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Aldi Süd baut Elektrotankstellen in Autobahnnähe


Aufladen beim Einkaufen  

Aldi baut Elektrotankstellen in Autobahnnähe

08.08.2018, 14:00 Uhr | Erich Reimann, dpa

Aldi Süd baut Elektrotankstellen in Autobahnnähe. Ladestation für Elektrofahrzeuge: Der Discounter Aldi Süd will mehr Lademöglichkeiten entlang der großen deutschen Autobahnen schaffen. (Quelle: dpa/Maja Hitij/dpa)

Ladestation für Elektrofahrzeuge: Der Discounter Aldi Süd will mehr Lademöglichkeiten entlang der großen deutschen Autobahnen schaffen. (Quelle: Maja Hitij/dpa/dpa)

Elektrotankstellen sind in Deutschland noch dünn gesät. Das könnte sich aber ändern: Aldi Süd baut das Netz an 28 Filialen weiter aus – und auch andere Handelsketten locken ihre Kunden immer öfter mit Ladesäulen.

Für Elektroauto-Besitzer dürften Fahrten quer durch Deutschland bald etwas einfacher werden. Aldi Süd rüstet 28 Filialen in der Nähe der großen deutschen Autobahnen mit Schnellladesäulen aus, an denen die Kunden ihre Fahrzeuge kostenlos aufladen können. Je nach Fahrzeugtyp sei damit in gut 30 Minuten eine Reichweitenverlängerung von bis zu 200 Kilometern möglich, verspricht das Unternehmen.

Immer mehr Händler schließen Lücken im Netz

Der Hintergrund: Die großen deutschen Handelsketten haben die Elektromobilität als Thema entdeckt, mit dem sie sich beim Kunden profilieren können. Schließlich sind öffentliche Stromladestationen in Deutschland bislang noch recht dünn gesät, und Schnellladesäulen haben geradezu Seltenheitswert. Das "Handelsblatt" titelte erst kürzlich: "Deutschland ist bei Ladestationen für Elektroautos ein Entwicklungsland".

Immer mehr Händler tragen dazu bei, die Lücken im Netz wenigstens ein bisschen zu schließen. Ikea etwa hat inzwischen zwei Drittel seiner 53 Einrichtungshäuser mit E-Tankstellen ausgestattet. Bis 2019 sollen auch die restlichen Standorte folgen. Besonders an Freitagen und Samstagen werde das Angebot rege genutzt, heißt es beim Unternehmen.

Elektromobilität stärkt das Image

Auch der Lebensmittelhändler Rewe hat an seinen Läden mehr als 50 Ladesäulen eingerichtet. Die Ladenkette Kaufland will bis Anfang 2019 mehr als 100 Schnellladestationen zur Verfügung stellen. Lidl bietet dem jüngsten Nachhaltigkeitsbericht zufolge an 9 Filialen die Möglichkeit, Strom zu tanken. "Unser Ziel ist es, zukünftig jede neu eröffnete Filiale mit einer E-Ladesäule auszustatten", teilt das Unternehmen mit.

"Für die Unternehmen lohnt sich das Engagement beim Thema Elektromobilität auf jeden Fall. Es stärkt das Image. Die Marke wirkt dadurch jugendlicher und umweltfreundlicher", erklärt der Marketing-Experte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU die Strategie der Händler. Außerdem lockten die Elektrotankstellen eine attraktive, zahlungskräftige Kundengruppe an.

Aldi Süd: Hier entstehen die neuen Elektrotankstellen

Wegweiser zu Aldi-Ladestationen: Die ausgewählten Filialen liegen in der Nähe der Autobahnen A3, A5, A6, A7, A8 und A9. (Quelle: dpa/Silas Stein)Wegweiser zu Aldi-Ladestationen: Die ausgewählten Filialen liegen in der Nähe der Autobahnen A3, A5, A6, A7, A8 und A9. (Quelle: Silas Stein/dpa)

Aldi Süd war einer der Vorreiter bei dieser Entwicklung. Der Discounter begann bereits 2015 mit der Installation der ersten Ladesäulen an Pilotfilialen und verfügt mittlerweile an mehr als 50 Standorten über Elektrotankstellen. Allerdings liegen diese bislang in aller Regel in Großstädten. Im nächsten Schritt will das Unternehmen jetzt ein Angebot entlang der großen Hauptverkehrsrouten durch Deutschland ausrollen und dort 28 Filialen mit Ladesäulen ausrüsten.

"Bisher haben wir uns auf die Ballungszentren und Innenstädte konzentriert. Jetzt ermöglichen wir unseren Kunden auch, ihre Urlaubsfahrten mit uns zu planen", sagt der Leiter Energiemanagement bei Aldi Süd, Florian Kempf, bei der Eröffnung einer neuen Ladestation im hessischen Seeheim-Jugenheim nahe der A5. Die ausgewählten Filialen liegen nach Unternehmensangaben maximal fünf Minuten Fahrzeit von den Autobahnen A3, A5, A6, A7, A8 und A9 entfernt.

Aldi Nord macht bei der Aktion nicht mit

Wer die Autobahnkarten vor Augen hat, bemerkt es sofort: Die Stationen finden sich nur in Süd- und Westdeutschland, dort wo Aldi Süd präsent ist. Denn das Schwesterunternehmen Aldi Nord macht bei der Aktion nicht mit. "Aldi Nord verfügt derzeit über keine Ladestationen für Eletronik-Fahrzeuge", räumt das Unternehmen auf Anfrage ein. Ein Grund dafür sei, dass es noch mehrere verschiedene Ladesysteme gebe, man den Kunden aber gern eine einheitliche Lösung anbieten wolle.

Fakt ist auch: Die Nachfrage scheint noch recht überschaubar. Aldi Süd jedenfalls registriert je Station durchschnittlich gerade einmal "vier bis fünf Ladevorgänge pro Öffnungstag".

Verwendete Quellen:
  • dpa

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