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Razzia bei zweitgrößter deutscher Bank im Cum-Ex-Skandal


Deutschen Staat geschädigt  

Razzia bei zweitgrößter deutscher Bank

30.08.2018, 11:55 Uhr | rtr, hs

Razzia bei zweitgrößter deutscher Bank im Cum-Ex-Skandal. DZ Bank: Ermittelt wird gegen vier Börsenhändler des Instituts. (Quelle: imago images/Ralph Peters)

DZ Bank: Ermittelt wird gegen vier Börsenhändler des Instituts. (Quelle: Ralph Peters/imago images)

Zahlreiche Geldhäuser haben beim Handel von Aktien eine Regelungslücke ausgenutzt und den Staat um Millionen betrogen. Bei einem Institut haben Ermittler jetzt zugeschlagen.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat Mitte Juli die DZ Bank im sogenannten Cum-Ex-Skandal durchsucht. Eine Sprecherin des Zentralinstituts der Volks- und Raiffeisenbanken bestätigt einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung".

Demnach waren am 11. Juli 2018 zwei Dutzend Ermittler wegen Aktiengeschäften zu Lasten des Fiskus im Einsatz. Die DZ Bank soll den Staat mit diesen Börsengeschäften nach Berechnungen der Finanzbehörden um 131 Millionen Euro geschädigt haben.


Laut "SZ" hat die zweitgrößte deutsche Bank inklusive Zinsen inzwischen 149 Millionen Euro an den Fiskus gezahlt und damit den Schaden ausgeglichen. Die Staatsanwaltschaft wollte sich nicht äußern.

DZ Bank hat Eigenhandel mit Aktien eingestellt

Ermittelt wird gegen vier Börsenhändler des Instituts. Zwei der vier Händler hat die DZ Bank schon vor Längerem fristlos gekündigt. Von ihnen verlangt die Bank nach eigenen Angaben Schadenersatz. Bei den anderen beiden Verdächtigen soll eine Trennung rechtlich bislang nicht möglich gewesen sein. Sie sollen aber längst in anderen Bereichen arbeiten. Die DZ Bank hat ihren Angaben zufolge den Eigenhandel mit Aktien bereits 2012 eingestellt.

Bis 2012 hatten zahlreiche Banken und Börsenhändler beim Handel von Aktien mit (Cum) und ohne (Ex) Dividende eine Regelungslücke ausgenutzt. Ingesamt soll der deutsche Fiskus dadurch Schätzungen zufolge um mehr als zehn Milliarden Euro betrogen worden sein.

Ermittlungen gegen Banken aus In- und Ausland laufen

Bundesweit laufen zahlreiche Ermittlungen, die viele Banken aus dem In- und Ausland betreffen. Bei der DZ Bank flogen mutmaßlich kriminelle Deals bei einer Prüfung durch die Finanzbehörden im Jahr 2013 auf.

2016 hat die Bank sämtliche auch mit Hilfe externer Prüfer erstellten Untersuchungsberichte den Behörden zur Verfügung gestellt. Diese Berichte reichten den Ermittlern aber offenbar nicht aus, weshalb es nun zu der Razzia bei der DZ Bank kam.

Verwendete Quellen:
  • rtr

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