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Renault wirft Nissan bei Carlos Ghosn-Ermittlungen "Entgleisungen" vor


Nach Festnahme des Renault-Chefs  

Renault wirft Nissan bei Ghosn-Ermittlungen "Entgleisungen" vor

10.02.2019, 12:58 Uhr | AFP

Renault wirft Nissan bei Carlos Ghosn-Ermittlungen "Entgleisungen" vor. Carlos Ghosn auf einem Monitor: Er war am 19. November überraschend in Japan festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, er habe jahrelang ein zu niedriges Einkommen bei Nissan deklariert und persönliche Verluste auf den Autobauer übertragen. (Quelle: Reuters/Issei Kato)

Carlos Ghosn auf einem Monitor: Er war am 19. November überraschend in Japan festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, er habe jahrelang ein zu niedriges Einkommen bei Nissan deklariert und persönliche Verluste auf den Autobauer übertragen. (Quelle: Issei Kato/Reuters)

In der Affäre um den ehemaligen Renault-Chef Carlos Ghosn kritisiert der französische Autobauer einem Zeitungsbericht zufolge das Vorgehen seines japanischen Allianzpartners Nissan bei internen Ermittlungen. 

Der Französischer Autobauer kritisiert das Vorgehen gegen Renault-Mitarbeiter bei internen Ermittlungen durch das japanische Partnerunternehmen Nissan. Die Zeitung "Le Journal du Dimanche" zitierte am Sonntag aus einem Schreiben der Anwälte von Renault, in dem diese "ernsthafte Bedenken über die eingesetzten Methoden" von Nissan äußerten. Renault warf Nissan demnach "Entgleisungen" vor.

Nissan versuchte Appartements von Ghosn zu durchsuchen

"Renault hat genügend Beweise gesammelt, um zu verstehen und zu bedauern, welche Methoden von Nissan und seinen Anwälten eingesetzt wurden, um zu erwirken, dass Beschäftigte von Renault durch die japanische Staatsanwaltschaft befragt werden", heißt es demnach in dem Brief. Er ist auf den 19. Januar datiert.

Darüber hinaus habe Nissan in Frankreich nach belastenden Hinweisen gegen Ghosn gesucht, ohne Renault zu konsultieren, zitierte die Zeitung weiter aus dem Schreiben. Auch habe Nissan versucht, die Appartements von Ghosn in Brasilien, im Libanon und in den Niederlanden zu durchsuchen, ohne Renault darüber zu informieren.

Ein Nissan-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Anwälte des japanischen Autobauers hätten auf das Schreiben bereits mehrfach mündlich und schriftlich geantwortet. Der Vorgang spiegele nicht den "derzeitigen Zustand der Gespräche" wider. Nissan habe sich immer für einen "offenen und direkten Austausch mit seinen Partnern ausgesprochen, um relevante Fakten aufzudecken".

Vorwürfe gegen Ghosn

Carlos Ghosn war am 19. November überraschend in Japan festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, er habe jahrelang ein zu niedriges Einkommen bei Nissan deklariert und persönliche Verluste auf den Autobauer übertragen. Ghosn bestreitet die Vorwürfe.


Der einstige Vorzeigemanager trat im Januar als Chef von Renault zurück. Zuvor hatten bereits Nissan und Mitsubishi den 64-Jährigen als Vorsitzenden des Verwaltungsrats entmachtet. Die Festnahme von Ghosn hatte Risse zwischen Nissan und Renault gezeigt, die ihr Dreier-Bündnis mit Mitsubishi Motors eigentlich vertiefen wollen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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