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Lohnt sich jetzt der Einstieg? An Facebook kommen vermehrt Zweifel auf


Dramatischer Kurssturz  

Facebook-Manager machten vorher Kasse

27.07.2018, 14:14 Uhr | sm, t-online.de

Lohnt sich jetzt der Einstieg? An Facebook kommen vermehrt Zweifel auf. Mark Zuckerberg: Auch der Facebook-Chef verkauft viele seiner Aktien. (Quelle: Reuters/Charles Platiau/File Photo)

Mark Zuckerberg: Auch der Facebook-Chef verkauft viele seiner Aktien. (Quelle: Charles Platiau/File Photo/Reuters)

Nach Vorlage der Quartalszahlen stürzte die Facebook-Aktie dramatisch ab. Viele Top-Manager des Konzerns haben sich vorher von Anteilen getrennt. Alles rechtens, sagt die Börsenaufsicht.

Zu Handelsschluss am Donnerstag verbuchte die Facebook-Aktie Facebook Inc. Aktie ein Minus von 19 Prozent und stand bei 176,3 US-Dollar (150,7 Euro). Der Börsenwert des sozialen Netzwerks sackte an einem Tag um rund 100 Milliarden US-Dollar – vorbörslich in der Spitze gar um 151 Milliarden Dollar – ab. Das dürfte die größte Einbuße des Marktwerts eines Unternehmens an einem Tag gewesen sein. Zugleich schmolz das Vermögen von Konzernchef Mark Zuckerberg um fast 16 Milliarden US-Dollar ab.

Facebook-Manager trennen sich von Aktien

Interessant ist, dass Top-Manager des Unternehmens sich im zweiten Quartal von insgesamt 13,6 Millionen Facebook-Anteilen trennten – dreimal so viel wie im letzten Quartal des Jahres 2017. Auch im ersten Quartal 2018 lag die Zahl mit 8,3 Millionen Anteilen weit unter diesem Wert, berichtet CNBC unter Berufung auf Zahlen des Analysehauses Insider Score.

Zwar erfolgten die Aktienverkäufe vor dem Hintergrund der jüngsten Skandale, doch seien sie laut der US-Börsenaufsicht als regelkonform anzusehen. Wie es weiter heißt, soll sich Facebook-Chef Zuckerberg im zweiten Quartal von 13 Millionen Papieren getrennt haben – 240.000 davon allein am Mittwoch und 534.000 Aktien am Tag vor der Bekanntgabe der Quartalszahlen. 

Damit fiel der Kursrutsch für den Facebook-Chef nicht ganz so hart aus, wie zuerst angenommen. Allerdings hatte Zuckerberg im September 2017 gegenüber der US-Börsenaufsicht angekündigt, sich innerhalb von 18 Monaten von Aktien im Wert von sechs Milliarden US-Dollar zu trennen. Die Gewinne aus den Verkäufen sollen in die Chan-Zuckerberg-Stiftung fließen.

Skandal um Cambridge Analytica

Facebook hatte am Mittwoch die Bilanz für das zweite Quartal vorgelegt – Umsatz, Gewinn und Anstieg der Nutzerzahlen blieben hinter den Erwartungen zurück – allerdings nur minimal. Der Umsatz kletterte zwar um 42 Prozent auf 13,2 Milliarden Dollar. Branchenexperten hatten allerdings mit 13,4 Milliarden Dollar gerechnet. Auch beim Nutzerwachstum blieb Facebook hinter den hoch gesteckten Erwartungen zurück.

Die Zahl der Nutzer stieg auf 2,23 Milliarden, von Reuters befragte Experten hatten mit 2,25 Milliarden gerechnet. Die Zahl der täglich und monatlich aktiven Nutzer ging vor allem in Europa nach dem Skandal im Zusammenhang mit dem Datenanalyse-Unternehmen Cambridge Analytica deutlich zurück. Die Anleger blicken mit Argusaugen auf den Wert, weil die Reichweite entscheidend für Facebooks Werbegeschäft ist.

Facebook steckt wegen des Datenskandals, in dessen Zusammenhang zusätzlich neue Datenschutzregeln greifen, seit Monaten in der schwersten Krise seiner Unternehmensgeschichte. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte am Mittwoch gesagt, das Unternehmen investiere "so viel in die Sicherheit, dass es sich auf unsere Rentabilität auszuwirken beginnt".

Facebook-Crash – eine Überreaktion?

Mit dem Kurssturz kann Facebook nun ein weiteres Superlativ sein Eigen nennen: den größten Kurseinbruch der US-Börsengeschichte. Die Aktie fiel auf das Niveau von Anfang Mai zurück. Doch mit Blick auf die Kursentwicklung seit Börsenstart im Mai 2012 erscheint der Absturz gleichwohl eher wie ein Ausrutscher.

Seit ihrem Tief im September 2012 bei 17,55 US-Dollar hat sich der Wert der Anteilscheine innerhalb von rund fünf Jahren verzehnfacht. Und der Sturz erfolgte von einer nicht geringen Fallhöhe: Im Vorfeld der Quartalszahlen verzeichnete der Social-Media-Gigant ein Rekordhoch bei 218,62 US-Dollar.

Dennoch: Aufgrund enttäuschender Zahlen senkten reihenweise Analysten ihre Kursziele und stuften die Papiere sogar ab. Eine Überreaktion, könnte man fragen. Nein, meint Heather Bellini von der US-Investmentbank Goldman Sachs. Facebook habe erstmals seit dem Börsengang die Gewinnerwartungen verfehlt. Das Werbegeschäft sei deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Die schwächere Wachstumsprognose des Onlinenetzwerkes habe beträchtliche Unsicherheiten über die künftige Entwicklung des sozialen Netzwerkes losgetreten, meint Analyst Lloyd Walmsley von der Deutschen Bank. Die Papiere könnten dementsprechend in naher Zukunft erst einmal auf ihrem nun reduzierten Niveau stagnieren. Heißt: Keine Gewinne einfahren.

Doch es gibt auch optimistischere Einschätzungen. Das Unternehmen investiere in die Zukunft, um das neue Feature "Stories" zur Erstellung von Bilder- und Videosammlungen zu bewerben, betonen Brian Nowak von der US-Investmentbank Morgan Stanley. Nun komme es darauf an, dies in bares Geld umzumünzen, ergänzt Christian Koch von der DZ Bank.

Zu wenige Innovationen, die zu viel Geld verschlingen. Ein gesättigter Markt, in dem junge Internetnutzer sich immer schneller neuen Social-Media-Anwendungen zuwenden. Facebook steht vor vielen Herausforderungen und die Zukunft erscheint wohl auch vielen Investoren ungewiss. Manche sehen wohl erst einmal die richtige Zeit gekommen, Kasse zu machen. 

Verwendete Quellen:
  • dpa-AFX
  • AFP
  • CNBC
  • weitere Quellen
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