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Wirtschaft: Unternehmensstimmung im Euroraum hellt sich deutlich auf

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Wirtschaft  

Unternehmensstimmung im Euroraum hellt sich deutlich auf

22.06.2018, 11:03 Uhr | dpa-AFX

LONDON (dpa-AFX) - Die Stimmung der Unternehmen im Euroraum hat sich im Juni nach einer Flaute wieder deutlich aufgehellt. Der vom Markit-Institut erhobene Einkaufsmanagerindex stieg um 0,7 Punkte auf 54,8 Zähler, wie das Institut am Freitag in London mitteilte. Es ist der erste Anstieg des stark beachteten Indikators nach vier Rückgängen in Folge. Die Rückgänge hatten bei vielen Beobachtern Furcht vor einem konjunkturellen Abschwung ausgelöst.

Die Erwartungen von Analysten wurden übertroffen. Sie hatten mit einem weiteren Rückgang auf 53,9 Punkte gerechnet. In den beiden großen betrachteten Sektoren fiel die Entwicklung uneinheitlich aus: In der Industrie war die Stimmung schlechter, im Dienstleistungssektor war sie dagegen besser. Die Indizes liegen mit jeweils mehr als 50 Punkten klar über der Wachstumsgrenze.

Auch in den beiden größten Volkswirtschaften des Euroraums, Deutschland und Frankreich, entwickelte sich die Stimmung unterschiedlich. Während sie in beiden Ländern in der Industrie fiel, stieg sie in den Dienstleistungssektoren. Allerdings liegt der Industrieindex in Deutschland wesentlich höher als in Frankreich. Dort ist dafür die Stimmung der Dienstleister besser als im Nachbarland.

Markit kommentierte die Stimmungsaufhellung zurückhaltend. Einige Details der Umfrage deuteten darauf hin, dass von Entwarnung keine Rede sein könnte, sagte Chefökonom Chris Williamson. Er verwies unter anderem auf eine verglichen mit Mai geringere Anzahl von Feiertagen im Juni. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass in den Unternehmen schlicht wieder Routine eingekehrt sei. Die Wirtschaft könnte also durchaus immer noch "auf schwachem Fuß" unterwegs sein.

"Besonders anfällig für eine weiter Abkühlung scheint die Industrie zu sein, wo die Unternehmen über Handelshemmnisse und politische Unsicherheiten klagen", warnte Ökonom Williamson. Ein wesentlicher Grund dafür dürfte der von den USA ausgehende Handelskonflikt mit zahlreichen Ländern und Wirtschaftsregionen sein. In Europa kommt eine angespannte politische Stimmung hinzu, angeheizt insbesondere durch unterschiedliche Vorstellungen in der Flüchtlingspolitik.

An den Finanzmärkten profitierte der Euro von den Daten. Er stieg bis auf ein Tageshoch von 1,1674 US-Dollar. An der Börse sorgte die Stimmungsaufhellung für Erleichterung und Kursgewinne.

^Region/Index Juni Prognose Vormonat

EURORAUM

Gesamt 54,8 53,9 54,1

Verarb. Gew. 55,0 55,0 55,5

Dienste 55,0 53,8 53,8

DEUTSCHLAND

Verarb. Gew. 55,9 56,3 56,9

Dienste 53,9 52,2 52,1

FRANKREICH

Verarb. Gew. 53,1 54,0 54,4

Dienste 56,4 54,3 54,3°

(in Punkten)

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