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Trockener Sommer: Das wird im Supermarkt jetzt teurer


Kartoffeln kosten 30 Prozent mehr  

Das wird im Supermarkt jetzt teurer

24.09.2018, 16:33 Uhr | dpa-AFX

Trockener Sommer: Das wird im Supermarkt jetzt teurer. Opfer der Sommerhitze: Wegen der Trockenheit gibt es deutlich weniger Kartoffeln als im Vorjahr. Die Preise steigen um ein Drittel. (Quelle: Getty Images/deepblue4you)

Opfer der Sommerhitze: Wegen der Trockenheit gibt es deutlich weniger Kartoffeln als im Vorjahr. Die Preise steigen um ein Drittel. (Quelle: deepblue4you/Getty Images)

Den heißen Sommer werden wir noch länger zu spüren bekommen – und zwar in der Geldbörse: Wegen Hitze und Trockenheit verteuert sich manches Gemüse teils deutlich. t-online.de zeigt, was auf uns Verbraucher zukommt.

Hitze und Trockenheit haben Bauern im Land in diesem Sommer zu schaffen gemacht. Viele fürchteten um ihre Ernte. Obst- und Gemüsebauern zeichnen nun zum Herbstanfang ein durchwachsenes Bild. Der Apfelanbau sieht nach dem schwierigen Jahr 2017 einer guten Ernte entgegen. Vor allem Freilandgemüse hat hingegen unter der Dürre gelitten. Selbst wo beregnet wurde, reichte das Wasser mancherorts nicht aus, um den Bedarf zu stillen.

"Insgesamt sind die für den Verbraucher zu erwartenden Schwankungen nicht dramatisch", sagt Martin Umhau von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG). Denn auch der Obst- und Gemüsemarkt ist längst global organisiert. "Engpässe in Deutschland werden durch das Ausland ausgeglichen", so Umhau.



Auf das Gesamtbudget gesehen dürften sich daher kaum Schwankungen zeigen. Außerdem folgten die Verbraucherpreise nicht immer den Erzeugerpreisen. "Da ist der Handel zwischengeschaltet", sagt Thomas Els von der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft (AMI). Trotzdem konnte man beim ein oder anderen Gemüse bereits Ausreißer beobachten.

Kartoffeln

Die Kartoffel hingegen hatte unter der Trockenheit zu leiden. "Bei den Kartoffeln fällt die diesjährige Ernte geringer aus als 2017, als wir überreichlich Kartoffeln hatten und der Preis im Keller lag", sagt Umhau. Er rechnet mit einem Preisanstieg von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Schon im August mussten Verbraucher nach Daten der AMI 10 Prozent mehr für ein Kilogramm Kartoffeln ausgeben. Das sei aber nicht nur der Dürre, sondern auch der niedrigen Basis im vergangenen Jahr geschuldet, als das große Angebot die Preise drückte, so Umhau.

Kopfsalat: Schon im August ließ sich ein deutlicher Preisanstieg beobachten. (Quelle: Getty Images/BasieB)Kopfsalat: Schon im August ließ sich ein deutlicher Preisanstieg beobachten. (Quelle: BasieB/Getty Images)

Salate

Auch bei anderen im Freiland angebauten Gemüsesorten sieht man diesen Effekt. Bei Kopf- und Eisbergsalat registrierte das Statistische Bundesamt schon im August einen deutlichen Preisanstieg. Salate werden auf großen Flächen angebaut und brauchen bei hohen Temperaturen viel Wasser.

Und selbst das hat auf den ausgetrockneten Böden mancherorts nicht ausgereicht. Im August mussten die Verbraucher nach Daten der AMI gut 27 Prozent mehr für Kopfsalat ausgeben als im Vorjahresmonat, beim Eisbergsalat waren es sogar rund 70 Prozent mehr.

Möhren und Zwiebeln

Möhren und Zwiebeln werden ebenfalls auf dem Feld angebaut. Auch hier hat die Witterung die Erträge gedrückt. Bei den Zwiebeln fällt die Ernte in diesem Jahr Schätzungen zufolge gut ein Viertel kleiner aus als im Durchschnitt.

Gurken

Salatgurken waren Anfang September so teuer wie lange nicht mehr. Kurzzeitig lagen sie im Schnitt bei mehr als einem Euro je Stück. Ein Preis, der selbst im Winter selten verlangt wird. Grund war ein Engpass, da etliche Erzeuger in mehreren Ländern ihre alten Pflanzen herausgenommen und neu gepflanzt hatten, erklärt Michael Koch, AMI-Marktanalyst für den Gartenbau. Den im Gewächshaus gehaltenen, empfindlichen Pflanzen setze aber auch die Hitze zu.

Tomaten: Im August waren sie günstiger als im Vorjahr. (Quelle: Getty Images/omersukrugoksu)Tomaten: Im August waren sie günstiger als im Vorjahr. (Quelle: omersukrugoksu/Getty Images)

Tomaten

Sommergemüse wie Zucchini, Auberginen oder Tomaten wird zu 80 Prozent in Gewächshäusern unter kontrollierten Wachstumsbedingungen produziert. Hier hat die Witterung eigentlich wenig Einfluss. Im Sommer, als in ganz Europa Tomaten geerntet wurden, gingen die Preise wie üblich in den Keller. Dank der warmen Temperaturen waren die Tomaten in Deutschland und den Beneluxstaaten schneller reif als sonst, was den Effekt verstärkte. Rispentomaten kosteten im August deshalb auch 16 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Bluhmenkohl, Brokkoli, Kohlrabi

Bei den sogenannten feineren Kohlarten war das Angebot hingegen knapp. Für Blumenkohl etwa registrierte die AMI Anfang September einen Preis von 1,84 Euro je Stück – im Vorjahr lag er nur etwas über einem Euro. Auch bei Kohlrabi und Brokkoli zogen die Preise an. Beim Brokkoli registrierte die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse im August einen Preisanstieg von sechs Prozent. Hier gab es witterungsbedingte Ausfälle auf den Feldern, und auch auf Importe aus dem europäischen Raum konnte nicht zurückgegriffen werden.

Gute Ernte: Die Preise für Äpfel werden nicht steigen. (Quelle: Getty Images/aluxum)Gute Ernte: Die Preise für Äpfel werden nicht steigen. (Quelle: aluxum/Getty Images)

Äpfel, Birnen, Kirschen

Für manche Bauern war der Sommer wiederum ein Segen. Nach der mauen Ernte im vergangenen Jahr hängen die Apfelbäume in diesem Jahr voll. 2017 hatte ein später Frost den Apfelbauern zugesetzt. Noch im August waren Äpfel deswegen gut ein Fünftel teurer als vor einem Jahr, doch schon in der vergangenen Woche sanken die Preise. Denn in diesem Jahr rechnen Experten wie Hans-Dieter Stallknecht vom Deutschen Bauernverband mit fast der doppelten Menge – und den entsprechenden Auswirkungen auf die Preise.

Laut Statistischem Bundesamt wird die Apfelernte bei 1,1 Millionen Tonnen liegen – 82 Prozent mehr als im Vorjahr und knapp 17 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Auch bei Birnen erwartet die Wiesbadener Behörde eine Verdopplung der Erntemenge auf 46.800 Tonnen. Ähnlich sah es bei den Kirschen aus.

Verwendete Quellen:
  • dpa-AFX

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