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DAX unter Druck – Italien, Brexit und Kashoggi belasten


Ausverkauf an den Börsen  

DAX unter Druck – Italien, Brexit und Kashoggi belasten

23.10.2018, 19:01 Uhr | sm, dpa-AFX, rtr

DAX unter Druck – Italien, Brexit und Kashoggi belasten. Geschäftsmann vor Aktienkursen: Die DAX gibt vor dem Hintergrund schwacher Vorgaben aus den USA und Asien sowie ungelöster politischer Problemfelder weiter nach. (Quelle: Getty Images/SARINYAPINNGAM)

Geschäftsmann vor Aktienkursen: Die DAX gibt vor dem Hintergrund schwacher Vorgaben aus den USA und Asien sowie ungelöster politischer Problemfelder weiter nach. (Quelle: SARINYAPINNGAM/Getty Images)

Der DAX ist am Dienstag deutlich unter Druck geraten. Fallende Kurse in New York und insbesondere in Asien geben dem deutschen Leitindex die Richtung vor. Die anhaltenden globalen politischen Unruheherde belasten die Märkte.

Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag erneut im Minus geschlossen. Die globalen politischen Unruheherde und ein Kurseinbruch bei der Bayer-Aktie gaben beim deutschen Leitindex die Richtung nach unten vor. Der Dax sackte um 2,17 Prozent auf 11.274,28 Punkte ab, den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren. Als Mühlstein erwies sich die Bayer-Aktie: Mit einem Kurseinbruch um fast zehn Prozent zog das Schwergewicht im Dax diesen noch tiefer nach unten.

"Der Ausverkauf hat wieder Fahrt aufgenommen"

Die EU-Kommission hatte am Dienstag in einem historisch einmaligen Vorgang die Haushaltspläne Italiens für das kommende Jahr zurückgewiesen. Die Regierung in Rom muss nun innerhalb von drei Wochen einen neuen Entwurf einreichen.

"Der Ausverkauf hat wieder Fahrt aufgenommen", stellte Analyst Pierre Veyret vom Broker Activ Trades fest. Italiens Schuldenproblem und die damit verbundenen Bedenken um die Kapitalausstattung der Banken des Landes drückten auf die Kurse. "Angesichts dieser Unsicherheiten setzen Aktienhändler derzeit sicher nicht auf Papiere der Eurozone", sagte Veyret.

Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax verlor am Dienstag 2,61 Prozent auf 23.410,66 Punkte und fiel auf den tiefsten Stand seit April vergangenen Jahres.

Bayer-Aktien waren größter Verlierer

Größter Verlierer im Dax waren die Bayer-Aktien. Die Entscheidung einer US-Richterin, den Schadenersatz im Glyphosatprozess gegen Monsanto nur zu senken, statt den Prozess neu aufzurollen, enttäuschte Anleger. Sie fürchten nun wieder unwägbare Milliarden-Risiken durch Glyphosat-Prozesse in den USA. Die Aktien des Chemie- und Pharmakonzerns sackten um fast 10 Prozent ab auf den tiefsten Stand seit November 2012.

Allgemein ging der Ausverkauf vor allem bei Technologiewerten weiter. Im Dax fielen Wirecard um mehr als 8 Prozent und Infineon um 3,42 Prozent. Linde stemmten sich gegen den Abwärtstrend und schlossen leicht im Plus. Die am Vortag genehmigte Mega-Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair trieb die Titel weiter an.

Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 fiel am Dienstag um 1,54 Prozent. In Frankreich rutschte der Cac 40 um 1,69 Prozent ab, in Großbritannien gab der FTSE 100 etwas weniger stark nach. Der Dow Jones Industrial stand zum Handelsschluss in Europa rund 1,7 Prozent tiefer.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,30 Prozent am Montag auf 0,27 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,18 Prozent auf 140,77 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,34 Prozent auf 159,82 Punkte. Der Euro zeigte sich gut behauptet, er notierte zuletzt auf 1,1483 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1478 (Montag: 1,1494) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8712 (0,8700) Euro gekostet.


Verwendete Quellen:
  • dpa
  • Reuters

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