Sie sind hier: Home > Finanzen > Unternehmen >

Steigende Gebühren: Kunden scheuen Bankwechsel


Hausbank-Monopol  

Steigende Gebühren: Kunden scheuen Bankwechsel

25.11.2018, 14:30 Uhr | dpa

Steigende Gebühren: Kunden scheuen Bankwechsel. Geldabheben am Automaten: Die Banken lassen sich immer mehr Dienstleistungen bezahlen. (Quelle: Getty Images/Freder)

Geldabheben am Automaten: Die Banken lassen sich immer mehr Dienstleistungen bezahlen. (Quelle: Freder/Getty Images)

Viele Verbraucher ärgern sich über höhere Gebühren ihres Geldhauses etwa für Dienstleistungen rund um das Girokonto. Den Wechsel zur Konkurrenz scheuen jedoch die allermeisten. 

Gebühren für das Girokonto, EC-Karten, Überweisungen in Papierform oder für das Geldabheben kleiner Beträge – angesichts der Niedrigzinsen bitten viele Banken ihre Kunden stärker zu Kasse. Trotz steigender Kosten scheuen viele Verbraucher den Wechsel ihres Geldhauses, wie eine Befragung der Unternehmensberatung Oliver Wyman unter mehr als 2.000 Bankkunden zeigt. Doch darauf ausruhen, können sich die Banken auch nicht.

Kunden bleiben Hausbank in der Regel treu…

Der Anteil der Kunden, die binnen eines Jahres die Bankbeziehung wechselten, habe in den vergangenen 30 Jahren durchschnittlich bei nur ein bis zwei Prozent gelegen. In den jüngsten fünf Jahren sei dieser Wert zwar auf drei Prozent gestiegen, verweist aber immer noch auf ein niedriges Niveau. "Die traditionellen Geldhäuser wie Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbank sowie andere Filialbanken nehmen immer noch die Vormachtstellung in der Rolle als Hausbank ein", erklärte Studienautor Tobias Dziggel.

Allzu sicher können sich die Geldhäuser trotz der niedrigen Wechselquote nicht fühlen. Denn der klassische Kunde, der alle Geldgeschäfte über seine Filialbank abwickelt, ist auf dem Rückzug: Mehr als 60 Prozent der Kunden haben neben ihrem angestammten Geldhaus noch eine oder mehrere Bankbeziehungen, wie die Studie weiter zeigt.

…doch ihre Vormachtstellung bröckelt

Liegen die Hausbanken bei Girokonten, Kreditkarten und Versicherungen klar vorn, schließen Kunden zunehmend Baufinanzierungen und Verbraucherdarlehen bei der Konkurrenz ab. Preisvergleiche im Internet machen die Konditionen transparent. Auch bei Sparprodukten und Wertpapiergeschäften kratzen Wettbewerber am einstigen Monopol der Hausbanken. Selbst Girokonten sind nicht unangefochten: Gut die Hälfte der Kunden hat ein zweites, etwa bei Direktbanken im Internet.

Gerade jüngere Kunden wechseln die Bank. Gut ein Fünftel aller Kunden zwischen 18 und 29 Jahren hätten sich in den vergangenen fünf Jahren für ein neues Institut entschieden. Auch junge Erwachsene über 30 Jahren seien der Hausbank weniger treu. Mit dem demografischen Wandel werde sich der Trend verstärken, glauben die Berater. In den nächsten fünf Jahren könnte ein Viertel aller Kunden die Bank wechseln.

Steigende Kosten sind häufiger Wechselgrund

Wenn Kunden ihrer Bank den Rücken kehren, sind laut der Studie höhere Gebühren das Hauptmotiv. Als Gründe für Wechsel wurden vor allem Preise und neue Gebühren genannt (35 Prozent), gefolgt von attraktiveren Konkurrenz-Angeboten (19) sowie besseren Produkten und Leistungen (18). "Unzufriedenheit über die Konditionen ist ein wesentlicher Beweggrund", sagte Oliver-Wyman-Experte Benjamin Schulz.



Nutzten Banken früher Gratiskonten zur Kundenwerbung, hat unter dem Druck schlechterer Tagesgeschäfte ein Umdenken eingesetzt. Denn viele Banken leiden unter den Niedrigzinsen. Nach Einschätzung von Deutsche-Bank-Vorstand Frank Strauß normalisiert sich der Markt. "Überall führen Banken – auch die Direktbanken – Gebühren für Girokonten ein", sagte er jüngst. Indes ist auch der Verbraucherschutz stärker geworden: Seit November 2018 müssen Banken Kunden jährlich über die Gesamtkosten ihre Kontos informieren.

Verwendete Quellen:
  • dpa

Ihre Meinung zählt!

Wir freuen uns auf angeregte und faire Diskussionen zu diesem Artikel.
Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

Gefällt 0 Gefällt nicht0
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Nur dieses Wochenende versandkostenfrei bestellen!
Code: GRATISVERSAND19 bei MADELEINE

shopping-portal