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Wegen Dieselskandal: Audi-Chef Rupert Stadler verhaftet

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Wegen Dieselskandal  

Audi-Chef Rupert Stadler verhaftet

18.06.2018, 18:37 Uhr | rtr, AFP, dpa

Wegen Dieselskandal: Audi-Chef Rupert Stadler verhaftet. Audi-Chef Rupert Stadler: Der Manager ist im Zuge des Dieselskandals verhaftet worden. (Quelle: dpa/Andreas Arnold)

Audi-Chef Rupert Stadler: Der Manager ist im Zuge des Dieselskandals verhaftet worden. (Quelle: Andreas Arnold/dpa)

Der erste Top-Manager der Autobranche sitzt wegen des Dieselskandals in Untersuchungshaft: Rupert Stadler, der Chef der VW-Tochter Audi. Die Staatsanwaltschaft sieht Verdunklungsgefahr.

In der Abgas-Affäre ist Audi-Chef Rupert Stadler verhaftet worden. Die Ermittler werfen Stadler unter anderem Betrug im Zusammenhang mit dem Verkauf von Dieselfahrzeugen mit manipulierter Abgasreinigung vor.

"Der Beschuldigte wurde der Ermittlungsrichterin vorgeführt, die den Vollzug der Untersuchungshaft angeordnet hat", teilte die Staatsanwaltschaft München II mit. Als Grund nannte die Behörde Verdunkelungsgefahr. Ein VW-Sprecher bestätigte den vorgang. "Darüber hinaus können wir uns vor dem Hintergrund der laufenden Ermittlungen inhaltlich nicht äußern. Für Herrn Stadler gilt weiterhin die Unschuldsvermutung."

Interimschef soll offenbar Vertriebsvorstand Bram Schot werden. Das wurde am Nachmittag aus Konzernkreisen bekannt. Der VW-Aufsichtsrat konnte sich in einer Krisensitzung am Abend allerdings noch nicht auf eine Personalentscheidung einigen. "Die Aufsichtsräte von Volkswagen AG und Audi AG haben heute noch keine Entscheidung getroffen und prüfen die Sachlage weiterhin", teilte ein Sprecher des VW-Aufsichtsrates schriftlich mit.

Vorwurf: Betrug und mittelbare Falschbeurkundung

Stadler ist seit elf Jahren Audi-Chef. Vor einer Woche hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, ein Ermittlungsverfahren gegen ihn sowie ein weiteres Mitglied des Vorstands der VW-Tochter eingeleitet zu haben.  Sie legt ihnen "Betrug sowie mittelbare Falschbeurkundung zur Last". Die beiden hätten Dieselautos mit manipulierter Abgasreinigung in Europa in den Verkehr gebracht.

Zur Sicherung von Beweismaterial waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft die Privatwohnungen von Stadler und dem nicht genannten Vorstandsmitglied durchsucht worden. Die Zahl der Beschuldigten stieg damit auf 20.

Audi-Chef Rupert Stadler: Der Manager ist im Zuge des Dieselskandals verhaftet worden. (Quelle: dpa/Andreas Arnold)Audi-Chef Rupert Stadler: Der Manager ist im Zuge des Dieselskandals verhaftet worden. (Quelle: Andreas Arnold/dpa)

Nicht auf Manipulationen reagiert?

In den USA sitzen bereits zwei ehemalige VW-Manager wegen des Dieselskandals in Haft. Sie wurden jeweils zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Stadler soll nach der Aufdeckung der Manipulationen in den USA von den falschen Abgaswerten auch in Europa gewusst haben, aber anders als in den USA keinen Vertriebsstopp angeordnet haben. Die Ermittler stützten sich auf die Auswertung von Korrespondenz, verlautete aus Ermittlerkreisen. Im März 2017 und im Februar 2018 hatte es in der Audi-Zentrale in Ingolstadt und im Werk Neckarsulm Razzien gegeben.

Neben Stadler sitzt als Beschuldigter auch ein ehemaliger Chef der Audi-Motorenentwicklung und Porsche-Entwicklungsvorstand in Untersuchungshaft. Er war im September 2017 verhaftet worden. Einer seiner früheren Mitarbeiter bei Audi in Neckarsulm war nach mehreren Monaten Untersuchungshaft im November 2017 wieder freigekommen. 

Audi soll in den USA und Europa von 2009 an rund 220.000 Dieselautos mit Schummelsoftware verkauft haben. Seit Ende 2015 hatten sechs Audi-Vorstände ihren Hut nehmen müssen. Gegen Stadler waren immer wieder Rücktrittforderungen laut geworden.

Seit elf Jahren an der Konzernspitze

Der 55-jährige Stadler lenkt die Marke mit den vier Ringen seit elf Jahren und konnte sich bisher auf die Rückendeckung der Familieneigner stützen. Inzwischen werden die Porsches und Piechs, die über die Porsche SE die Mehrheit an Volkswagen halten, offenbar vorsichtiger. Aus dem Umfeld des Aufsichtsrats ist zu hören, es gebe keine "Nibelungentreue" zu Stadler. Die Familien schätzten dessen Arbeit. Sollten durch die Ermittlungen aber gravierende Details bekannt werden, könnte der Rückhalt schwinden, sagte eine Person aus dem Umfeld der Familien. 

Der Insider betonte zugleich, dass die Familien im Moment noch nicht von Stadler abrückten. Wie lange sich der Audi-Chef halten kann, ist damit offen und hängt wesentlich davon ab, was die Staatsanwaltschaft gegen ihn vorbringt. Auch eine Anklage bedeutet allerdings nicht zwangsläufig sein Karriereende. Auch dann könne der Aufsichtsrat ihm das Vertrauen aussprechen, sagte die Person aus dem Familienumfeld.

Eine Ablösung von Stadler sei auch deshalb nicht einfach, weil ein möglicher Nachfolger beschädigt würde, sollten weitere Abgasschummeleien bekannt werden. Ingenieure von Audi sollen die Software mitentwickelt haben, die später auch bei Fahrzeugen von Volkswagen eingebaut wurde, um Dieselabgaswerte zu schönen. Der millionenfache Abgasbetrug hat den Konzern bisher mehr als 25 Milliarden Euro gekostet.

Verwendete Quellen:
  • Reuters, AFP, dpa

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