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Deutsche Bank besteht Stresstest – und wird abgestraft


Ausblick negativ  

Deutsche Bank besteht Stresstest – und wird abgestraft

22.06.2018, 11:47 Uhr | sm, rtr

Deutsche Bank besteht Stresstest – und wird abgestraft. Logo der Deutschen Bank: Die US-Tochter des größten deutschen Geldhauses muss sich in den USA einem Stresstest unterziehen. (Quelle: AP/dpa/Michael Probst)

Logo der Deutschen Bank: Die US-Tochter des größten deutschen Geldhauses muss sich in den USA einem Stresstest unterziehen. (Quelle: Michael Probst/AP/dpa)

Die Deutsche Bank hat den ersten Teil des US-Stresstests bestanden. Mit Teil zwei steht ihr jedoch eine noch größere Hürde bevor. Unterdessen senkt nach S&P und Moody's auch die Ratingagentur Fitch den Ausblick.

Die US-Tochter der Deutschen Bank, die DB USA, hat die Vorgaben des US-Stresstests deutlich erfüllt, teilt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) mit. Selbst in einem sehr negativen Szenario würde die harte Kernkapitalquote (CET1) nicht unter 12,2 Prozent fallen und damit den Mindestwert von 4,5 Prozent deutlich übertreffen. Auch für alle anderen Kapitalquoten seien die Mindestwerte übertroffen worden. Den zweiten Teil der Belastungsprobe will die Fed am 28. Juni 2018 veröffentlichen. Er gilt als die größere Hürde.

Krisensimulation systemrelevanter Banken

Bei dem Test wurde simuliert, wie sich ein extremer Wirtschaftsabschwung mit einer Arbeitslosenquote von zehn Prozent auf die Kapitalpolster der Banken auswirken würde. Solche Simulationen werden seit der Finanzkrise 2008/09 regelmäßig von den Aufsehern in vielen Ländern durchgespielt – in Deutschland und Europa von der Europäischen Zentralbank.

Die Deutsche Bank gehört zur Gruppe von Instituten, die von den Aufsehern wegen ihrer Größe, ihrer Vernetzung innerhalb des Finanzsystems und wegen ihrer Geschäfte besonders kritisch unter die Lupe genommen werden. Vor einigen Jahren bezeichnete der Internationale Währungsfonds (IWF) das Frankfurter Geldhaus sinngemäß als riskanteste Bank der Welt. Vor allem ihr Derivatebestand im sogenannten Handelsbuch gilt vielen Experten als sehr riskant.

Fitch senkt Ausblick für Deutsche Bank auf "negativ"

Der seit April 2018 amtierende Vorstandschef Christian Sewing hat der Deutschen Bank eine umfassende Rosskur verordnet. Er will sich künftig stärker auf Geschäfte in Deutschland und Europa konzentrieren und hat insbesondere in den USA und am Standort London zahlreiche Stellen im zuletzt schwächelnden Investmentbanking gestrichen.

Ratingagenturen zeigen sich dennoch skeptisch. So senkte die Ratingagentur Fitch den Ausblick für die Deutsche Bank von "stabil" auf "negativ". Begründet wird das mit dem substanziellen Risiko für das Geldhaus bei der Umsetzung seiner Restrukturierung, erklärte die US-Ratingagentur am Donnerstag. Fitch gehe davon aus, dass ein Versagen bei der Stärkung des Geschäftsmodells zu einer Herabstufung führen würde. Das Rating von "BBB+" wurde nicht angetastet.

Vor etwa drei Wochen hatte Standard & Poor's ihre Bonitätsnote des größten deutschen Geldhauses gesenkt: Die Bewertung der Kreditwürdigkeit wurde um eine Stufe auf "BBB+" von "A-" gekappt. Moody's hatte Ende April 2018 den Ausblick für das langfristige Einlagenrating auf "negativ" von "stabil" gesenkt. Bei einer Herabstufung drohen dem Geldhaus höhere Finanzierungskosten. Für Banken spielen diese eine wichtige Rolle: Je günstiger sie sich refinanzieren können, desto höher sind die Margen bei den ausgereichten Krediten.

Verwendete Quellen:
  • Reuters

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