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Griechenland: Wie sich die Wirtschaft des "Sorgenkindes" von Europa erholt


"Sorgenkind" Europas  

Wie sich die Wirtschaft Griechenlands langsam erholt

07.02.2019, 15:36 Uhr | dpa

Griechenland: Wie sich die Wirtschaft des "Sorgenkindes" von Europa erholt. Geschlossene Filiale der Eurobank: Die Finanzkrise in Griechenland ist spürbar. (Quelle: imago images/Florian Schuh)

Geschlossene Filiale der Eurobank: Die Finanzkrise in Griechenland ist spürbar. (Quelle: Florian Schuh/imago images)

Ein Lichtblick für Griechenland: Die Konjunktur des Landes erholt sich. Doch Probleme wie Staatsverschuldung und Korruption bleiben. Wo die Folgen der Krise am deutlichsten zu spüren sind.

Laut einer internen Analyse von Atradius ist die Gefahr von Forderungsausfällen für Exporteure nach Griechenland seit dem Abschluss des letzten Hilfspakets der Europäischen Union im August moderat gesunken. Gleichzeitig hat sich die griechische Wirtschaft aus Sicht des internationalen Kreditversicherers in den vergangenen Monaten stabilisiert.

Für 2019 erwarten die Risikoanalysten eine Steigerung des Bruttoinlandproduktes (BIP) von rund 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch bleiben Zahlungsrisiken für Exporteure bestehen.

BIP steigt langsam an – Arbeitslosigkeit sinkt

"Mehrere Faktoren wiesen zuletzt auf eine Erholung der Wirtschaft Griechenlands hin", sagt Dr. Thomas Langen, Senior Regional Director Deutschland, Mittel- und Osteuropa von Atradius. "Das BIP ist jüngst wieder gestiegen, die Arbeitslosigkeit gesunken. Die umgesetzten Reformen und Sparmaßnahmen, der schrittweise Abbau der Kapitalverkehrskontrollen sowie die positive Leistungsbilanz tragen zur Stabilisierung bei.

Für Exporteure sehen wir insgesamt ein geringeres Risiko für Forderungsausfälle als noch vor einem Jahr. Trotzdem bleiben erhebliche Unsicherheiten durch die weiterhin hohe Anzahl an problematischen Krediten im griechischen Bankensystem sowie durch die schwierigen Finanzierungskonditionen bestehen."

Weiterhin restriktive Kreditvergabe durch Banken

Trotz der zuletzt gesehenen Schuldenverringerung sind die Verbindlichkeiten von griechischen Unternehmen und Privathaushalten nach wie vor verhältnismäßig hoch. Die griechischen Banken spüren die Folgen der Krise weiterhin in Form von hohen Kreditausfallwahrscheinlichkeiten. Aus Sicht von Atradius ist das eine der großen Herausforderungen der Zukunft für die Wirtschaft des Landes.

Das Volumen an notleidenden Krediten ist immer noch beträchtlich, Schätzungen gehen von rund 90 Milliarden Euro aus. Die hohen Zinsen, die Banken für Kredite verlangen, treffen vor allem viele kleine und mittelständische Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe. Ihnen fehlt es dadurch häufig an Kapital für Investitionen, um sich auch im internationalen Wettbewerb besser aufstellen zu können.

Staatsverschuldung ist überdurchschnittlich hoch

Darüber hinaus ist im europäischen Vergleich Korruption in Griechenland nach wie vor weit verbreitet. Auch dadurch entstehen Unsicherheiten für die Exporteure in das Land. Außerdem ist die Staatsverschuldung des Landes weiterhin überdurchschnittlich hoch. Sollten sich die Refinanzierungskosten für den griechischen Staat erhöhen, könnte das die konjunkturelle Erholung blockieren.

Auch der Ausgang der Wahlen könnte die Verunsicherung zurückkehren lassen, da die Stabilisierung der Wirtschaft besonders eng mit den politischen Entscheidungen verknüpft ist. "Griechenland ist auf dem Weg der Erholung. Um von einer Normalisierung der Wirtschaft sprechen zu können, ist es aber noch zu früh", konstatiert Dr. Thomas Langen.

Mehrere Branchen bergen Unsicherheiten

Atradius unterstützt Lieferanten und Dienstleister durch Deckungsschutz für ihre Geschäfte mit griechischen Abnehmern. Relativ geringe Risiken für Zahlungsausfälle und -verzögerungen sieht der Kreditversicherer in den Sektoren Chemie und Pharma sowie im Elektronik- und Lebensmittelbereich. Sehr hohe Forderungsgefahren bestehen hingegen bei Geschäften mit Firmen aus den Bereichen Baumaterialien, Bau und Textilien. Zudem gibt es erhebliche Risiken in den Branchen Papier, Stahl sowie Maschinenbau.

Atradius in Griechenland

Atradius ist seit mehr als 30 Jahren mit einem Büro in Griechenlands Hauptstadt Athen präsent und seit fünf Jahren führender Anbieter von Kreditversicherungen im Markt. Die Risikoprüfung erfolgt vor Ort durch ein erfahrenes Team von Risikoprüfern und Wirtschaftsexperten, das die Gepflogenheiten des Marktes genau kennt. Sämtliche Atradius-Analysen zu Forderungsrisiken in Ländern und Branchen können im Internet heruntergeladen werden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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