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Mere-Eröffnung: Das gibt es beim russischen Discounter in Leipzig


Markt in Sachsen eröffnet  

Mere: So sieht der russische Aldi-Konkurrent aus

Aus Leipzig berichten Ana Grujic und Arno Wölk

30.01.2019, 19:20 Uhr
 (Quelle: t-online.de)
Russischer Discountmarkt eröffnet in Leipzig

Konkurrenz für Aldi, Lidl und Co.: Der russische Discountmarkt Mere hat seine erste Filiale in Leipzig eröffnet. Massenauflauf zum Start – inmitten eines etwas chaotischen Discounters. Aber die Meinungen zum Neuling auf dem Markt der Märkte gehen durchaus auseinander.

Konkurrenz für Aldi, Lidl und Co.: So sieht der erste russische Discountmarkt in Deutschland aus. (Quelle: t-online.de)


Paletten statt Wohlfühlstimmung: Der russische Discountmarkt Mere hat seine erste Filiale in Leipzig eröffnet. Wie gut die Angebote des Aldi-Konkurrenten wirklich sind. 

Menschenschlangen durch den ganzen Markt: Eine Stunde nach Eröffnung des Discounters Mere hat die erste Welle an Kunden ihre Einkaufswägen beladen. Und nun heißt es für sie: Warten – und das nicht zu kurz. Über eine Stunde wird es dauern, bis sie bezahlen können. "Wir haben nicht erwartet, dass so viele Menschen da sind", entschuldigt sich eine Marktmitarbeiterin. Sie verteilt kleine Päckchen mit Gummibärchen an die Wartenden.

Unternehmen hält sich bedeckt

Hinter Mere steht TS-Markt, das wiederum ein Tochterunternehmen von Torgservis ist. Die Eigentümer halten sich mit Informationen zur Strategie und weiteren Plänen bedeckt: Auf die Frage nach Pressematerial bekommt man etwa die Antwort, dass das Unternehmen keine solchen Informationen herausgibt. Auch vor Ort sind Mitarbeiter nicht zum Gespräch bereit. Laut eigenen Angaben betreibt Togservis aber 928 Filialen in Asien und Osteuropa.

Die Verschlossenheit des Unternehmens scheint dem Kundeninteresse aber keinen Abbruch zu tun. Viele Kunden sind aus Neugier in den Nordosten der Stadt gefahren. Über Zeitungsberichte und Ankündigungen auf Social Media Plattformen sind sie auf die Eröffnung des neuen Discounters aufmerksam geworden. 

Aldi-Konkurrent in alter Aldi-Filiale

Dass ein potentieller neuer Aldi-Konkurrent ausgerechnet in einer alten Aldi-Filiale sein Deutschlandgeschäft startet, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. In dem schmucklosen Bau erwartet die neugierigen Kunden dann auch Discounter-Charme, der aus der Zeit gefallen wirkt.

Während deutsche Billigläden in den letzten Jahren ihre Einrichtung weg von spartanischer Einrichtung hin zu Wohlfühlatmosphäre entwickelt haben, herrscht bei Mere noch kostengünstiger Minimalismus. Die Produkte werden in Kartons und auf Paletten in schmuckloser Atmosphäre präsentiert. Selbst die Einkaufswägen sind gebraucht und eine wilde Mischung verschiedener Modelle und Farben. Das spart Kosten – erweckt aber schon am Eröffnungstag den Eindruck, in einem Discounter aus den 1980ern zu shoppen.

Große Lücken im Sortiment

Nicht nur die Einrichtung ist zusammengewürfelt: Auch das Sortiment selbst wirkt willkürlich zusammengestellt. So gibt es es mehrere Arten Thunfisch in riesigen Dosen, aber keine Nudeln, Reis oder Brot. "Zu wenig Süßigkeiten" moniert eine Kundin an der Kasse. Auch die Drogerieabteilung enttäuscht: Ein paar No-Name-Parfums stehen neben der Kasse, ein paar Badesalze in der Nähe. Wer Duschgels, Shampoos oder Seife sucht, wird bei Mere nicht fündig. 

Das Sortiment kann nicht mit deutschen Discountern mithalten, die bei einem Einkauf nahezu alle Produkte anbieten, die man für Frühstück, Mittag- und Abendessen braucht. Außerdem finden Kunden mittlerweile auch bei Aldi, Lidl und anderen Discountern Drogeriewaren und ein wechselndes Sortiment an Non-Food-Produkten. 

Einkauf bei Mere: Für 7,31 Euro konnten wir beim russischen Discounter ein schnelles Mittagessen mit Getränken und sogar eine Bratpfanne kaufen. (Quelle: t-online.de)Einkauf bei Mere: Für 7,31 Euro konnten wir beim russischen Discounter ein schnelles Mittagessen mit Getränken und sogar eine Bratpfanne kaufen. (Quelle: t-online.de)

Bei Mere wird schnell klar: Wer einen Wocheneinkauf erledigen will, ist beim russischen Discounter falsch. Getreu seinem Motto "Tiefstpreise jeden Tag" sind die Waren zwar unbestreitbar günstig. Zahnstocher finden Sie schon für zwölf Cent, Kaffee für 2,59 Euro und Keramikpfannen für 2,67 Euro. Doch ein Versuch, ein schnelles Mittagessen zu kaufen, scheitert fast an der mangelnden Auswahl an verzehrfertigen Lebensmitteln. Schlussendlich setzte sich der Einkauf aus folgenden Dingen zusammen:

  • Apfelsaft (0,61 Euro)
  • Hackbraten (0,97 Euro)
  • Fruchtriegel (0,32 Euro)
  • Weiße Bohnen (0,42 Euro)
  • Kamillentee (0,21 Euro)
  • Kaffee (2,59 Euro)
  • Parfum (1,71 Euro)
  • Fusselroller (0,48 Euro)

Insgesamt kostete der Einkauf von Lebensmitteln und anderen Waren zwar gerade mal 7,31 Euro. Aber so richtig ausgewogen ist die Mahlzeit nicht. 

Großteils unbekannte Produkte 

Was ebenfalls auffällt, wenn man durch den Laden geht: Man erkennt wenige Produkte wieder. Dass ein Discounter keine teure Marken verkauft, ist verständlich. Doch bei Mere sind die Produkte zum Teil nicht einmal auf Deutsch beschriftet. So kostet eine Packung Kamillentee zwar nur 21 Cent, die Marke "Belin" dürfte aber den meisten Kunden genauso unbekannt sein, wie die Produktbezeichnung "Rumianek". Wer zum ersten Mal bei Mere einkauft, kauft also günstig – aber auch die Katze im Sack. 



Das spricht auch eine Kundin an. Auf die Frage, ob sie noch einmal bei Mere einkaufen würde, antwortet sie: "Kommt drauf an, wie die Produkte schmecken". Und das dürfte auch darüber entscheiden, ob der russische Discounter in Deutschland Erfolg haben wird oder nicht: Kann er niedrige Preise und die Qualität anbieten, die Kunden von Aldi & Co. gewohnt sind? 

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur dpa

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