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Aktienmärkte: Nach Absturz an Heiligabend – Irre Kursrallye an US-Börsen


Rekorde im Weihnachtsgeschäft  

Nach Absturz an Heiligabend: Irre Kursrallye an US-Börsen

27.12.2018, 08:27 Uhr | rtr

US-Behördenstillstand wegen Streit über Trumps Mauer (Quelle: imago/MediaPunch)
US-Behördenstillstand wegen Streit über Trumps Mauer

Im Streit um die Finanzierung der von Präsident Donald Trump geplanten Grenzmauer zu Mexiko ist es in den USA zu einem teilweisen Stillstand der Arbeit von Regierungsbehörden gekommen. (Quelle: Reuters)

"Shutdown": Der Streit um Trumps Mauer zu Mexiko führt zu US-Behördenstillstand. (Quelle: Reuters)


Seit längerem ging es an den Börsen abwärts. Am Mittwoch aber schießt der Dow Jones plötzlich hoch. Grund ist vor allem das starke Weihnachtsgeschäft. Experten warnen trotzdem.

Die Turbulenzen an den weltweiten Aktienmärkten mit einer drastischen Talfahrt zu Beginn der Weihnachtswoche sind am Mittwoch in einem wahren Kursfeuerwerk gegipfelt. Am New Yorker Aktienmarkt spielten sich wilde Szenen ab. Nachdem am Heiligabend der verkürzte Handel mit einem satten Minus beim Dow Jones Industrial von fast drei Prozent geendet hatte, sprang der Index zu Handelsschluss am Mittwoch um knapp fünf Prozent nach oben. Zur Schlussglocke zeigte die Kurstafel ein Plus von 4,98 Prozent auf 22.878,45 Punkte.

Zu Handelsbeginn war der Dow noch in einem von großer Unsicherheit geprägten Geschäft bis auf knapp 21.713 Punkte gefallen. Hintergrund waren Sorgen vor einer Abschwächung der Weltwirtschaft auch wegen des Handelsstreits USA/China, die erneute Kritik von US-Präsident Donald Trump an Notenbankchef Jerome Powell und dessen Zins-Plänen sowie der Stillstand der Arbeit einiger US-Regierungsbehörden wegen des Streits über die von Trump gewollte Grenzmauer zu Mexiko.

Dann aber kippte die Stimmung. Getrieben von Einzelhandels- und Energiewerten setzte eine Kursrally ein. Händler begründeten die Aufschläge auch mit einem Bericht des Kreditkartenanbieters Mastercard. Für rund 850 Milliarden Dollar kauften demnach US-Kunden im Feiertagsgeschäft ein. Verglichen mit 2017 stiegen die Einnahmen der Händler vom 1. November bis 24. Dezember um 5,1 Prozent. Das ist der höchste Wert seit sechs Jahren.

Der Versandhändler Amazon sprach von einem Rekordverkauf. Bei den Einzelwerten legten die Aktien von Amazon um fast sieben Prozent zu. Die Anteilsscheine des Einzelhändlers Walmart verteuerten sich um fast vier Prozent. Der US-Ölpreis legte nach einer zuletzt schwächeren Entwicklung um fast zehn Prozent zu. Experten warnten angesichts des Kursfeuerwerks: Der Handel bleibe extrem stimmungsgetrieben.

Unsicherheit bestimmte Marktstimmung bis Montag

An Heiligabend hatte sich noch ein ganz anderes Bild an der New Yorker Börse präsentiert. "Der Markt ist besorgt über das, was in Washington passiert", kommentierte der Handelsstratege Vinay Pande von UBS Global Wealth Management die Stimmung am Aktienmarkt. "Angesichts der großen Korrektur am Markt herrscht offenbar Unordnung und Uneinigkeit und die Leute sprechen nicht mit einer Stimme, was jeden hier verunsichert."

Experten fürchteten eine weitere Talfahrt bis Jahresende und den schwärzesten Dezember seit 1931 – zu Zeiten der damaligen Weltwirtschaftkrise. Bis Montag hatte der Dow seit Anfang Oktober rund 18 Prozent verloren, der breiter gefasste S&P 500 seit Mitte September rund 20 Prozent und die Nasdaq seit Ende August knapp 25 Prozent.

Als weiteres Alarmsignal galt die kurzfristige Einberufung einer Telefonkonferenz mit einer Krisengruppe aus Vertretern der Aufsichtsbehörden durch Finanzminister Steven Mnuchin. Diese trifft sich eigentlich nur in Zeiten schwerer Marktverwerfungen. Nach Angaben von Teilnehmern erklärte die Aufsicht in dem Gespräch, sie habe keine außerordentlichen Vorfälle während des jüngsten Abschwungs beobachtet. Am Sonntag hatte Mnuchin mit den Chefs der sechs größten US-Banken gesprochen. Diese versicherten ihm den Angaben zufolge, sie verfügten über ausreichend Liquidität für die Kreditvergabe und die Märkte funktionierten weiterhin vorschriftsmäßig.

Trump: Zeit für gute Geschäfte

Trump hatte nach dem Börsenabschwung Investoren empfohlen, die gefallenen Kurse zum Aktienkauf zu nutzen. Gleichzeitig wiederholte er am Dienstag (Ortszeit) seine scharfe Kritik an der US-Notenbank. Diese hatte vergangene Woche entschieden, den Leitzins anzuheben. "Ich denke, es ist eine großartige Gelegenheit zu kaufen. Wirklich eine großartige Gelegenheit zu kaufen", sagte Trump am ersten Weihnachtsfeiertag vor Reportern im Weißen Haus. Er habe "großes Vertrauen" in US-Unternehmen, betonte er.

Nun verwiesen Händler auf Äußerungen des Trump-Beraters Kevin Hassett, dass der Job von US-Notenbankpräsidenten Jerome Powell ungeachtet der anhaltenden Kritik aus dem Weißen Haus an ihm und der Politik der Federal Reserve doch zu "100 Prozent" sicher sei, was den Markt beruhigte. Der kräftige Anstieg der Ölpreise habe die Stimmung ebenfalls gestützt. Diese gelten unter Experten als Konjunkturindikator.

Der marktbreite S&P 500 stieg um 4,96 Prozent auf 2467,70 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 legte um 6,16 Prozent auf 6262,77 Zähler zu.
 

 
Unternehmens- und Konjunkturdaten von gehobener Bedeutung waren rar gesät. Der Preisauftrieb am US-Immobilienmarkt hatte im Oktober trotz einer Abschwächung positiv überrascht. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat waren die Häuserpreise um 5,03 Prozent gestiegen, wie aus dem am Mittwoch in New York veröffentlichten S&P/Case-Shiller-Index hervorging. Analysten hatten im Schnitt nur einen Zuwachs um 4,86 Prozent erwartet.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, Reuters

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