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DAX, TecDAX und Co. – Deutsche Börse revolutioniert Index-Landschaft

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Index-Reform  

DAX, TecDAX und Co. – Deutsche Börse ändert Index-Landschaft

Von Sabrina Manthey

07.09.2018, 16:51 Uhr
DAX, TecDAX und Co. – Deutsche Börse revolutioniert Index-Landschaft. Börsenkurse und Kursentwicklung: Ende September 2018 stockt die Deutsche Börse die Zahl der gelisteten Unternehmen im MDAX und SDAX auf – die Grundlage für das künftige Crosslisting von klassischen und Technologiewerten. (Quelle: Getty Images/phongphan5922)

Börsenkurse und Kursentwicklung: Ende September 2018 stockt die Deutsche Börse die Zahl der gelisteten Unternehmen im MDAX und SDAX auf – die Grundlage für das künftige Crosslisting von klassischen und Technologiewerten. (Quelle: phongphan5922/Getty Images)

Die Deutsche Börse krempelt die Indizes um. Die strikte Trennung zwischen klassischen und Technologiewerten wird aufgehoben. Was das für Investoren, Fonds und Privatanleger bedeutet.

Ist es nun eine Revolution oder Revolutiönchen? Da streiten sich die Experten. Doch eins ist klar: Die Deutsche Börse ändert ab dem 24. September 2018 die Regeln für die Aufnahme von Unternehmen in die Börsenindizes MDAX MDAX PERFORMANCE-INDEX Index, SDAX SDAX P-IN. Index und TecDAX TECDAX Index. Damit will die Börse die DAX-Familie internationaler aufstellen und die Indizes attraktiver für Investoren gestalten.

Bisher galt an der Deutschen Börse der Grundsatz, dass ein Unternehmen nur in einem Aktienindex gelistet sein darf. Wer in den DAX DAX Index, MDAX und SDAX aufgenommen werden wollte, musste sich für einen Index entscheiden. Die Trennung nach den Segmenten Tech und Classic wird nun aber aufgehoben


DAX-Familie wird größer

Im ersten Schritt wird die Trennung bei der Börsennotierung in klassische Industriebranchen (DAX, MDAX, SDAX) und reine Technologieunternehmen (TecDAX) aufgehoben. Die Dotcom-Ära ist damit in Deutschland so gut wie Geschichte.

Dotcom-Epoche: Vor rund 20 Jahren wurde das Zeitalter der Technologiewerte an der Börse eingeläutet. Internetfirmen schossen wie Pilze aus dem Boden, deren Börsenbewertungen teils schwindelerregende Höhen erreichten. Der Neue-Markt-Index Nemax 50 wurde gegründet. Nach dem Platzen der Internetblase ging dieser in den Technologieindex TecDax über.

Somit können im zweiten Schritt Unternehmen des Technologiesegments auch in den MDAX oder den SDAX aufgenommen werden. Das heißt auch: Unternehmen aus dem DAX, die den Technologiesektoren zugeordnet werden, können künftig zusätzlich im TecDAX gelistet werden – so aktuell SAP SAP SE O.N. Aktie, die Deutsche Telekom DT.TELEKOM AG NA Aktie und Infineon INFINEON TECH.AG NA O.N. Aktie.

In einem dritten Schritt wird die DAX-Familie in Zukunft aus insgesamt 190 statt wie bisher aus 160 Börsennotierungen bestehen. Das bedeutet: Die Zahl der Unternehmen im MDAX steigt von 50 auf 60 und im SDAX von 50 auf 70. Die Anzahl der TecDAX-Unternehmen bleibt bei 30 Werten. Ebenso bleibt es bei 30 DAX-Werten. Nach Berechnungen der Deutschen Börse decken die vier Indizes künftig mehr als 98 Prozent des Marktwertes im regulierten Prime Index ab.

MDAX: Im Börsenindex MDAX (Mid-Cap-Index) sind aktuell 50 mittelgroße deutsche oder in Deutschland tätige Unternehmen gelistet, die bezüglich ihrer Größe – der Marktkapitalisierung und dem Börsenumsatz – auf die DAX-Werte folgen. Auf den MDAX folgt der SDAX, der sogenannte Small-Cap-Index. Dieser umfasst die derzeit 50 Unternehmen, die in ihrer Größe auf den MDAX folgen.

Wird es mit der Umstellung große Verschiebungen oder Auf- und Abstiege bei den Indizes geben? Eher kaum, urteilt die Commerzbank. Nach ihren Berechnungen dürfte sich an der Gesamtzahl der gelisteten Unternehmen kaum etwas ändern. Zehn bis zwölf TecDAX-Werte dürften zusätzlich in den MDAX einziehen, etwa 15 dürften Platz im SDAX finden. Das Crosslisting lässt nicht viel Platz für Börsen-Newcomer.

Frankfurter Wertpapierbörse: Bulle und Bär stehen für das Auf und Ab an der Börse. (Quelle: dpa/Frank Rumpenhorst)Frankfurter Wertpapierbörse: Bulle und Bär stehen für das Auf und Ab an der Börse. (Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa)

TecDAX – die Schatten der Vergangenheit

Fassen wir kurz zusammen: Der TecDAX bekommt mit den DAX-Schwergewichten SAP, Deutsche Telekom und Infineon im September drei prominente Mitglieder hinzu. Zugleich können sich alle weiteren TecDAX-Titel zusätzlich im MDAX und SDAX abbilden lassen.

Wird diese Form der "Zweitmitgliedschaft" der TecDAX-Werte zu einer Aufwertung des Technologieindex führen? Nein, betont der Index-Experte Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Im Gegenteil: Die klassischen Kursbarometer – also der MDAX und SDAX – werden gestärkt, während der TecDAX seine Vergangenheit als Neuer-Markt-Index nicht abschütteln kann.

Klassische Börsenunternehmen: Darunter fasst die Deutsche Börse alle Unternehmen zusammen, die nicht in Zukunftsbranchen wie Chips, Telekom, IT oder Biotech fallen und das Rückgrat von MDAX und SDAX bilden. 

In der Tat, der TecDAX kämpft weiterhin mit den Schatten der Vergangenheit. So ließen sich einige Börsenneulinge wie zum Beispiel der Start-up-Entwickler Rocket Internet ROCKET INTERNET SE Aktie, der Online-Versandhändler Zalando ZALANDO SE Aktie und der Spezialanbieter für Leuchtsysteme Osram OSRAM LICHT AG NA O.N. Aktie lieber im MDAX einsortieren als im Technologieindex.

Doch nicht nur die Dotcom-Geschichte schreckt den einen oder anderen Investor ab. Auch die höheren Schwankungswerte der Kurse, geringe Handelsumsätze und der häufige Wechsel bei den Tech-Werten treiben den Geldgebern die Sorgenfalten auf die Stirn. Das soll sich nun ändern.

Denn: Die mögliche Doppellistung von Technologieunternehmen kann sich auch als Gewinn für den TecDAX herausstellen. Zum einem gewinnt er mit DAX-Werten an Gewicht und zugleich Stabilität. Zum anderen erfahren die Tech-Werte mit der Aufnahme in den MDAX und SDAX eine größere Aufmerksamkeit auch von institutionellen Investoren. 

Kalkulieren von Gewinnen: Veränderungen in der Börsenlandschaft spiegeln sich auch in den Anlageprodukten von Fondssparern wider. (Quelle: Getty Images/lovelyday12)Kalkulieren von Gewinnen: Veränderungen in der Börsenlandschaft spiegeln sich auch in den Anlageprodukten von Fondssparern wider. (Quelle: lovelyday12/Getty Images)

Was das für Anleger bedeutet

Für die Deutsche Börse erhöht sich mit der größeren DAX-Familie die Liquidität und Handelbarkeit der gelisteten Werte und mithin die Repräsentativität der vier Börsenindizes für Investoren. Zugleich spiegelt das – mit der Aufhebung der Trennung zwischen klassischen und Technologiewerten einhergehende –Crosslisting die Marktkapitalisierung der Unternehmen besser wider.

Auch für Privatanleger hat die Index-Renovierung Folgen, selbst wenn sie nicht direkt an der Börse investieren. So zum Beispiel, wenn sie einen Fondssparplan, eine Altersvorsorge basierend auf Aktienfonds oder auch Anteile an einem Indexfonds haben. Je nach Ausrichtung der Anlageprodukte, könnten sich auch für sie Änderungen ergeben.

So müssen zum Beispiel passiv gemanagte Indexfonds, so genannte Exchange Traded Funds (ETF), die zugrunde gelegten Indizes genau abbilden. Jede Änderung im Index muss sich auch im entsprechenden ETF-Produkt wiederfinden. Zudem werden sich Fondsmanager bei aktiv gemanagten Aktienfonds an der neuen Index-Zusammesetzung orientieren – exakt abbilden müssen sie die Indizes hingegen nicht.

Blick in die Zukunft – Schattenindizes der Deutschen Börse

Die Spannung wächst, welche Unternehmen im Zuge der regulären Indexüberprüfung zum einen auf- oder absteigen und wie sich die Indizes mit der Änderung des Regelwerkes zusammensetzen. Den ersten Paukenschlag gibt es schon: Ein DAX-Gründungsmitglied steigt zum 24. September 2018 aus der ersten deutschen Börsenliga ab. Mit der Commerzbank COMMERZBANK AG Aktie muss ein traditionsreiches Geldhaus seinen Platz für die nächste Generation räumen – den Online-Zahlungsabwickler Wirecard WIRECARD AG Aktie

Eine Einschätzung der Zusammensetzung finden Sie hier.

Schattenindex  ISIN
MDAX(60)-SIMU PRDE000A0Z3NK1
MDAX(60)-SIMU TRDE000A0Z3NJ3
SDAX(70)-SIMU PRDE000A0Z3NM7
SDAX(70)-SIMU TRDE000A0Z3NL9
TecDAX(30)-SIMU PRDE000A0Z3NH7
TecDAX(30)-SIMU TRDE000A0Z3NG9

Zur Vorbereitung auf die Umstellung Ende September veröffentlicht die Deutsche Börse seit dem 18. Juni 2018 sogenannte Schattenindizes, die MDAX, SDAX und TecDAX bereits nach den neuen Regeln simulieren. Dies ermöglicht unter anderem Investoren einen Ausblick hinsichtlich der Auswirkungen auf Risiko und Rendite. Eine Aussage über die endgültige Zusammensetzung wird jedoch erst mit der Umstellung am 24. September 2018 getroffen.

Verwendete Quellen:
  • Deutsche Börse
  • dpa
  • Reuters
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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