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Ausstieg bei Metro: Milliardärsfamilie Haniel zieht die Notbremse


Ausstieg bei Metro  

Milliardärsfamilie Haniel zieht die Notbremse

26.08.2018, 17:18 Uhr | rtr

Ausstieg bei Metro: Milliardärsfamilie Haniel zieht die Notbremse. Ein Metro-Markt in Russland: Der Konzern ist auch international aktiv. (Quelle: imago images/Anton Novoderezhkin/TASS)

Ein Metro-Markt in Russland: Der Konzern ist auch international aktiv. (Quelle: Anton Novoderezhkin/TASS/imago images)

Die deutsche Milliardärsfamilie Haniel will sich nach über 50 Jahren aus dem Metro-Konzern zurückziehen. Nach massiven Kursverlusten ist der Schritt schmerzhaft. Käufer für die Anteile sind bereits gefunden.

Ende einer Ära beim Handelsriesen Metro: Nach mehr als 50 Jahren steht die Duisburger Familienholding Haniel vor dem Ausstieg. Haniel-Chef Stephan Gemkow leitet die Trennung mit dem Verkauf eines größeren Aktienpakets ein. "Haniel ist seit langem bestrebt, sein Unternehmensportfolio zu diversifizieren, auszubalancieren und zu erweitern. Vor diesem Hintergrund und nach reiflicher Überlegung haben wir entschieden, dass es für die Metro AG von Vorteil sein wird, neue Investoren zu gewinnen", begründete Gemkow am Freitag nach Börsenschluss den Schritt.

Zuletzt hatte die Metro-Beteiligung Haniel nur wenig Freude bereitet. "Die Wertentwicklung ist eine Enttäuschung, das sieht jeder, der auf den Kurszettel schaut", hatte Gemkow im Frühjahr der Nachrichtenagentur Reuters gesagt. Nun zieht er Konsequenzen.

Haniel verkauft zunächst 7,3 Prozent ihrer Metro-Aktien an die EP Global Commerce GmbH (EPGC), eine Gesellschaft, hinter der zwei Investoren aus Tschechien und der Slowakei stehen. Die Investoren haben zudem die Option, auch die übrigen 15,2 Prozent der Metro-Anteile im Haniel-Besitz zu erwerben. Beide Parteien wollten sich nicht zum Kaufpreis äußern. Auf die Beteiligung der Duisburger an der Elektronikhandelsholding Ceconomy habe die Transaktion keine Auswirkungen, hieß es weiter.

Investoren wollen Anteile komplett übernehmen

"Wir sind sehr stolz darauf, die Gelegenheit zu bekommen, ein wichtiger Aktionär der Metro zu werden", erklärte Daniel Kretinsky, neben Patrik Tkac einer der beiden Investoren bei EPGC. "Vorbehaltlich bestätigender Ergebnisse beabsichtigen wir, die Call-Option auszuüben." Auch der Kauf weiterer Metro-Anteile werde nicht ausgeschlossen. Metro begrüße jeden neuen Aktionär, sagt ein Sprecher der Düsseldorfer.

Beide Investoren kommen nicht aus der klassischen Handelsbranche. Tkac ist den Angaben zufolge Miteigentümer der J&T Unternehmensgruppe, die überwiegend in der Tschechischen Republik und in der Slowakei tätig ist. Kretinksy ist in Deutschland kein Unbekannter - er kontrolliert den Strom-Versorger EPH. Dieser hatte in der Bundesrepublik die Braunkohlekraftwerke und den Tagebau von Vattenfall übernommen.

Kurse trotz Aufspaltung auf Talfahrt

Die Trennung von Haniel und Metro hatte sich angedeutet. So hatte Gemkow in den vergangenen Jahren die Abhängigkeit des 1756 gegründeten Traditionsunternehmens vom Handel deutlich reduziert und in anderen Branchen investiert. Das Portfolio umfasst neben dem Rohstoffhändler ELG und der Hygiene-Tochter CWS Boco auch Anteile von 22,5 Prozent an Metro, 25 Prozent an Ceconomy und die Mehrheit an Takkt.

Zudem rutschte Metro zunehmend in schwieriges Fahrwasser. Der Konzern stieg 2012 aus dem deutschen Börsenindex Dax ab, Haniel musste damals einen Netto-Verlust von rund 1,9 Milliarden Euro ausweisen, der Löwenanteil davon waren Abschreibungen auf die Metro-Beteiligung.

Um den Konzern wieder schlagkräftiger zu machen, hatte Metro-Chef Olaf Koch im Sommer vergangenen Jahres die Großmärkte und Real vom Elektronikhandel um Media Markt und Saturn abgespalten. Dieser wird nun von der Holding Ceconomy gesteuert. Allerdings schlug sich die Aufspaltung bislang nicht positiv im Aktienkurs nieder - im Gegenteil, die Kurse beider Gesellschaften gaben nach. Zuletzt setzten Probleme in Russland dem Handelsriesen Metro zu, dem neben einem Netz von 760 Großmärkten in Deutschland, Europa und Asien auch die Supermarktkette Real gehört.

Verwendete Quellen:
  • Reuters

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