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Hypo Real Estate: Ehemaliger HRE-Chef Georg Funke ist tot

"Gesicht der Finanzkrise"  

Ehemaliger HRE-Chef Funke ist tot

14.11.2018, 09:26 Uhr | dpa, dpa-AFX

Hypo Real Estate: Ehemaliger HRE-Chef Georg Funke ist tot. Georg Funke (Quelle: dpa/Peter Kneffel)

Georg Funke: Der ehemalige Chef der Münchner Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) ist gestorben. (Quelle: Peter Kneffel/dpa)

Der ehemalige Chef der Münchner Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE), Georg Funke, ist tot. Das bestätigte sein Rechtsanwalt Wolfgang Kreuzer. Funke sei bereits vor einiger Zeit nach kurzer, schwerer Krankheit im Ausland gestorben. Zum genauen Todeszeitpunkt konnte der Vertraute des früheren Bankmanagers keine Angaben machen.

Nur wenige Manager sind so bekannt, dass sie auf der Straße erkannt werden. Der frühere Chef der Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE), Georg Funke, gehörte auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008 dazu – und verließ Deutschland. Ende April wurde der ehemalige Vorstandsvorsitzende des weltweit vernetzten Instituts 63 Jahre alt. Nun ist Funke im Ausland gestorben, wie sein Anwalt berichtet – zu einem ihm nicht genau bekannten Zeitpunkt.

Funke galt für viele als Symbol des Zockers 

Funke galt vielen Kritikern vor allem in der Bundesrepublik als ein "Gesicht der Finanzkrise". Sein Name ging um die Welt, als ein Milliardenloch bei der HRE den Finanzplatz Deutschland im September 2008 in eine Schockstarre versetzte. Der Bund war gezwungen, die Bank zu verstaatlichen sowie mit Finanzhilfen und Bürgschaften über insgesamt rund 135 Milliarden Euro vor dem Kollaps zu retten. Unzählige Aktionäre verloren ihr Geld.

Dass der Bankchef nach seiner Ablösung auch noch auf Gehalts- und Pensionszahlungen in Millionenhöhe klagte, schien dem Ganzen die Krone aufzusetzen. In der Öffentlichkeit wurde Funke so für viele zum Symbol des Zockers und des Gier-Bankers. Sogar beim Spaziergang im Wald sei er verfolgt worden, sagte sein Anwalt.

Aber Funke fühlte sich zu Unrecht verfolgt. Er verkaufte seine Villa in München und verlegte seinen Wohnsitz nach Mallorca. Auf der liebsten Ferieninsel der Deutschen handelte er fortan mit Luxusimmobilien und ließ in mehreren Interviews wissen, dass er keine Schuld für das HRE-Drama trage.

Fünf Jahre an der Spitze der HRE

Der gebürtige Gelsenkirchener hatte sich seit seinem Betriebswirtschaftsstudium immer mit Immobilien beschäftigt. Seine Laufbahn startete der Familienvater 1972 bei der Westdeutschen Wohnhäuser AG in Essen. 1984 kam er zur damaligen Hypo-Bank, übernahm dann in der HypoVereinsbank die Leitung des Immobilienbereichs in Großbritannien und rückte 2003 an die Spitze der Hypo Real Estate. Bis zum großen Knall 2008.

Die HRE hatte vor allem gewerbliche Immobilien finanziert und sich das Geld dafür mit Pfandbriefen besorgt. Als die US-Investmentbank Lehman Brothers Pleite ging, brachte das die wechselseitige Kreditvergabe der Banken zum Erliegen – und auch die HRE stand plötzlich ohne ausreichende Mittel da. Und es stand auch für andere Firmen und Branchen viel auf dem Spiel, weil sie gleichzeitig über Finanzprodukte mit anderen Banken verwoben war. Die Staatsanwaltschaft warf Funke vor, die Lage der HRE in der Jahresbilanz für 2007 und im Halbjahresbericht 2008 bewusst geschönt zu haben.

Doch von den Vorwürfen blieb nicht viel übrig. Vor einem Jahr stellte das Landgericht München den Prozess gegen Funke ein. Zuletzt waren ihm ohnehin keine falschen Zahlen oder Fakten mehr vorgeworfen worden, sondern nur noch eine Überschreitung seines Spielraums bei der Bewertung der Liquidität der Bank.



Weil diese möglichen Taten zudem ein Jahrzehnt zurücklagen und Funke durch die Vorwürfe sowie massive persönliche Angriffe stark belastet worden sei, stellten die Richter den Prozess ein. Der einstige Immobilienkönig musste am Ende 18.000 Euro zahlen – an gemeinnützige Initiativen. Danach wurde es still um Georg Funke.


Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, afx

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