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Wirtschaft: EZB steuert auf wichtige Debatte über Anleihekäufe zu


Wirtschaft  

EZB steuert auf wichtige Debatte über Anleihekäufe zu

06.06.2018, 13:23 Uhr | dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Europäische Zentralbank (EZB) steht offenbar kurz vor einer wegweisenden Debatte über ihre künftige Geldpolitik. Darauf deutete am Mittwoch ein Redebeitrag von EZB-Chefvolkswirt Peter Praet hin. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstagabend mit Bezug auf unterrichtete Kreise ähnliches berichtet. Bundesbankpräsident Jens Weidmann bekräftigte unterdessen seine Ansicht, dass die milliardenschwerden Wertpapierkäufe in diesem Jahr enden dürften.

An den Finanzmärkten sorgten die Äußerungen von EZB-Chefökonom Praet für kräftige Kursbewegungen. Praet, normalerweise ein Mann der leisen Töne, kündigte für die kommende EZB-Zinssitzung am 14. Juni eine Diskussion über den Fortgang des EZB-Wertpapierkaufprogramms an. Es sei klar, dass man nächste Woche die weitere Entwicklung der Anleihekäufe prüfen müsse, sagte Praet am Mittwoch in Berlin. Letztlich liege die Entscheidung über ein Ende oder eine Fortsetzung der Wertpapierkäufe aber beim geldpolitischen Rat der EZB, betonte der Belgier.

Der Euro legte nach den Äußerungen Praets spürbar zu. An den europäischen Anleihemärkten zogen die Renditen für Staatsanleihen deutlich an, am kräftigsten in Italien. Offenbar wertet der Markt steigende Kapitalmarktzinsen für das hochverschuldete Italien besonders kritisch. Zumal das Programm der dortigen neuen, aus populistischen Kräften bestehenden Regierung steigende Haushaltsdefizite erwarten lässt.

Bundesbankpräsident Jens Weidmann bekräftigte unterdessen seine Sicht, dass die Wertpapierkäufe der EZB in diesem Jahr enden dürften. "Es ist nicht überraschend, dass die Finanzmarktteilnehmer seit einiger Zeit erwarten, dass die Nettokäufe vor dem Jahresende beendet sein werden", sagte Weidmann am Mittwoch in einer Videobotschaft. "Diese Markterwartungen sind aus heutiger Sicht plausibel."

Wie auch sein Kollege Praet erwartet Weidmann, dass die Inflation wieder auf ein Niveau zurückkehren werde, das mit der EZB-Definition von Preisstabilität vereinbar sei. Die Notenbank geht bei einer Inflationsrate von knapp zwei Prozent von Preisstabilität aus. Im Mai hatte die Teuerung mit 1,9 Prozent dieses Ziel bereits erreicht. Allerdings galt die Rate vielen Volkswirten als durch Sondereffekte nach oben hin verzerrt. Die weniger schwankungsanfällige Kerninflation liegt nach wie vor deutlich niedriger bei rund einem Prozent.

Die Wertpapierkäufe der EZB sind seit ihrem Beginn umstritten, insbesondere in Deutschland. Der Notenbank wird vorgehalten, mit den Käufen ihr Mandat zu überschreiten und Staatsfinanzierung mit der Notenpresse zu betreiben. Ob der Vorwurf zutrifft, ist unter Fachleuten umstritten. Angelsächsische Ökonomen sind eher der Meinung, dass die Anleihekäufe zur Vermeidung einer vermeintlich konjunkturschädlichen Deflation notwendig und durch das Mandat der EZB gedeckt waren.

Aktuell kauft die EZB pro Monat Staatsanleihen im Wert von 30 Milliarden Euro. Seit Beginn der Käufe im März 2015 hat die Notenbank Wertpapiere im Gesamtwert von 2,4 Billionen Euro erworben. Neben Staatsanleihen, die den Großteil der Käufe ausmachen, erwirbt die Zentralbank auch andere öffentliche Anleihen, Unternehmensanleihen, gedeckte Bankanleihen und Kreditverbriefungen. Die Käufe laufen nach bisheriger Planung bis mindestens Ende September 2018. Was danach geschieht, ist offen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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