Prozent auf 5546,60 Punkte zu. In London wurde wegen eines Feiertags nicht gehandelt. Gleiches gilt im Tagesverlauf für die US-Börsen.

Neben Italien stand auch die internationale Geopolitik wieder im Blickfeld - dieses Mal mit neuer Hoffnung: Nach der offiziellen Absage am Donnerstag äußert sich US-Präsident Donald Trump nun wieder zuversichtlich, dass der mit Spannung erwartete Gipfel mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un doch zustande kommt. Ein US-Verhandlungsteam sei am Sonntag in Nordkorea angekommen, um das Treffen vorzubereiten, schrieb er auf Twitter.

Der Finanzsektor war am Montag geprägt von der Entwicklung in Italien und den daraus resultierenden Unsicherheiten für die Eurozone. Im Zuge allgemeiner Ernüchterung gaben die anfänglich stark gestiegenen Finanzwerte ihre Gewinne komplett auf. Unicredit tauchten nach einem frühen Satz nach oben um mehr als 4 Prozent zuletzt mit 0,8 Prozent in die Verlustzone ab. Intesa Sanpaolo waren nach zeitweisem Anstieg um etwa 3 Prozent sogar mit etwas mehr als 1 Prozent in den roten Bereich abgerutscht.

In der Branchenwertung waren Bauwerte mit einem Anstieg um knapp ein halbes Prozent bei ihrem gesamteuropäischen Sektorindex führend. Schwäche zeigten dagegen Chemie- und Immobilienwerte mit ähnlich großen Abschlägen bei ihren Teilindizes. Teile davon standen allerdings auch mit Dividendenabschlägen bei einigen Einzelaktien in Zusammenhang.

Auch Gesundheitswerte neigten zur Schwäche - allen voran die Aktien von Genmab, die in Kopenhagen um fast 19 Prozent abrutschten. Bei dem dänischen Biotech-Unternehmen sorgte ein negatives Studienfazit des US-Partners Johnson & Johnson für Entsetzen. "Ein mangelnder Nutzen für Darzalex bei Lungenkrebs beseitigt signifikantes Aufwärtspotenzial für die Verkäufe des Medikaments", sagte Analyst James Quigley von JPMorgan.

In der Schweiz waren die Blicke auf Swiss Re gerichtet. Die Papiere des Rückversicherers rückten um 0,88 Prozent vor, obwohl es nun Gewissheit gibt, dass das japanische Unternehmen Softbank nicht beim Schweizer Rückversicherer einsteigt. Analyst Daniel Bischof sieht in der Aktie aber dennoch ein attraktives Investment.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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