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Streik bei Ryanair: 150 Flüge fallen aus – hohe Streikbereitschaft in Berlin

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150 Flüge sollen ausfallen  

Ryanair-Mitarbeiter streiken – Billigflieger droht ihnen

12.09.2018, 10:39 Uhr | dpa

Streik bei Ryanair: 150 Flüge fallen aus – hohe Streikbereitschaft in Berlin. Ein Flugzeug von Ryanair auf dem Flughafen Weeze: Der Streik bei der Airline hat begonnen.  (Quelle: dpa/Marcel Kusch)

Ein Flugzeug von Ryanair auf dem Flughafen Weeze: Der Streik bei der Airline hat begonnen. (Quelle: Marcel Kusch/dpa)

Bei Ryanair hat ein Streik der Mitarbeiter begonnen. Ziel sind Tarifverträge, mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen. Der Billigflieger droht den Streikenden. 

In Deutschland haben Mitarbeiter der irischen Billig-Airline Ryanair in der Nacht zum Mittwoch ihren Streik begonnen. Mehrere Maschinen blieben am Boden, teilte die Gewerkschaft Verdi mit. Es herrsche in Berlin eine hohe Streikbereitschaft an den Flughäfen Tegel und Schönefeld. Das Flugpersonal folgte einem Aufruf der Gewerkschaften Vereinigung Cockpit (VC) und Verdi. Der Ausstand soll bis Donnerstag um 02.59 Uhr dauern.

Ryanair-Passagiere in Deutschland müssen mit Flugausfällen und Verspätungen rechnen. Gestreikt wird an zwölf deutschen Basen des größten europäischen Billigfliegers. Bei dem Arbeitskampf geht es um erstmalig abzuschließende Tarifverträge für höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen.

150 von 400 Flügen gestrichen

Die Fluggesellschaft hatte nach der Ankündigung 150 von 400 geplanten Flügen von und nach Deutschland gestrichen und nach eigenen Angaben alle betroffenen Passagiere informiert. Die übrigen Flüge fänden statt, hatte Ryanair-Organisationschef Peter Bellew noch am Dienstag versprochen. Eine Liste der gestrichenen Flüge veröffentlichte die Airline zunächst nicht.



Die größten Basen in Deutschland sind Frankfurt, Berlin sowie Weeze in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt fliegt Ryanair zu 19 Flughäfen in Deutschland, an denen es am Mittwoch zu Ausfällen kommen kann.

Die betroffenen Passagiere können laut Ryanair kostenfrei umbuchen oder den Ticketpreis zurückerhalten. Darüber hinausgehenden Schadenersatz lehnt die Gesellschaft unter Hinweis auf EU-Recht ab und lässt es in dieser Frage auf einen Prozess mit dem Flugrechteportal AirHelp ankommen.

Verdi findet Angebot völlig unzureichend

Für Verdi ist es der erste Streik bei Ryanair. Die Gewerkschaft will weitere Arbeitskämpfe folgen lassen, wenn die Fluggesellschaft kein Entgegenkommen zeigt. Verdi-Verhandlungsführerin Mira Neumaier nannte das Tarifangebot für die Flugbegleiter nach zwei Verhandlungsrunden völlig unzureichend. Das Basisgehalt solle nach dem Ryanair-Angebot über einen Zeitraum von drei Jahren nur um 41 Euro monatlich angehoben werden. Bei den Piloten konnten sich beide Seiten weder auf ein Schlichtungsverfahren noch auf die Person eines Schlichters einigen.

Der Billigflieger kontert die gemeinsamen Crew-Streiks mit Drohungen: Gerade an kleineren Standorten würden fortgesetzte Arbeitskämpfe zu Verlusten führen, die Ryanair nicht tragen könne, sagte Bellew. In ihrem Heimatland Irland hatte die Gesellschaft mit dem Abzug von mehreren Jets nach Polen gedroht. Nach fünf Streikwellen der Piloten und einer Einigung mit der dortigen Gewerkschaft wurde diese Entscheidung wieder zurückgenommen.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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