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Lufthansa: Airline erhöht die Preise – trotz Milliarden-Gewinn


Trotz Milliarden-Gewinn  

Lufthansa erhöht die Preise

30.10.2018, 19:11 Uhr | Christian Ebner/dpa, Steffen Weyer/dpa-AFX

Lufthansa: Airline erhöht die Preise – trotz Milliarden-Gewinn. Fliegen mit der Lufthansa: Die Tickets werden teurer – obwohl der Konzern fast ein neues Rekord-Ergebnis erzielte. (Quelle: dpa/Bayne Stanley/ZUMA Wire)

Fliegen mit der Lufthansa: Die Tickets werden teurer – obwohl der Konzern fast ein neues Rekord-Ergebnis erzielte. (Quelle: Bayne Stanley/ZUMA Wire/dpa)

1,35 Milliarden Euro operativer Gewinn allein im dritten Quartal des Jahres 2018 – trotzdem erhöht die Lufthansa ihre Preise. So begründet Airline-Chef Carsten Spohr diesen Schritt.

Fliegen wird teurer. Mit dieser Botschaft hat Lufthansa-Chef Carsten Spohr die jüngsten Quartalszahlen verbunden. Wichtigster Grund ist das teure Kerosin. Die Airlines seien aber auch vorsichtiger.

Ticketpreise müssen Ölpreisanstieg auffangen

Kunden der Lufthansa müssen sich auf steigende Ticketpreise einstellen. Die Airlines müssten mindestens einen Teil des höheren Ölpreises über die Tickets wieder hereinholen, sagt Konzernchef Carsten Spohr.


Der Ölpreis habe sich in der letzten Zeit von 30 auf rund 80 Dollar pro Fass mehr als verdoppelt. Das könne nicht ohne Folgen bleiben, sagt der Chef des größten Airline-Konzerns Europas. Für 2019 rechnet Lufthansa trotz Preissicherungsgeschäften mit einem Anstieg der Tankkosten um 900 Millionen Euro auf rund 7 Milliarden Euro.

Markt entscheidet über Preisanstieg

Ihm gehe es vor allem um das untere Ende der Preisspanne, meint Spohr. "Wenn Sie von Frankfurt nach Mallorca fliegen, zahlen Sie für die zwei Stunden im Flugzeug weniger als dafür, ihr Auto die gleichen zwei Stunden im Parkhaus hier am Flughafen zu haben. Das hat aus meiner Sicht keine Zukunft."

Über die Höhe der Preissteigerungen entscheide letztlich der Markt. In den ersten neun Monaten dieses Jahres standen im Lufthansa-Konzern die Erlöse im Europaverkehr wegen der starken Konkurrenzsituation deutlich unter Druck. In anderen Regionen – vor allem in Asien – lief es besser.

Airlines werden langsamer wachsen

Angesichts des sommerlichen Flugchaos und der stark gestiegenen Treibstoffpreise hat die Lufthansa ihre Wachstumspläne eingedampft. Im Sommer 2019 will der Konzern sein Flugangebot nur noch um 3,8 Prozent und damit halb so stark ausweiten wie im laufenden Jahr. Ziel sei eindeutig ein stabilerer Betrieb, sagt Spohr. Dafür setze man zusätzliche Leute und Flugzeuge ein.

Nach seiner Einschätzung dürften auch andere Gesellschaften ihr Angebot weniger stark ausweiten als zunächst geplant. Als Gründe nannte er fehlende Kapazitäten in der Infrastruktur und bei der Flugsicherung. "Alle sind vorsichtiger geworden."

Gute Bilanz trotz hoher Kosten

Im laufenden Jahr schlägt sich die Lufthansa trotz der holprigen Integration eines Großteils der Air-Berlin-Flotte bei der Tochter Eurowings gut. Der DAX-Konzern erwartet unverändert den zweithöchsten Gewinn der Konzerngeschichte. Der Rekordwert von fast 3 Milliarden Euro operativem Gewinn (bereinigtes Ebit) aus dem Vorjahr soll demnach nur leicht verfehlt werden.

Bei der Eurowings liefen wegen der Air-Berlin-Integration Einmalkosten von 170 Millionen Euro auf. Dazu kam der Rekordwert von rund 250 Millionen Euro, die der Lufthansa-Konzern für Passagierentschädigungen und andere Folgekosten der Flugausfälle aufwenden musste. "Ohne den Ergebnisrückgang bei Eurowings wäre uns sogar ein neuer Rekord gelungen", sagt Spohr über die ersten neun Monate des Jahres. Strategisch habe der Ausbau aber Sinn gehabt. Im kommenden Jahr soll die Tochter in die Gewinnzone zurückkehren.

Der Lufthansa-Chef rechnet mit weiteren Airline-Pleiten in Folge der Ölpreis-Entwicklung. "Die Starken werden stärker und die Schwachen werden schwächer", sagt Spohr. Lufthansa wolle bei der Konsolidierung weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Kein Investment werde es gemeinsam mit dem italienischen Staat bei der Alitalia geben. Dort werde man in den kommenden Monaten Gespräche über mögliche kommerzielle Partnerschaften führen. Bislang ist die Alitalia noch Mitglied der Airline-Allianz SkyTeam, die mit Lufthansas Star Alliance konkurriert.

Insgesamt lief der Sommer für die Lufthansa mäßig. Im dritten Quartal steigerte das Unternehmen den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aufgrund veränderter Rechnungslegung nur um 1,5 Prozent auf 9,96 Milliarden Euro. Der operative Gewinn ging um 11 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro zurück. Der Überschuss sank um 10 Prozent auf 1,07 Milliarden Euro.

Am Finanzmarkt kamen die Quartalszahlen schlecht an. Die Aktie fiel zwischenzeitlich um mehr als neun Prozent und war damit klares Schlusslicht im Dax. Damit setzte sie den Abwärtstrend der vergangenen Monate fort und fiel sogar unter den Wert vor der Air Berlin-Pleite.

Verwendete Quellen:
  • dpa
  • dpa-AFX

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