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Rüsselsheim: Opel will 2.000 Arbeitsplätze von Entwicklungszentrum auslagern

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Es geht um 2.000 Jobs  

Opel will Mitarbeiter von Entwicklungszentrum auslagern

05.09.2018, 20:07 Uhr | Jörn Bender, dpa

Rüsselsheim: Opel will 2.000 Arbeitsplätze von Entwicklungszentrum auslagern. Opel-Chef Michael Lohscheller: Autobauer Opel erwägt eine Partnerschaft mit Segula Technologies aus Frankreich. (Quelle: dpa/Arne Dedert/Archiv)

Opel-Chef Michael Lohscheller: Autobauer Opel erwägt eine Partnerschaft mit Segula Technologies aus Frankreich. (Quelle: Arne Dedert/Archiv/dpa)

Seit der Übernahme vor gut einem Jahr trimmt PSA-Chef Carlos Tavares Opel auf Rendite. Selbst das Herzstück des Rüsselsheimer Autobauers, das Entwicklungszentrum, ist betroffen.

Der Autobauer Opel will sich mangels Auslastung von Teilen seines Rüsselsheimer Entwicklungszentrums trennen. Bis zu 2.000 Mitarbeiter und einige Gebäude, in denen Konzepte für Fahrzeuge und Antriebe entstehen, sollen an den französischen Ingenieurdienstleister Segula Technologies abgegeben werden.

Entwicklung soll mit Partner erfolgen

Angestrebt sei eine "strategische Partnerschaft" mit dem Familienunternehmen, das bereits für die Opel-Mutter PSA tätig ist, sagt Opel-Chef Michael Lohscheller. Die Geschäftsteile würden im Falle einer Einigung aber zu 100 Prozent an Segula übergehen. Pläne, weitere Teile des Entwicklungszentrums an andere Dienstleister zu verkaufen, gebe es nicht.

"Das Ziel ist klar: Wir wollen die Arbeitsplätze in der Entwicklung in Rüsselsheim sichern – und zwar langfristig", betont Lohscheller in einer Telefonkonferenz. "Niemand muss umziehen, niemand muss sich Sorgen machen um den Beschäftigungsschutz."

Zentrale für Nordeuropa in Rüsselsheim

Segula habe ein "sehr überzeugendes Zukunftskonzept" zum Ausbau seiner Kapazitäten in Deutschland vorgelegt, sagt Lohscheller. So wolle das weltweit tätige Unternehmen mit derzeit 11.000 Mitarbeitern in Rüsselsheim seine Zentrale für Nordeuropa errichten.

"Wir werden den Vorschlag dieser strategischen Partnerschaft nun im Detail mit unseren Sozialpartnern diskutieren", kündigt Lohscheller an. "Wir wollen das natürlich zügig zu einem Abschluss bringen. Denn dann haben wir wirklich die Arbeitsplätze gesichert und eine gute Zukunftsperspektive für alle hier."

Opel-Belegschaft schrumpft

Die IG Metall im Bezirk Mitte will den Vorschlag nach Worten ihres Bezirksleiters Jörg Köhlinger "sehr kritisch prüfen". Köhlinger lässt mitteilen: "Für den Fall jedweder strategischen Partnerschaft kommt es auf die Konditionen an." Er moniert, die Informationen zu den Gesprächen mit Segula hätten die Mitbestimmungsgremien über die Medien erreicht. "Wer glaubt, Arbeitnehmervertreter seien dazu da, Entscheidungen des Managements nachträglich abzunicken und dann widerspruchslos bei der Umsetzung mitzuwirken, produziert harte Konflikte", betont Köhlinger.

In dem Entwicklungszentrum arbeiten aktuell etwa 7.000 Menschen. Die verbleibenden Beschäftigten wären Opel-Angaben zufolge weiterhin für den PSA-Konzern tätig. Allerdings schrumpft die Opel-Belegschaft ohnehin – auch wenn der Stellenabbau nach zähem Ringen zwischen Geschäftsleitung, IG Metall und Betriebsrat vorerst auf 3.700 Jobs begrenzt bleibt. Die übrigen mehr als 15.000 Arbeitsplätze sind bis einschließlich Juli 2023 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt.

Deutlicher Rückgang von Aufträgen

Hintergrund der nun angestrebten Neuordnung ist ein deutlicher Rückgang von Aufträgen der früheren Opel-Mutter General Motors (GM) für das Entwicklungszentrum. Als die Überlegungen vor einigen Monaten bekannt geworden waren, hatte der Betriebsrat Bedenken geäußert: Die Arbeitnehmervertreter befürchten, dass bei einem Verkauf von Teilen des Entwicklungszentrums oder einer strategischen Partnerschaft die IG Metall und damit der Flächentarifvertrag umgangen werden könnte.

Segula-Deutschland-Chef Martin Lange versichert in einer Mitteilung: "Segula beabsichtigt, die bis Juli 2023 geltenden Arbeitsplatzgarantien aufrechtzuerhalten." Es gehe darum, "denjenigen, die von Opel zu uns kommen, eine nachhaltige Zukunft zu sichern". Segula arbeitet auch für andere Autokonzerne und ist zudem in den Bereichen Energie, Bahn und Schifffahrt als Entwicklungs- und Ingenieurdienstleister tätig.

Der Landes- und Fraktionsvorsitzende der SPD in Hessen, Thorsten Schäfer-Gümbel, äußert Bedenken zu den Plänen: "Ein Teilverkauf oder Verkauf auf Raten gefährdet die Eigenständigkeit des Unternehmens." Opel dürfe "nicht zur reinen Hülle verkommen", mahnt der Politiker.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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