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Rodungsstopp im Hambacher Forst: RWE droht mit Stellenabbau


Hambacher Forst  

Rodungsstopp – RWE droht mit Stellenabbau

13.10.2018, 14:39 Uhr | sm, rtr, dpa

Rodungsstopp im Hambacher Forst: RWE droht mit Stellenabbau. Braunkohleförderung: Das Braunkohle-Abbaugebiet Hambach grenzt an den Hambacher Forst. Eine Fledermaus verhindert nun die weitere Abholzung. (Quelle: dpa/Federico Gambarini)

Braunkohleförderung: Das Braunkohle-Abbaugebiet Hambach grenzt an den Hambacher Forst. Eine Fledermaus verhindert nun die weitere Abholzung. (Quelle: Federico Gambarini/dpa)

Die Rodung im Hambacher Forst ist vorerst gestoppt – eine Schlappe für RWE. Nun prescht der Energieversorger vor: Der Rodungsstopp werde Arbeitsplätze kosten. Auch betriebsbedingte Kündigungen könnten nicht ausgeschlossen werden.

Der Energiekonzern RWE rechnet wegen des Rückgangs der Braunkohleproduktion mit einem Stellenabbau. "Wie viele Arbeitsplätze wir am Ende tatsächlich streichen müssen, ist noch offen. Sobald wir einen Überblick haben, werden wir mit Gewerkschaften und unseren Betriebsräten sprechen", sagt Konzernchef Rolf Martin Schmitz in einem Interview der "Rheinischen Post".

Betriebsbedingte Kündigungen könne er nicht ausschließen. "Doch bislang ist es RWE noch immer gelungen, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden und sozialverträgliche Lösungen zu finden. Das ist gute Tradition bei RWE." Am Tagebau Hambach hingen 4.600 Arbeitsplätze, davon 1.300 im Tagebau und 1.500 in der Veredlung der Braunkohle.

RWE schätzt Schaden auf jährlich 100 bis 200 Millionen

Nach dem gerichtlich verfügten Rodungsstopp im Hambacher Forst wird der Konzern im angrenzenden Tagebau nach eigenen Angaben ab dem kommenden Jahr jährlich zehn bis 15 Millionen Tonnen weniger fördern. RWE befürchtet, dass eine bestandsfeste Gerichtsentscheidung bis Ende 2020 dauern könne. Der Versorger hatte erklärt, dass dadurch ab 2019 jährliche Belastungen in niedriger dreistelliger Millionenhöhe zu erwarten seien.

In einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" präzisierte Schmitz die Höhe nun: "Der Schaden wird nach unserer Einschätzung bei 100 bis 200 Millionen Euro im Jahr liegen." Zudem geht RWE dem Interview zufolge davon aus, dass selbst nach einer Aufhebung des Rodungsstopps die Braunkohleförderung nicht mehr das alte Niveau erreichen wird. "Wir werden die Förderung in Hambach durch die Verzögerung dauerhaft um etwa fünf Millionen Tonnen im Jahr reduzieren müssen."

Plakate hängen an Barrikaden im Hambacher Forst: Nach dem Abzug der Polizei sind zahlreiche Aktivisten in den Wald zurückgekehrt. (Quelle: dpa/Oliver Berg)Plakate hängen an Barrikaden im Hambacher Forst: Nach dem Abzug der Polizei sind zahlreiche Aktivisten in den Wald zurückgekehrt. (Quelle: Oliver Berg/dpa)

Gericht stoppt "vollendete Tatsachen"

Anfang Oktober hat das Oberverwaltungsgericht in Münster einen Rodungsstopp gegen den Energiekonzern verfügt. Das gut 100 Hektar große Waldstück müsse vorerst geschützt bleiben, bis in dem komplizierten Hauptverfahren eine Entscheidung gefallen sei, erklärte das Gericht. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte argumentiert, dass der Wald mit seltenen Tieren wie der Bechsteinfledermaus oder dem Großen Mausohr die Qualitäten eines europäischen FFH-Schutzgebietes habe und deshalb geschützt werden müsse.

Dies zu beurteilen sei sehr kompliziert. Die Unterlagen dazu umfassten mehrere Kisten, erklärte das Gericht. Bis zur Entscheidung müsse die Rodung gestoppt werden, damit nicht "vollendete, nicht rückgängig zu machende Tatsachen geschaffen" würden, teilte das Oberverwaltungsgericht mit.

Hambacher Forst – Symbol des Widerstandes gegen schmutzige Energie

Der früher einmal 4.100 Hektar große Hambacher Forst mit Jahrhunderte alten Buchen und Eichen liegt am größten europäischen Braunkohle-Tagebau zwischen Aachen und Köln. Der Streit um den Abbau hat sich zum Symbol für den Widerstand gegen die Braunkohle-Verstromung und für den Klimaschutz insgesamt entwickelt. Braunkohlestrom gilt als billig in der Erzeugung und lukrativ trotz gefallener Börsenstrompreise. Braunkohle zählt aber zugleich zu den schmutzigsten Energieträgern.

Verwendete Quellen:
  • Reuters
  • dpa

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