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Nach Kohleausstieg: RWE-Chef erwartet "signifikanten Stellenabbau"


Nach Ausstiegskompromiss  

RWE-Chef rechnet mit Kohle-Jobabbau schon vor 2038

28.01.2019, 10:58 Uhr | rtr, dpa

Nach Kohleausstieg: RWE-Chef erwartet "signifikanten Stellenabbau". Das Braunkohlekraftwerk Niederaußem bei Köln: Nach dem Kompromiss zum Kohleausstieg befürchtet RWE-Chef Schmitz, dass schon vor Ende der Ausstiegsfrist Jobs gefährdet seien. (Quelle: dpa/Archivbild/Federico Gambarini)

Das Braunkohlekraftwerk Niederaußem bei Köln: Nach dem Kompromiss zum Kohleausstieg befürchtet RWE-Chef Schmitz, dass schon vor Ende der Ausstiegsfrist Jobs gefährdet seien. (Quelle: Archivbild/Federico Gambarini/dpa)

Deutschland will bis 2038 aus der Kohle aussteigen. Der Chef des Energiekonzerns RWE, Rolf Martin Schmitz, erwartet aber bereits früher einen deutlichen Abbau von Arbeitsplätzen.

Der Energiekonzern RWE stellt sich nach dem Kompromiss für einen Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung auf einen Arbeitsplatzabbau ein. Wie viele Mitarbeiter betroffen sein werden, könne er heute noch nicht sagen, erklärt RWE-Chef Rolf Martin Schmitz in einem Interview mit der "Rheinischen Post".

"Aber ich rechne mit einem signifikanten Abbau bereits bis 2023, der weit über die bisherigen Planungen und das durch normale Fluktuation mögliche hinausgeht. Dies betrifft unmittelbar bis Ende 2022 die Mitarbeiter der zu schließenden Kraftwerke", sagt Schmitz. Mittelbar seien in den darauffolgenden Jahren dann auch Beschäftigte im Tagebau betroffen. Der Abbau werde sozialverträglich erfolgen.

"Tiefe Einschnitte" in der Braunkohle

Positiv sei, dass die Kohlekommission ein fast einstimmiges Ergebnis erreicht habe, so Schmitz. "Denn wir brauchen einen Konsens und Planungssicherheit." Wie die Umsetzung genau funktioniere und was das im Einzelnen für RWE heiße, müsse man erst einmal analysieren. "Klar ist aber, und das sollte allen bewusst sein, in der Braunkohle wird es tiefe Einschnitte geben."

Rolf Martin Schmitz: Der RWE-Vorstandsvorsitzende hat sich zum geplanten Kohleausstieg geäußert. (Quelle: imago)Rolf Martin Schmitz: Der RWE-Vorstandsvorsitzende hat sich zum geplanten Kohleausstieg geäußert. (Quelle: imago)

Die Kohlekommission hatte sich am Wochenende auf ein Aus für das letzte Kohlekraftwerk bis spätestens 2038 verständigt. Das Enddatum kann aber noch auf 2035 vorgezogen werden. Es gab nur eine Gegenstimme in dem 28-köpfigen Gremium aus Vertretern von Wissenschaft, Industrie, Gewerkschaften und Umweltgruppen. 

Schmitz: "Das wird ein Kraftakt für alle"

Schmitz sagt: "Das wird ein Kraftakt für alle und kann nur gelingen, wenn die Politik tatkräftig und verlässlich unterstützt. Und selbst dann werden wir sehen, ob ein so frühes Ausstiegsdatum am Ende überhaupt sinnvoll möglich ist."

Um die Folgen für die betroffenen Braunkohlegebiete im Rheinland und in Ostdeutschland abzufedern, sind bis 2040 mindestens 40 Milliarden Euro vorgesehen. Als Entlastung für den von Experten allerdings erwarteten Strompreisanstieg soll es ab 2023 nach derzeitigem Stand jährlich etwa zwei Milliarden Euro für Unternehmen und Privathaushalte geben.

Ebenfalls in einem Gespräch mit der "Rheinischen Post" forderte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, dass die Bundesregierung nun zügig die gesetzliche Grundlage ausarbeitet. "Wir brauchen eine gesetzliche Fixierung dieser Maßnahmen", so der CDU-Politiker. "Wir haben die Erwartung, dass bis Ende April dieses Jahres die Eckpunkte für das Maßnahmengesetz und das Planungsbeschleunigungsgesetz vorliegen."

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) beharrt darauf, dass die Revisionsklausel im Kohlekompromiss auch zur Verlangsamung des Kohleausstiegs führen kann. "Ist 2032 tatsächlich sehr viel mehr grüner Strom zu akzeptablen Preisen für die Kunden verfügbar und sind die Netze ausgebaut, dann ist ein schnellerer Ausstieg im Jahr 2035 denkbar. Aber wenn es weitere Verzögerungen gibt, müssen wir die Notbremse ziehen können, um die 250.000 Arbeitsplätze beispielsweise in der energieintensiven Industrie von NRW schützen zu können", sagt der FDP-Politiker der "Rheinischen Post".


Der RWE-Chef äußert sich auch zum Hambacher Forst, den RWE für den Braunkohleabbau eigentlich roden lassen will und der zum Symbol der Anti-Kohle-Bewegung geworden ist. Die Kohlekommission hatte den Erhalt des Waldes als "wünschenswert" bezeichnet. Schmitz zeigt sich hier gesprächsbereit. "Wir werden prüfen, was sinnvoll machbar ist unter Berücksichtigung der Erfordernisse der weiteren Nutzung des Tagebaus und der Rekultivierung", sagt er. "Ich gehe davon aus, dass man das Gespräch dazu mit uns suchen wird."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen Reuters, dpa

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